Coronavirus: Sind unsere geliebten Haustiere gefährdet?

Lange Zeit hieß es, dass sich Hunde nicht mit dem aktuellen Virus infizieren und ihn somit auch nicht übertragen können. Ein Ausbruch der von ihm verursachten Lungenkrankheit sei demnach ebenfalls auszuschließen. Doch nun gibt es Berichte, wonach in den USA ein erster Hund positiv getestet wurde, nachdem er sich bei seinem Besitzer angesteckt hat. Was bedeutet das nun für unseren Umgang mit den Vierbeinern? Drohen auch hier drastische Maßnahmen?

Mit dem Hund auf Wanderschaft gehen, die Kinder mit dem ihm herumtollen lassen, Bälle werfen für den lebhaften Vierbeiner: Müssen wir etwa auf beliebte Outdoor-Aktivitäten * verzichten? Nach aktuellen Meldungen aus den USA könnte unser aller Umgang mit Haustieren nun vor einer Bewährungsprobe stehen. Nachdem Hunde (und auch Katzen) bislang immer als sicher eingestuft wurden und die Vierbeiner somit immer ein hervorragender Grund waren, beim Lockdown das Haus für eine Runde Gassi zu verlassen, scheint sich jetzt die Befürchtung zu bewahrheiten, dass auch sie nicht immun gegen den Virus sind.

Erst Hongkong, jetzt North Carolina

Hunde und Katzen vor rosa HintergrundNachdem bereits Anfang April ein Hund in Hongkong positiv auf das Virus getestet wurde und die dortigen Gesundheitsbehörden mitteilten, dass dies wohl der erste Fall sei, in dem eine Übertragung von Mensch zu Tier erfolgte, gibt es nun eine neue Meldung aus den USA. So habe sich der Hund einer Familie aus dem US Bundesstaat North Carolina offenbar bei Vater, Mutter oder einem Sohn angesteckt, die alle positiv auf das grassierende Virus getestet wurden.

Ob es sich dabei um Einzelfälle handelt, lässt sich schwer einschätzen. Wahrscheinlich wird die Dunkelziffer im Fall von Haustieren jedoch signifikant höher liegen als bei infizierten Menschen, schließlich werden Hunde und Katzen nahezu nie auf das Virus getestet. Dies wäre laut Fachleuten auch übertrieben – einerseits aus Kostengründen, andererseits weil man dadurch schnell eine Massenhysterie auslösen würde.

Hundebesitzer sollten sich aktuell keine Sorgen machen und müssen demnach auch keine speziellen Vorkehrungen treffen, denn derzeit gäbe es noch keinerlei Hinweise, dass Hunde auch Überträger des Virus sein können. Nachdem sich ein Hund bei einem Menschen angesteckt habe, müsste sich der Virus dort in den Zellen erst vermehren und dann wieder auf den Menschen wechseln. Dass dieser in so kurzer Zeit so oft die Artengrenze überspringe, sei höchst unwahrscheinlich, so die Wissenschaftler.

Katzen eher gefährdet?

Während es bei Hunden noch kaum belastbare Forschungen gibt, konnte bei einem Versuch in einem chinesischen Veterinärzentrum dagegen nachgewiesen werden, dass Katzen zumindest untereinander das Virus an Artgenossen weitergeben können. Zu der Übertragung sei es jedoch nur unter Laborbedingungen gekommen, weshalb unklar ist, ob dies auch im Alltag möglich wäre.

In der Studie heißt es weiter, dass sich der Virus dagegen äußerst schlecht in Hunden und überhaupt nicht in Schweinen, Hühnern und Enten gehalten haben soll. Bislang halte man daran fest, dass all diese Tiere keine Gefahr für den Menschen darstellen.

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