Energiefresser im Haushalt: Mit einfachen Mitteln Geldbeutel und Umwelt schonen
Im Haushalt lauern überall Stromfresser - vor allem, wenn viele betagte Geräte im Einsatz sind. Aber es muss nicht immer gleich eine neue Waschmaschine oder ein neuer Staubsauger mit besserer Energieeffizienz sein. Schon mit Hilfe unserer einfachen Tipps können Sie eine erstaunliche Stromersparnis erreichen und entlasten so nicht nur die Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel.
Stromverbrauch und Energieeffizienzklasse
Wie viel Strom ein Haushaltsgerät verbraucht, hängt im Wesentlichen von vier Faktoren ab: der Energieeffizienz, Art und Alter des Geräts sowie ihren persönlichen Nutzungsgewohnheiten. So verbrauchen beispielsweise ein Föhn oder Staubsauger viel Strom, dafür laufen sie aber immer nur kurzfristig. Ein Kühlschrank dagegen hat zwar eine geringe Energie- und damit Stromaufnahme, dafür läuft er aber 24/7 das ganze Jahr hindurch.
Seit Anfang der 1990er Jahre sind alle Elektrogeräte, die in der EU verkauft werden, mit einem sogenannten Energielabel gekennzeichnet, das dem Verbraucher auf einen Blick verrät, wie effizient das Gerät arbeitet. Aktuell reicht die Skala von A+++, A++, A+, B, …, G. Zur leichteren Unterscheidung sind die Klassen farblich unterlegt, wobei Grün für sehr niedrigen Energieverbrauch und Rot für sehr hohen Verbrauch steht.
Falls Sie noch sehr alte Geräte im Einsatz haben, sollten Sie über eine Neuanschaffung nachdenken. Denn moderne Produkte verbrauchen deutlich weniger Strom als ihre zehn Jahre alten Vorgänger. So sind die Stromkosten bei einem etwa 12 Jahre alter Kühlschrank rund 60 Euro pro Jahr höher als bei einem modernen Gerät. In zehn Jahren summiert sich das auf stattliche 600 Euro!
Stromverbrauch private Haushalte im Überblick:
Den höchsten Anteil an den Stromkosten privater Haushalte haben Fernseher & Co, gleich gefolgt von den Kühl-Gefrier-Kombinationen:
TV, Audio und Büro: 25,6 Prozent
Kühlen & Gefrieren: 16,7 Prozent
Warmes Wasser: 14,8 Prozent
Waschen, Trocknen, Spülen: 12,4 Prozent
Kochen: 9,8 Prozent
Licht: 8,1 Prozent
Übrige: 12,5 Prozent
Der Kühl-Gefrier-Schrank
Es lohnt sich, den Fokus auf dieses in jedem Haushalt vorkommende Gerät zu richten, da es zu den unverzichtbaren, aber auch größten Verbrauchern gehört. Das sind die Kosten, mit denen Sie rechnen müssen:
Kühlschrank mit Gefrierfach: 150 Liter: 45 - 50 Euro 300 Liter: 50 - 75 Euro Kühl-Gefrierkombi: 200 Liter: 45 - 75 Euro 300 Liter: 75 - 105 Euro
Am häufigsten in deutschen Küchen anzutreffen sind Kühl-Gefrier-Kombinationen der Energieeffizienzklasse A mit 300 Litern Volumen. Ein solches Gerät kommt auf rund 90 Euro Strom im Jahr.
Wie kann ich die Stromkosten des Kühlschrankes reduzieren?
Kühlschrank richtig platzieren: Steht das Gerät in der Sonne, am Fenster oder neben dem Herd, ist die Umgebungsluft wärmer. Die Folge: Der Kompressor springt häufiger an und die Stromrechnung steigt.
Temperatur richtig wählen: Sie müssen den Kühlschrank nicht auf 4 Grad einstellen - 6 bis 7 Grad reichen völlig aus, damit die Lebensmittel frisch bleiben.
Erst abkühlen, dann einräumen: Die noch warmen Reste des Mittagessens, die Sie für den nächsten Tag vorgesehen haben, erst nach dem Abkühlen in den Kühlschrank stellen. Sonst muss der Kompressor unnötig viel arbeiten, um das noch warme Essen abzukühlen.
Kühlschrank nur kurz öffnen: Leider gibt es noch immer viele Menschen, die den Kühlschrank unnötig lange offenlassen, um etwa die Einkäufe zu verstauen. Besser ist es, vorher die Lebensmittel aus dem Einkaufskorb zu räumen und vorzusortieren, was in den Kühlschrank muss. Erst dann zügig einräumen. Sonst strömt viel warme Luft hinein, die dann wieder mühsam runtergekühlt werden muss.
Lüftungsschlitze freihalten: Die Lüftungsschlitze des Gerätes müssen immer frei bleiben, sonst steigt der Verbrauch und der Kühlschrank kann im schlimmsten Fall sogar streiken.
Dichtungsgummi checken: Der Dichtungsgummi kann über die Jahre porös werden, sodass laufend warme Luft in den Kühlraum strömt. Notfalls sollten Sie die Dichtung austauschen.
