Damit der Fernseher häufiger aus bleibt...

Fernsehen ist für Kinder faszinierend! Schnell werden sie in den Bann der bunten Bilder gezogen: Sesamstraße, Teletubbies, Löwenzahn und nicht zu vergessen die Werbung. Doch da die schädlichen Auswirkungen von langem Fernsehen unumstritten sind, muss der Fernsehkonsum seine Grenzen haben. Wir sagen, wie das klappt.

Wenn man sie ließe, würden die meisten Kinder wohl am liebsten ewig vor der Glotze sitzen. Dass dies nicht gesund ist, ist jedoch inzwischen hinreichend bekannt: Viel zu viele Reize überfluten das kleine Gehirn, die es nicht verarbeiten kann. Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Unruhe oder Schlafstörungen können die Folgen sein. Nicht zu verachten ist zudem der damit verbundene Bewegungsmangel, was wiederum nicht selten zu Gewichtszunahmen und Ungelenkigkeit bzw. Störungen der Grobmotorik führt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt daher, Vier- bis Siebenjährige nicht mehr als eine halbe Stunde täglich fernsehen zu lassen, bei zwei fernsehfreien Tagen pro Woche. Sieben- bis Elfjährige sollten höchstens eine Stunde täglich und Kinder ab elf Jahren maximal zwei Stunden am Tag fernsehen - natürlich nur altersgerechte Sendungen.

Da die Flimmerkiste nun mal aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken ist, müssen wir unserem Nachwuchs einen maßvollen und vernünftigen Umgang mit dem Fernseher beibringen! Ja, genau WIR! Wir sind Vorbilder. Wenn z.B. der Fernseher nicht nur im Hintergrund läuft und wir nur wirklich gezielt Sendungen ansehen, können wir erwarten, dass sich auch unsere Kinder entsprechend verhalten. Es ist ähnlich wie mit den Süßigkeiten: Verbieten macht keinen Sinn, zu viel ist ungesund, das richtige Maß dagegen kann sinnvoll und schön sein. Machen Sie auch das Fernsehen zu einem Ritual, das festen Grundregeln folgt.

Hilfreiche Fernseh-Regeln
* Auch wenn es zugegebenermaßen schwerfällt, sollten Sie den Fernseher nicht als "Babysitter" einsetzen, um Ihre Ruhe zu haben.
* Legen Sie strikte, altersgerechte (siehe Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) Fernsehzeiten bzw. Sendungen (Hinweise geben häufig die Programmzeitschriften) fest! Wichtig: Wenigstens genauso viel Zeit für Bewegung einplanen!
* Machen Sie deutlich, dass Fernsehen etwas ganz Besonderes ist, indem Sie das Gerät nur für die ausgewählten Sendungen einschalten und sofort danach wieder ausstellen.
* Beschränken Sie dann diese Zeiten auf feste Sendungen, wie das tägliche "Sandmännchen" (5 Minuten) oder die sonntägliche "Sendung mit der Maus" (30 Minuten).
* Nachrichten sind keinesfalls kindgeeignet! Sie haben für Kinder keinen informativen, sondern nur einen bedrohlichen Effekt. Natürlich können Sie innerhalb der Familie jedoch über wichtige Vorfälle in der Welt sprechen. Sie allein wissen am besten, was Ihr Kind wie verarbeiten kann.
* Achten Sie bei der Auswahl der Sendungen auch auf Qualität! Wenn Sie Kindersendungen gemeinsam ansehen, können Sie Fragen beantworten und das Gesehene nachbesprechen. Außerdem bekommen Sie am besten mit, wie Ihr Kind auf Spannendes reagiert und das Gesehene verkraftet. Außerdem gibt es auch tolle Sendungen über Tiere und Natur, die viel Wissenswertes zeigen, was man später auch durch Bücher und Gespräche weiter vertiefen kann.
* Essen Sie nicht vor dem Fernseher. Das führt nur dazu, dass auch Ihre Kinder sich das Essen nebenbei unbewusst hineinstopfen.

Alternativen zum Fernsehen gibt es übrigens jede Menge, und die müssen auch nicht teuer sein! Genießen Sie am Wochenende z.B. mehr Zeit mit der Familie: Spielen, lesen, reden Sie miteinander, gehen Sie raus, unternehmen Sie etwas oder planen Sie tolle Ausflüge. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, sich unter der Woche mit Freunden zu treffen. Sie werden feststellen, dass der Fernseher seinen hohen Stellenwert verliert bzw. erst gar nicht gewinnt...

Quellen: "Das Erziehungs-ABC von Angst bis Zorn" von Petra Stamer-Brandt & Monika Murphy-Witt und "Die schönsten Rituale für Kinder" von Petra Kunze und Catharina Salamnder (beide Gräfe und Unzer)

Fotos: 1. Stephanie Hofschläger 2. Sybille Daden (beide Pixelio)