Haushaltsbuch: So werden Sie Herr über Ihre Finanzen

Wo geht nur all das ganze Geld hin, fragen sich jeden Monat aufs Neue Millionen Familien in Deutschland. Das Führen eines Haushaltsbuchs beantwortet schnell diese Frage. Endlich wird man wieder Herr über seine Finanzen. Doch wie legt man so ein Haushaltsbuch an? Hilfreich ist da der Ratgeber von Matthias Nöllke.

Da leben Sie nun schon so sparsam und dann ist "am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig", wie man so sagt. Keine Frage, die Lebenshaltungskosten sind empfindlich gestiegen in den vergangenen Jahren. Ob Benzinpreise, Heizöl oder Gas, das Wohnen, die Lebensmittel oder die Gesundheitskosten, überall geht es steil nach oben. Dummerweise sind die Einkünfte aber nicht in gleicher Weise gestiegen. Löhne und die meisten Einkommen stagnieren seit Jahren. Und bei den Renten sieht es erst recht düster aus: Eine Rentenerhöhung um 1,1 Prozent verursacht helle Aufregung und heizt Diskussionen an, ob wir nicht in einer "Rentenrepublik" leben, in der die Interessen der nachfolgenden Generationen mit Füßen getreten werden.

Fakt ist: Die meisten haben weniger Geld zur Verfügung, viele müssen sparen, fast alle müssen rechnen - auch die, die in vermeintlich gesicherten Verhältnissen leben. Die Führung eines Haushaltsbuchs kann das Gehalt nicht plötzlich verdoppeln. Allerdings hilft es dabei, das zur Verfügung stehende Geld sinnvoll einzuteilen. Und so zu sparen, dass am Ende des Monats auch wirklich etwas übrigbleibt. Für den Urlaub, den Shopping-Ausflug mit der besten Freundin oder für eine Altersvorsorge.

Keine Fragen offen dank Ratgeber von Haufe


ImageDer ARD Buffet Ratgeber "Mein Haushaltsbuch mit 55 cleveren Spartipps" (Haufe Verlag, ISBN 978-3-4480-9049-9, 12,90 Euro) von Matthias Nöllke informiert übersichtlich und verständlich über die wichtigsten Fakten rund um das Anlegen bzw. Führen eines Haushaltsbuchs. Außerdem erklärt er alles Wichtige und Wissenswerte rund um die Themen Fixkosten, Budgets und Monatsplanung. Die praktischen Spartipps kann der Leser gleich beim nächsten Einkaufsbummel oder der anstehenden Stromrechnung dem Praxistest unterziehen. Der Ratgeber richtet sich an alle Verbraucher, die sparen möchten oder einfach ihre Finanzen im Blick behalten wollen.


"Mein Haushaltsbuch mit 55 cleveren Spartipps" ist ein weiteres Buch der neuen Ratgeber-Reihe "ARD Buffet", das wir hier auf Familien-Welt vorstellen möchten. Entstanden in Kooperation mit der gleichnamigen Fernsehsendung, beantworten die Ratgeber verschiedene Themen aus den Bereichen Recht und Finanzen. Die Bücher sind nach einem übersichtlichen Frage- und Antwort-Muster aufgebaut, Frage und Antwort werden nutzerfreundlich auf jeweils einer Doppelseite präsentiert. Info-Plus: nützliche Tipps, Beispiele aus der Praxis, Warnhinweise und rechtssichere Musterformulierungen. Einen kleinen Einblick erhalten Sie auf der nächsten Seite, wo wir zwei Fragen nebst Antworten für Sie ausgesucht haben.


Wie lege ich mein Haushaltsbuch an?


Auf eine einfache Formel gebracht: In Ihr Haushaltsbuch tragen Sie alle Ihre Einnahmen und Ausgaben ein. Doch das kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise geschehen. Wie Sie dabei am besten verfahren, das hängt ganz von Ihrer persönlichen Situation ab und von Ihren Vorlieben. Deshalb empfehlen wir Ihnen, dass Sie Ihr Haushaltsbuch auf Ihre ganz persönlichen Bedürfnisse zuschneiden. Der erste Schritt: Kaufen Sie sich eine Kladde mit karierter Lineatur. Und Sie können gleich loslegen.

Notieren Sie alles, was Sie einnehmen

Als erstes schreiben Sie einfach auf, was Sie in einem Monat an Geld zur Verfügung haben: Ihr Gehalt, finanzielle Unterstützung, Zinsen, Ersparnisse, von denen Sie leben wollen - und nicht die Ersparnisse, die Sie zur Seite legen möchten, um Vermögen aufzubauen. Einfach alles, was Sie zur Verfügung haben, um es auszugeben. Das rechnen Sie zusammen, das Ergebnis ist der Betrag, mit dem Sie alle Ausgaben in diesem Monat bestreiten müssen.