Was ein energieeffizienter Kühlschrank spart
Eine 12 Jahre alte Kühl-Gefrierkombination (250 / 90 Liter) verbraucht rund 330 Kilowattstunden (kWh) jährlich. Ein modernes Gerät (A+++) konsumiert dagegen nur 140 kWh – also weniger als die Hälfte. Das alte Modell kommt damit auf 99 Euro Strom im Jahr, das aktuelle Gerät dagegen nur auf 42 Euro. Ersparnis: 57 Euro pro Jahr – in zehn Jahren also mindestens 570 Euro.
Nutzungsverhalten ändern und sparen
Ihr eigenes Verhalten ist ein wesentlicher Faktor für den Energieverbrauch. Wenn Sie diese Tipps beachten, können Sie einiges sparen:
Standby
Standby ist bequem, verbraucht aber bis zu zehn Prozent mehr Strom. Mit einer schaltbaren Mehrfachsteckdose können Sie den Standby-Modus einfach „überlisten“ und viel Strom sparen. Ein Haushalt mit drei Personen kann den Stromverbrauch so schnell um 150 Euro pro Jahr reduzieren.
Beladen der Waschmaschine
Denken Sie daran: Ein bestimmtes Programm benötigt immer dieselbe Strommenge. Beladen Sie die Maschine deshalb immer mit der maximal zulässigen Wäscheladung. Das spart nicht nur Strom, sondern auch Wasser und Waschpulver! Verwenden Sie ein sehr altes Modell, verbrauchen Sie bis zu 32 Prozent mehr Strom. Eine Neuanschaffung kann also Sinn ergeben.
Elektroherd
Ein Drei-Personen-Haushalt verbraucht jährlich rund 445 Kilowattstunden oder 85 Euro Strom zum Kochen. Allein durch Verwenden der richtigen Topfgröße, von hochwertigem Kochgeschirr oder das Nutzen von Restwärme lässt sich einiges sparen.
Auf Trockner verzichten
Trockner sind wahre Stromfresser. Trocknen Sie Ihre Wäsche deshalb lieber auf einem Ständer – wenigstens im Sommer.
Licht nur wenn nötig
Bei etlichen Haushalten brennt das Licht oft unnötigerweise den ganzen Tag. Achten Sie darauf und nutzen Sie moderne LEDs oder Energiesparlampen. Diese benötigen bis zu 80 Prozent weniger Strom als alte Glühbirnen und halten zudem viel länger.
Richtig Heizen
Immer die Heizung herunterregeln, wenn ein Raum die gewünschte Temperatur erreicht hat. Außerdem muss man auch im Wohnzimmer nicht im T-Shirt sitzen können. Zwischen 20 und 23 Grad genügen in Wohnräumen, im Schlafzimmer reichen 17 bis 20 Grad. Was man beim Heizen noch beachten sollte, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Und noch ein Wort zu den Heizungspumpen. In älteren Häusern arbeiten oft noch sehr betagte Heizungspumpen, die deutlich mehr Strom als aktuelle Geräte benötigen. Denn sie schalten bedarfsunabhängig ein und verschwenden dadurch viel Strom. Das summiert sich schnell auf bis zu 150 Euro per Annum. Eine neue Pumpe verbraucht jährlich nur Strom in Höhe von elf bis 29 Euro.
Warmes Wasser
Warmes oder auch heißes Wasser ist in Bad und Küche unverzichtbar. Falls in ihrer Wohnung noch ein Boiler oder Durchlauferhitzer arbeitet, haben Sie deutlich höhere Kosten. Der jährliche Stromverbrauch pro Person ist dann um 25 bis 30 Prozent höher, als wenn das Wasser nicht mit Strom erwärmt würde.
Fazit
In jedem Haushalt schlummert ein enormes Sparpotenzial, das Sie schon mit einfachen Maßnahmen erreichen können. Allein schon ein paar alte Gewohnheiten im Alltag abzulegen oder bei der Neuanschaffung von Geräten auf das Energielabel zu achten, verhilft zu einer deutlichen Stromersparnis und reduziert gleichzeitig den Wasserverbrauch. Kosten lassen sich aber auch senken, indem Sie einen Stromvergleich durchführen und denjenigen Anbieter wählen, der die günstigsten Tarife bietet.
Bei nächtlichen Temperaturen, die schon gegen Null tendieren, geht es nicht anders: Die Heizungen müssen angestellt werden. Damit steigt natürlich auch der Energieverbrauch: Die Heizung ist im Privathaushalt für rund 70 Prozent der insgesamt benötigten Energie verantwortlich. Doch es gibt Sparmöglichkeiten!
Wo kommen sie bloß her, die tiefen Löcher, die immer wieder auf dem Konto oder in der Haushaltskasse entstehen? Und wieso ist oft am Ende des Monats kein Geld mehr da? Wenn man den Ursachen dafür auf den Grund geht, kann man durchaus Sparpotentiale entdecken und im Alltag so manchen Euro sichern. Hier einige gute Tipps.
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