Nachhaltig leben mit Baby

Nachhaltigkeit bekommt in unserer Gesellschaft einen immer größeren Stellenwert. Ein nachhaltiger Lebensstil leistet nicht nur einen entscheidenden Beitrag zum Schutz des Klimas und des Planeten, er kann sich auch positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirken. Für ein gesundes und verantwortungsbewusstes Familienleben lohnt sich Nachhaltigkeit deshalb besonders.

Babykleidung: Lieber weniger und in Bio-Qualität

Babykleidung löst in vielen Familien einen wahren Kaufrausch aus. Es gibt so viele zauberhafte Modelle, dass der Kleiderschrank der Kleinsten schnell gut gefüllt ist. Vor allem in den kleineren Größen benötigen Babys aber meist gar nicht viel. Aus den meisten süßen Teilen sind sie ohnehin bereits nach wenigen Wochen herausgewachsen.

Wer hier maßvoll einkauft, schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Gerade für die ersten Lebensmonate lässt sich die Babyausstattung meist auf ein paar praktische und bequeme Basics reduzieren. Dafür lohnt es sich, auf nachhaltige Babymode zu setzen. Im Fachhandel gibt es zum Beispiel viele Baby-Strampler in Bio Qualität, die gut zu Babys Haut sind und einen wertvollen Beitrag zu einem nachhaltigeren Familienleben leisten können.

Stoffwindeln statt Müllbergen

Wickeln ist im Leben mit Baby der größte Müllerzeuger überhaupt. Rund 5.000 Windeln verbraucht ein Kind im Durchschnitt, bevor es vollständig sauber ist. Werden für das Wickeln Wegwerfprodukte wie Einmalwindeln und Feuchttücher verwendet, entstehen so pro Kind etwa 1,5 Tonnen Müll. Dieser Müllberg lässt sich deutlich reduzieren, wenn nachhaltige Produkte zum Wickeln verwendet werden.

Stoffwindeln sind ein guter Ersatz für die Wegwerfvariante. Sie sind in verschiedenen Größen und hübschen Motiven erhältlich und in der Anwendung beinahe so praktisch wie Einmalwindeln. In der Anschaffung sind Stoffwindeln zwar zunächst teurer, dafür können sie wiederverwendet werden und wirken sich so langfristig positiv auf die Haushaltskasse und vor allem auf die Umwelt aus. Hochwertige Stoffwindeln bestehen aus hautsympathischen Materialien in Bioqualität und können Babys Po so zusätzlich vor dem Wundwerden schützen.

Auch auf Feuchttücher können Eltern heute getrost verzichten. Warmes Wasser und ein weicher Waschlappen sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch hautschonender. Entsprechende Waschlappen lassen sich zum Beispiel gut aus schon häufig gewaschenen Frotteehandtüchern selbst zurechtschneiden. Eine Größe von etwa 15 x 15 cm eignet sich gut für die tägliche Reinigung. So können abgelegte Handtücher noch zu einem tollen Upcycling-Projekt werden. Für eine gründlichere Reinigung können ein paar Tropfen einer sanften und natürlichen Waschlotion oder Seife mit ins Wasser gegeben werden. Ein hochwertiges Olivenöl ist ebenso gut geeignet. So ist Babys Po immer sauber und gepflegt und Müllberge müssen gar nicht erst entstehen.

Nachhaltig waschen

Zum Familienalltag gehören Wäscheberge dazu. Das gilt besonders für Familien, die auf einen weniger gut gefüllten Kleiderschrank und nachhaltige Wickelmöglichkeiten setzen. Auch Wäscheberge lassen sich nachhaltig und trotzdem effektiv bekämpfen.

Zunächst sollte die Waschmaschine nicht zu häufig und nicht halb leer laufen, um energieeffizientes Waschen zu gewährleisten. Für die meisten Textilien reicht es völlig aus, auf niedrigen Temperaturen von 30 bis maximal 40 Grad zu waschen. So bleiben auch besondere Kleidungsstücke mit Applikationen länger schön.

Damit die Hygiene jederzeit stimmt, ist es aber wichtig, die Waschmaschine gut zu pflegen und der Bildung von Bakterien und Keimen in der Maschine vorzubeugen. Dafür sollten Behälter wie das Flusensieb und der Dichtungsring an der Waschmaschinentür möglichst nach jeder Wäsche geleert und gereinigt werden. Hier sammeln sich gerne Restpartikel, die die Bildung von Bakterien in der Maschine begünstigen.

