Von wegen verwöhnt: Ein Großteil der Kinder in Deutschland bekommt weniger Taschengeld als von Experten empfohlen. 62 Prozent der Eltern geben ihrem Nachwuchs weniger als in offiziellen Richtwerten angegeben – bei den 6- bis 7-Jährigen sind es sogar 74 Prozent.
In allen Altersgruppen klaffen Lücken zwischen Empfehlung und tatsächlicher Summe: Bei den unter Sechsjährigen werden etwa 6 Euro monatlich empfohlen – aber 42,3 Prozent der Kinder erhalten weniger als 5 Euro. Besonders groß ist die Differenz bei den 10- bis 11-Jährigen: Während offiziell im Schnitt 20 Euro empfohlen werden, bekommen 30,1 Prozent der Kinder in diesem Alter 7,50 Euro – das sind 63 Prozent weniger. Auch bei den 8- bis 9-Jährigen besteht eine krasse Lücke: Empfohlen werden 14 Euro, die Eltern zahlen aber häufig nur 7,50 Euro (27,1 Prozent der Kinder).
Insgesamt liegen durchschnittlich knapp 62 Prozent der Eltern unter den empfohlenen Durchschnittswerten. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den 6- bis 7-Jährigen: 74,1 Prozent der Kinder bekommen weniger als die Richtwerte. Es folgen die 14- bis 15-Jährigen (73,3 Prozent) und die 12- bis 13-Jährigen (71,3 Prozent).
Taschengeld vor dem Schulstart?
Experten empfehlen, spätestens zur Einschulung mit Taschengeld zu starten. Aber 28,9 Prozent der Kinder, die Taschengeld erhalten, sind unter sechs Jahre alt – also noch im Vorschulalter. In stark konservativ geprägten Haushalten bekommen schon unter Sechsjährige besonders häufig Taschengeld: immerhin 43 Prozent.
Zwischen Stadt und Land gibt es nur geringe Unterschiede: Auf dem Land bekommen 31,7 Prozent der Kinder vor dem sechsten Lebensjahr Taschengeld, in Großstädten sind es 27,5 Prozent. Am häufigsten wird Taschengeld vor dem sechsten Lebensjahr in Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 1.500 Euro gezahlt – hier liegt der Anteil bei 32,7 Prozent.
Auszahlungsrhythmus: Wöchentlich bleibt auch bei älteren Kindern verbreitet
44,4 Prozent der Kinder erhalten ihr Taschengeld wöchentlich, 39 Prozent monatlich, 3,9 Prozent täglich. Expert:innen empfehlen für Kinder ab zehn Jahren eine monatliche Auszahlung, um finanzielle Planung und Budgetbewusstsein zu fördern.Trotzdem bekommen mehr als die Hälfte der 10- bis 11-Jährigen (55,8 Prozent) und 45,6 Prozent der 12- bis 13-Jährigen ihr Geld weiterhin wöchentlich. Selbst bei den 16- bis 17-Jährigen liegt dieser Anteil noch bei 39,7 Prozent.
Etwa 10 Prozent der Eltern zahlen das Taschengeld unregelmäßig aus – bei Kindern unter sechs Jahren liegt dieser Anteil bei 19,7 Prozent.
Zahlungsarten beim Taschengeld: Meistens in bar, digitale Wege wenig verbreitet
Die meisten Eltern (64,4 Prozent) geben ihren Kindern das Taschengeld in bar, gefolgt von Überweisungen aufs Konto (16,6 Prozent). Apps und digitale Kinderkarten nutzen 3,9 Prozent der Kinder. Auch bei den 16- bis 17-Jährigen liegt der Bargeldanteil bei 61,4 Prozent, während digitale Zahlungswege von 2,6 Prozent genutzt werden.
„Taschengeld bewegt sich heute zwischen Sparstrumpf und Smartphone. Deutschlands Kinder wachsen selbstverständlich digital auf – doch beim ersten eigenen Geld dominiert noch das Bargeld. 62 Prozent der Eltern bleiben unter den Empfehlungen, zwei Drittel zahlen bar, nur 4 Prozent nutzen digitale Lösungen. Das zeigt: Für eine digitale Generation ist finanzielle Bildung oft noch analog organisiert. Wenn wir junge Menschen wirklich fit für ihre finanzielle Zukunft machen wollen, sollten wir ihnen auch zeitgemäße Wege im Umgang mit Geld eröffnen", kommentiert Hauke Kramm, Unternehmenssprecher der DKB.
Quellen und Bildrechte:
Die Deutsche Kreditbank AG (DKB) mit Hauptsitz in Berlin ist Teil der BayernLB-Gruppe und betreut Geschäfts- und Privatkund*innen.
Ob Süßigkeiten, ein neues Spielzeug oder die angesagten Turnschuhe: Kinder haben bekanntermaßen viele Wünsche. Umso besser, wenn sie bereits früh beginnen, den verantwortungsvollen Umgang mit ihren Finanzen zu lernen. Eltern können dabei unterstützen, indem sie ihren Sprösslingen Taschengeld zur Verfügung stellen.
Die Kids sind natürlich der Meinung, dass sie zu wenig bekommen - viiieel weniger als ihre Freunde. Und die Eltern möchten ihren Kindern gern die in jedem Alter angemessene Summe zur Verfügung stellen - natürlich passend zum Familien-Budget. Doch wie viel Taschengeld ist angemessen?
Taschengeld ist immer wieder ein Thema - sowohl bei den Kindern als natürlich auch bei den Eltern. Wie viel sollte ein Kind in welchem Alter bekommen? Und wie sollte es am besten lernen, mit dem Geld umzugehen? Die Deutsche Vermögensberatung gibt ein paar gute Tipps...