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Markenwahn und skrupellose Geschäftemacherei, Spielsucht und Gewalt, düstere Geheimnisse und Mord - in diesen (Hör-)Büchern für Jugendliche geht es wirklich rund. Zwei spielen in der Gegenwart und treiben einige Phänomene unserer Zeit auf die Spitze, das dritte spielt in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts - und ist ein typischer Carlos Ruiz Zafón.
Cool Hunter Hunter Braque (17) geht zwar noch zur Schule, hat aber auch schon einen coolen Job: Er ist Trendscout und auf den Straßen von New York auf der Jagd nach den neuesten modischen oder Lifestyle-Ideen. Eines Tages entdeckt er ein Mädchen, das ihre Sneaker auf nie da gewesene Art und Weise zubindet, und fragt sie, ob er das fotografieren darf. Er darf und kommt mit der lässige Jen, einer echten Innovatorin, ins Gespräch und nimmt sie mit zu einer Coolnessprobe bei seiner Auftraggeberin Mandy. Er und die anderen Trendscouts sollen dort den neuen Werbefilm eines bekannten Sneaker-Herstellers bewerten. Nachdem Mandy von Jen erst nicht so begeistert schien, will sie sich plötzlich am nächsten Tag mit Hunter und Jen treffen. Doch sie erscheint nicht zu dem Treffen, die beiden finden nur ihr Handy in einer leer stehenden Fabrikhalle. Dort entdecken Jen und Hunter ein Paar absolut megahippe Sneaker, die ihnen jedoch bald von ein paar unheimlichen Gestalten abgejagt werden. Doch kurze Zeit später lassen diese unheimlichen Gestalten ihnen eine Einladung zu einer mega-hippen Party zukommen. Wo ist Mandy und was hat das alles zu bedeuten? Jen und Hunter wollen es herausfinden und geraten in einen Strudel merkwürdiger Ereignisse.
Die Macht der Marken und der Zwang unbedingt cool zu sein zu wollen, werden hier ironisch auf die Spitze getrieben. Warum ist ein bestimmter Sneaker cool? Und warum ist eine bestimmte Jeansmarke mega-out? Sollte es vielleicht an einer besonders cleveren Marketing-Strategie liegen? Auf sehr spannende Art und Weise wird Jugendlichen hier vorgeführt, wie leicht man in die Konsum-Falle tappt... Scott Westerfeld ist Komponist, Software-Designer und hat schon viele erfolgreiche Science Fiction- und Jugendbücher geschrieben. Er lebt in New York und Australien. „Cool Hunter“ von Scott Westerfeld ist als Taschenbuch bei cbt erschienen, für Jugendliche ab 12 Jahren geeignet und kostet 7,95 Euro. Erebos Nick ist irritiert: Sein Freund Colin erscheint nicht zum Basketballspiel, schwänzt die Schule und wenn er da ist, wirkt er völlig abwesend. Bald weiß er warum: An ihrer Schule wird ein Computerspiel namens Erebos herumgereicht. Auch Nick bekommt eines Tages eine Kopie und es ergeht ihm wie allen anderen: Er wird süchtig danach. Die Spielregeln sind streng und bei der Anmeldung muss Nick seinen richtigen Namen angeben – alles andere akzeptiert das Spiel nicht. Jeder hat nur eine Spiel-Chance, er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Wer gegen die Spielregeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel auch nicht mehr starten. Doch wieso müssen die Aufgaben, die Erebos stellt, nicht in der fiktiven Welt, sondern in der Wirklichkeit ausgeführt werden? Eines tages bekommt Nick den Befehl, einen Menschen umzubringen. Natürlich weigert er sich und wird prompt vom Spiel ausgeschlossen. Als auch noch sein Freund Jamie schwer verunglückt, begreift Nick, wie gefährlich dieses Computer-Spiel wirklich ist...
Schritt für Schritt geht der Leser mit Nick in die düstere Welt dieses Spiels, verfolgt seinen Weg durch düstere Gegenden, erlebt seine ersten Kämpfe – und kann sich gut vorstellen, warum dieses Spiel – und andere dieser Art – süchtig und einsam machen! Sehr spannend und auch beängstigend, dieser Thriller, weil er, trotz der fantastischen Elemente, so realistisch ist. „Erebos“ von Ursula Poznanski ist bei Loewe erschienen, für Jugendliche ab 12 Jahren geeignet und kostet 14,90 Euro. Hörbuch: Der dunkle Wächter Paris 1936: Die wohlhabende Familie Sauvelle trifft ein große Unglück: Armand, der Vater, stirbt und lässt die Familie mittellos zurück. Von der vornehmen Wohnung am Boulevard Haussmann müssen Simone und Ihre beiden Kinder, Irene (14) und Dorian (10), in eine winzige Wohnung über einem Schreibwarenhandel ziehen, sie werden von Gläubigern gejagt und müssen sich mit schlecht bezahlten Jobs über Wasser halten. Doch nach einem halben Jahr bekommt Simone ein gutes Angebot: Sie soll als Haushälterin bei einem ehemaligen Spielzeugfabrikanten und dessen kranker Frau arbeiten. Sie leben in dem palastartigen Anwesen Cravenmoore an der Küste der Normandie. Simone und ihre Kinder können in einem zweistöckigen Holzhaus direkt auf einer Landzunge ganz in der Nähe wohnen. Der Hausbesitzer Lazarus Jann entpuppt sich als freundlicher, älterer Herr mit großen, blauen Augen und humorvoller Art. Seine ganze Villa ist vollgestopft mit dem phantastischsten mechanischen Spielzeug. Beim ersten gemeinsamen Abendessen erklärt Lazarus Jann, was er von ihnen erwartet und welche Räume sie nie betreten dürften: Die Spielzeugwerkstatt, alle Räume im ersten Stock und den Westflügel, der von seiner kranken Frau bewohnt wurde. Am nächsten Tag lernen sie die sechszehnjährige, quirlige Hanna kennen, die als Zimmermädchen und Köchin auf Cravenmoore arbeitet. Durch sie lernen sie bald das Dorfleben kennen. Eines Tages macht Hanna Irene mit ihrem Cousin Ismael (16) bekannt. Die beiden verlieben sich ineinander. Es könnte also ein schöner Sommer werden, wenn nicht das Böse in den dunklen Ecken von Cravenmoore lauern würde. Und auch im Wald lauert eine unheimliche Gestalt...
Wer schon „Schatten des Windes“ und „Das Spiel des Engels“ geliebt hat, muss natürlich auch diese Geschichte lesen oder hören! Auch sie düster, melancholisch und sehr, sehr spannend... Carlos Ruiz Zafón schrieb sie bereits 1995, vor den beiden anderen Büchern, als Geschichte für Jugendliche. Rufus Beck ist der wie immer geniale Sprecher der ungekürzten Lesung (440 Minuten). „Der dunkle Wächter“ von Carlos Ruiz Zafón ist als Hörbuch (6 CDs) beim Argon Verlag erschienen, für Jugendliche ab 14 Jahren geeignet und kostet 24,95 Euro. Die Buchausgabe vom Fischer Verlag kostet 17,95 Euro.
Foto 1: Jutta Grashoff, Pixelio
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