In Elternzeit gehen: Wie funktioniert es und was ist zu beachten?

Wer ein Kind bekommt, will und muss sich um dessen Betreuung kümmern. Um das zu erleichtern, können sich berufstätige Frauen und Männer im Rahmen der Elternzeit unbezahlt von ihrer Arbeit freistellen lassen. In dieser Zeit steht ihnen dann Elterngeld zu. Hier erfahren Sie mehr darüber.

Voraussetzung für das Recht auf Elternzeit ist, dass sie angestellt tätig sind. Die Elternzeit richtet sich hierbei nicht vorrangig nach der Blutsverwandtschaft mit dem Kind aus, sondern danach, wer das Sorgerecht besitzt. Grundsätzlich ist es möglich, die Elternzeit aufzuteilen, sodass beide Elternteile davon profitieren. Um in Elternzeit gehen zu können, ist es wichtig, einen Antrag beim Arbeitgeber zu stellen. Dieser Ratgeber informiert über alle mit der Elternzeit verbundenen Aspekte, zu denen unter anderem der Versicherungsschutz und Arbeitsmöglichkeiten während der Elternzeit gehören.

Sinn und Zweck der Elternzeit

In den meisten Fällen wird die Elternzeit genutzt, um sich Zeit für ein neugeborenes Kind zu nehmen. Hierdurch sind Vater und Mutter nach der Geburt entspannter und können sich gegenseitig bei der Erziehung des Kindes unterstützen. In einigen Fällen wird die Elternzeit jedoch auch aufgespart, um in besonderen Lebensphasen des Kindes wie dem ersten Grundschuljahr für es da zu sein.

Die Regelungen der Elternzeit haben sich im Laufe der Jahre verändert. Wenn ein Kind vor dem 1. Juli 2015 geboren wurde, können die Eltern die Elternzeit in zwei Abschnitte aufteilen. Zudem muss die Elternzeit bis zum 3. Lebensjahr abgeschlossen sein. Falls der Arbeitgeber zustimmt, können aber auch bis zu 12 Monate der Elternzeit aufgehoben werden, die dann bis zum 8. Geburtstag des Kindes genommen werden können. Eltern, deren Kind nach dem 1. Juli 2015 geboren wurden, können die Elternzeit sogar in drei Abschnitte aufteilen. Zudem haben sie grundsätzlich das Recht, die Elternzeit aufzusparen, wenn keine dringenden betrieblichen Gründe des Arbeitgebers dagegen sprechen.

Wer kann in Elternzeit gehen?

Zwei Männer schieben einen KinderwagenDie Elternzeit wurde für abhängig beschäftigte Menschen konzipiert. Diese können sich unbezahlt von ihrem Beruf freistellen lassen, um sich um ihr Kind zu kümmern, das im gleichen Haushalt leben muss. Hierfür stehen ihnen bis zu drei Jahre zur Verfügung, die am Stück oder aufgeteilt genutzt werden können. Der Anspruch auf Elterngeld hängt davon ab, wer das Sorgerecht besitzt. So können beispielsweise Väter ohne Sorgerecht die Elternzeiten nur mit der Zustimmung der sorgeberechtigten Mutter in Anspruch nehmen.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, dass die Großeltern in Elternzeit gehen. Hierfür muss das Enkelkind bei ihnen leben und der Vater oder die Mutter müssen minderjährig sein, beziehungsweise sich in Ausbildung befinden. Außerdem ist es eine Voraussetzung, dass beide leiblichen Eltern nicht in Elternzeit gehen. Zu beachten ist jedoch, dass mit der Elternzeit nicht automatisch Elterngeld einhergeht. Großeltern können somit in Elternzeit gehen, bekommen aber keine finanzielle Unterstützung. Nicht zuletzt haben Verwandte des Kindes die Möglichkeit, Elternzeit zu beantragen. Das ist allerdings nur dann möglich, wenn die leiblichen Eltern schwer erkrankt, behindert oder tot sind.