Notieren Sie alles, was Sie ausgeben

Anschließend halten Sie Ihre Ausgaben fest. Als erstes notieren Sie für den betreffenden Monat die fixen Ausgaben. Bei denen liegt die Höhe schon im Voraus fest (wie bei der Miete, dem Zeitungsabo, Versicherungsbeiträgen oder Monatskarte). Rechnen Sie alle Fixkosten zusammen, ziehen Sie das Ergebnis von den monatlichen Einnahmen ab - und Sie wissen, wie viel Sie für den betreffenden Monat zur Verfügung haben. Wir nennen diese Zahl den "verfügbaren Betrag".

Die laufenden Ausgaben

Auf den folgenden Seiten notieren Sie mit Datum alle Ihre laufenden Ausgaben. Und zwar wirklich alle. Schreiben Sie auf, wo Sie etwas eingekauft haben und was es war. Allzu sehr brauchen Sie nicht ins Detail gehen. Nur sollten Sie später ersehen können, ob Sie Obst und Gemüse, eine Bluse oder einen Stabmixer gekauft haben. Rechts oben auf der Seite können Sie den "verfügbaren Betrag" notieren. Von dem ziehen Sie Ihre Ausgaben ab. Unten auf der Seite steht dann der Betrag, der Ihnen für den Rest des Monats noch zu Verfügung steht. Und den übertragen Sie dann rechts oben auf die nächste Seite.


ImageMuster:
Datum: 4.5.
Wo: Wochenmarkt
Was: Gemüse
Budget: Lebensmittel
Wie viel: 12,00 Euro


Was kann ich tun, wenn meine Ausgaben meine Einkünfte immer übersteigen?

Ihr Haushaltsbuch gibt unbestechlich darüber Auskunft, wie es mit Ihren Finanzen bestellt ist. Liegen am Ende des Monats Ihre Ausgaben über den Einnahmen, ergibt sich ein negativer Wert. Sie haben mehr ausgegeben als Ihren "verfügbaren Betrag". So etwas kann immer wieder vorkommen und braucht Sie nicht weiter zu beunruhigen, wenn Sie in den darauf folgenden Monaten den Fehlbetrag ausgleichen können. Dadurch, dass Sie Ihre Ersparnisse und Fehlbeträge von Monat zu Monat "mitschleppen", wissen Sie sehr genau, wo Sie momentan finanziell stehen. Ein "böses Erwachen", bei dem Sie plötzlich feststellen, dass Sie lange Zeit über Ihre Verhältnisse gelebt haben, kann es nicht geben. Eine finanzielle Schieflage zeichnet sich sehr früh ab, sodass Sie rechtzeitig umsteuern können.

Den Kostenfressern auf die Spur kommen

Geraten Sie immer tiefer in die roten Zahlen, müssen Sie handeln. Durchforsten Sie Ihre Budgets und überlegen Sie, was sich einsparen lässt. Der Ratgeber bietet zahlreiche Anregungen, wie Sie sparen können, ohne auf Lebensqualität verzichten zu müssen. Doch in manchen Fällen werden Sie sich auch von liebgewordenen Gewohnheiten verabschieden müssen. Ein Hobby, das Sie in den Ruin treibt, sollten Sie besser aufgeben, bei kostspieligen Genüssen lässt sich ebenfalls leichter und wirkungsvoller sparen als bei den Gütern des täglichen Bedarfs.

Bevor Sie sich jedoch bei den Dingen einschränken, die ihnen ja auch Freude machen, sollten Sie prüfen, ob Sie nicht irgendeinen "Kostenfresser" abstellen können. Von solchen Kostenfressern wird in diesem Buch noch häufiger die Rede sein. Das Gute dabei ist: Kostenfresser lassen sich beseitigen, ohne das Sie sich besonders einschränken müssen.

Einnahmen aufstocken

Die zweite Methode, um aus den roten Zahlen herauszukommen: Sie erhöhen Ihre Einnahmen. So schwierig ist das gar nicht. Ob Sie Zeitungen oder Werbeblätter austragen, Kinder hüten, im Haushalt aushelfen oder etwas unterrichten, was Sie gut können. In Büchereien, Supermärkten oder Kirchengemeinden gibt es zahlreiche Schwarze Bretter mit Jobgesuchen und -angeboten. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich etwas hinzuzuverdienen. Auch können Sie überlegen, ob Sie ein Zimmer in Ihrer Wohnung untervermieten, Nachhilfe geben oder sich gegen ein gewisses Entgelt irgendwie nützlich machen.

Finger weg von "lukrativen Jobs"

Immer wieder werden Jobs angeboten, die hohe Einkünfte versprechen - ohne dass besondere Qualifikationen erforderlich wären. Solche Angebote sind unseriös. Lassen Sie die Finger davon.

Quellen und Bildrechte:

  • Diese und viele weitere Fragen und Antworten finden Sie im ARD-Buffet-Ratgeber "Mein Haushaltsbuch mit 55 cleveren Spartipps".
  • Foto 1: pixabay.com>Michal Jarmoluk auf pixabay.com>Pixabay
  • Foto 2: Klaus-Uwe Gerhardt - www.Pixelio.de

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