Neu erschienen: Lesenswerte Romane

Das Leben kann schon sehr merkwürdige Wege einschlagen! Davon können die beiden sehr unterschiedlichen Heldinnen unserer Buchtipps wirklich ein Lied singen. Findelkind Cat bekommt die gesamte Belegschaft eines Hotels als Paten und Hanna wird durch die Umstände gezwungen, ihre selbstgewählte Deckung zu verlassen und sich in die örtliche Politik einzumischen.

Hotel du Barry oder das Findelkind in der Suppenschüssel
London 1919: Daniel du Barry, der reiche Erbe des gleichnamigen Hotels, ist zutiefst deprimiert: Sein Vater und seine beiden Brüder sind tot, er selbst durch den Ersten Weltkrieg traumatisiert und seine große Liebe, der Draufgänger Matthew, ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Da entdeckt er in einer silbernen Supenschüssel im Servierwagen des Zimmermädchens Mary ein lachendes Baby. Wie er erst später erfährt, hat sich die gesamte Belegschaft des Hotels zu Paten dieses entzückenden kleinen Mädchens erklärt, um es vor dem Waisenhaus zu bewahren. Daniel ist begeistert. Da er sich schon immer eine Familie gewünscht hat, adoptiert er die kleine Cat und macht Mary zu seiner persönlichen Asssistentin. Wenn nicht Edwina, die Schwester von Matthew, die Daniel zum Schein geheiratet hat, immer wieder für Probleme sorgen würde, hätten alle im Hotel ein tolles, buntes Leben. Doch auch so hat die hübsche, begabte Cat eine ganz wunderbare, außergewöhnliche Kindheit. Doch dann ziehen dunkle Wolken auf...

Sehr witzig, manchmal deftig und sehr deutlich, aber auch immer wieder sehr romantisch und gefühlvoll - all das ist dieser Roman. Es macht Spaß, mehr über das Innenleben eines so großen Luxushotels und der vielen Menschen, die dort arbeiten, zu erfahren.Und natürlich möchte man gerne wissen, wie die kleine Cat in dieses Hotel geraten ist...

"Hotel du Barry oder das Findelkind in der Suppenschüssel" von Lesley Truffle ist als gebundenes Buch bei Harpercollins erschienen und kostet 18 Euro.

Die Bücherei am Ende der Welt
Nach dem traumatischen Ende ihrer Ehe hat Hanna (Anfang 50) ihr komfortables Leben in London aufgegeben und ist mit ihrer Tochter, damals 16, in ihre Heimat Irland zurückgekehrt. Inzwischen ist ihre Tochter erwachsen und sie lebt immer noch im Haus ihrer rechthaberischen Mutter. Wenigstens hat sie einen Job: Sie leitet die örtliche Leihbücherei und fährt jede Woche mit dem Bücherbus über die Dörfer. Aber so richtig warm geworden ist sie nicht wieder mit ihren Landsleuten und manchmal fühlt sie sich einsam und unglücklich. Wenn sie doch wenigstens ein eigenes Zuhause hätte! Dann kommt ihr eine Idee: Ihre verschrobene Tante hatte ihr ihr baufälliges Cottage vermacht, malerisch gelegen über einer Klippe mit Blick aufs Meer - das wäre es doch! Inzwischen ist das Dach eingefallen und das Haus ist umgeben von Gestrüpp und Schutt. Als sie dann tatsächlich jemanden trifft, der das Haus renovieren könnte, bekommt sie eine harte Lektion im Umgang mit irischen Dickschädeln. Und auch in der Leihbücherei tut sich so einiges, was sie zwingt, sich mehr zu engagieren, als sie eigentlich wollte...

Eine Frau in den mittleren Jahren, die selten die richtigen Entscheidungen trifft, die wilde irische Landschaft, verschrobene Dorfbewohner mit dem Willen, zusammen zu halten und den Kampf gegen die Obrigkeit aufzunehmen - alles Zutaten für ein großes Lesevergnügen! Autorin Felicity H. McCoy stammt aus Dublin und arbeitet als Autorin und Schauspielerin am Theater, fürs Fernsehen und Radio. Sie bereits drei Sachbücher veröffentlicht, dieses ist ihr erster Roman.
"Die Bücherei am Ende der Welt" von Felicity H. McCoy ist als Taschenbuch bei rororo erschienen und kost 9,99 Euro.

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