Die Aufteilung der Elternzeit

Eltern sind bei der Gestaltung ihrer Elternzeit grundsätzlich frei. So haben sie beispielsweise die Möglichkeit, die ersten drei Lebensjahre des Kindes komplett in Elternzeit zu gehen oder diese Zeit in einzelne Abschnitte zu unterteilen. Die Elternzeit beginnt üblicherweise zwei Monate nach der Geburt des Kindes. Eltern sollten sich genau überlegen, wie sie die Elternzeit aufteilen wollen. Einige nutzen sie so, dass sie gemeinsam auf das Kind aufpassen und die Zeit als Familie verbringen können. Anderen ist es wichtig, dass sowohl Vater und Mutter nicht komplett aus dem Beruf aussteigen müssen. Hier bietet sich eine Aufteilung der Elternzeit so an, dass immer einer beim Kind bleibt, während der andere arbeiten geht. Die persönlichen Lebensziele sind bei der Ausgestaltung der Elternzeit somit besonders relevant.

Einen Antrag auf Elternzeit beim Arbeitgeber stellen

Wer in Elternzeit gehen möchte, muss dies beim Arbeitgeber beantragen. Ein solcher Antrag muss spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit gestellt werden. Wenn dieser Anspruch also direkt nach dem Mutterschutz geltend gemacht werden soll, muss der Antrag spätestens 7 Tage nach der Geburt eingereicht werden. Diese Regelung gilt für alle, die die Elternzeit innerhalb der ersten drei Lebensjahre des Kindes in Anspruch nehmen. Soll sie hingegen zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes stattfinden, beträgt die Beantragungsfrist 13 Wochen.

Ein solcher Antrag auf Elternzeit muss bestimmte Formalien erfüllen und Inhalte aufweisen, um zulässig zu sein. Mit dem Generator von Elterngeld.de ist es besonders leicht, einen korrekten Antrag zu stellen. Es ist allerdings zu beachten, dass ein solcher Antrag der strengen Schriftform genügen muss. Das bedeutet, dass er nicht ausschließlich per E-Mail oder Fax gestellt werden kann, sondern handschriftlich unterschrieben sein muss.

Kranken- und Pflegeversicherung während der Elternzeit

Während der Elternzeit sind besondere Regelungen bei der Kranken- und Pflegeversicherung zu beachten. Wer eine gesetzliche Krankenversicherung hat, nutzt diese beitragsfrei weiter. Freiwillig gesetzlich Versicherte bleiben ebenfalls in ihrer Krankenkasse, allerdings kann es nötig werden, die Beiträge weiter zu entrichten. In einigen Fällen reduzieren diese sich jedoch auf den Mindestbeitrag. Wer eine private Krankenversicherung nutzt, muss auch während der Elternzeit den vollen Beitrag bezahlen. Zusätzlich entfällt der Beitragszuschuss des Arbeitgebers während dieser Zeit. Es ist auch nicht möglich, während der Elternzeit in die kostenfreie Familienversicherung zu wechseln.

Arbeiten während der Elternzeit

Eltern in Elternzeit genießen Kündigungsschutz. Das bedeutet, dass sie nach der Elternzeit wieder anstandslos ihre alte Tätigkeit aufnehmen können. Einigen genügt dies jedoch nicht. Sie möchten nicht komplett aus dem Arbeitsleben ausscheiden, sondern während der Elternzeit ein paar Stunden arbeiten. Das ist grundsätzlich erlaubt. Eine reduzierte Wochenarbeitszeit macht es möglich, die Kindererziehung und den Beruf in Einklang zu bringen. Das ist besonders wichtig für Angestellte, die für einen Betrieb nahezu unverzichtbar sind.

Es ist möglich, bis zu 30 Stunden wöchentlich zu arbeiten, ohne dass die Elternzeit hierdurch endet. Wenn ein Unternehmen jedoch weniger als 15 Angestellte beschäftigt, haben diese keinen gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit. Deswegen müssen in einer solchen Situation der Arbeitgeber und die betroffenen Eltern eine gemeinsame Lösung finden, die für beide Seiten akzeptabel ist.

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