Trommel und Waschmittelschublade sollten außerdem nach dem Waschvorgang offen bleiben, damit sie immer wieder gut trocknen können und gelüftet werden. Für die regelmäßige Reinigung der Waschmaschine kann jede 5. bis 6. Waschladung auf höheren Temperaturen von 60 Grad gewaschen werden. In diesem Waschgang sollten auch Stoffwindeln und Waschlappen vom Wickeltisch mit gewaschen werden.

Für gesunde Haut und eine saubere Umwelt sollten ausschließlich ökologische Waschmittel verwendet werden. Auf Weichspüler lässt sich getrost verzichten. Für saubere Wäsche und eine gepflegte Maschine können alle paar Wochen ein bis zwei Esslöffel Soda mit in Waschmittelkammer gegeben werden. Trocknen lässt sich die fertige Wäsche natürlich besonders umweltschonend an der Luft auf einem Wäscheständer oder einer Wäscheleine. Im Winter dauert dieser Vorgang zwar etwas länger, dafür schont der Verzicht auf den Trockner die Umwelt und die Haushaltskasse.

Beikost aus regionalen Zutaten

GemüsekorbWenn es Zeit wird für die ersten Löffelchen Beikost, stellt sich für Familien auch die Frage nach der Zubereitung von Babys Mahlzeiten. Am besten schmeckt es selbst gekocht und aus guten Zutaten. Für die nachhaltige Küche sollten Familien vor allem auf saisonale Produkte aus regionalem Anbau setzen. So kommen hochwertige Lebensmittel frisch auf den Tisch und der ökologische Fußabdruck lässt sich nachhaltig verringern.

In den meisten Regionen gibt es inzwischen Bioläden und Hofläden, in denen die regionalen Landwirte ihre Produkte frisch vom Feld anbieten. In städtischen Gebieten, in denen es keinen direkten Hofverkauf gibt, ist es oft auch möglich, sich einen Einkaufskorb voller frischer Produkte aus regionaler Erzeugung bis nach Hause liefern zu lassen.

Bei Bioprodukten lohnt es sich, genau hinzuschauen, denn nicht immer hält die Qualität, was das Etikett verspricht. Der Lebensmittelverband Deutschland informiert auf seiner Internetseite ausführlich darüber, wodurch sich Bio-Lebensmittel auszeichnen müssen, um die Bezeichnung tragen zu dürfen.

Wer für die Familienküche auf frische, saisonale Produkte aus ökologischem Anbau direkt aus der Region achtet, kauft nicht nur beste Qualität ein, sondern auch den vollen Geschmack und die große Vielfalt, die die saisonale Landwirtschaft zu bieten hat.

Holz statt Plastik

Kinder lieben Spielzeug, allerdings brauchen sie weitaus weniger, als wir vielleicht annehmen. Je kleiner und weniger spezifisch das Spielwarenangebot ist, desto stärker wird die kindliche Fantasie gefördert. Eltern dürfen deshalb getrost darauf verzichten, das Kinderzimmer in einen Spielwarenladen zu verwandeln.

Besonders nachhaltig und pädagogisch wertvoll ist Spielzeug aus Holz. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der durch Langlebigkeit überzeugt. Hochwertige Spielwaren aus Holz, die ohne Schadstoffe verarbeitet wurden, sind haptisch ansprechend, weil Holz handwarm und weicher ist als Plastik. Außerdem überzeugen sie häufig durch pädagogisch wertvolle und die kindliche Fantasie anregende Gestaltungskonzepte. Hochwertige Marken wie Haba bieten oft Spielkonzepte, die sich immer wieder erweitern und ergänzen lassen und so ganze Spielwelten erschaffen, ohne immer wieder zu neuen Produkten greifen zu müssen. Holzspielzeug hat außerdem den Vorteil, dass es durch seine Langlebigkeit immer wieder weitergegeben werden kann und ganze Generationen von Kindern erfreut.

Ein nachhaltiger Familienalltag lässt sich einfacher gestalten als gedacht. Schon wenige Veränderungen und bewusste Entscheidungen können einen großen Unterschied machen und nicht nur das ökologische Verantwortungsbewusstsein stärken, sondern auch mehr Gesundheit und Wohlbefinden schaffen.

Quellen und Bildrechte:

  • Abbildung 1: @ Pexels (CCO-Lizenz) / pixabay.com
  • Abbildung 2: @ RitaE (CCO-Lizenz) / pixabay.com

Ähnliche oder weiterführende Artikel