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Familienspiele
Kindersoftwarepreis TOMMI 2007
ImageAm 12. Oktober wurden auf der Frankfurter Buchmesse die besten Kinderspiele des Jahres gekürt. Zehn Titel wurden von einer Fachjury für die Endrunde nominiert und zusätzlich drei Programme für den Sonderpreis „Kindergarten & Vorschule“.

Zum sechsten Mal wurde am 12. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse der Deutsche Kindersoftwarepreis TOMMI verliehen. Ursprüngliche Motivation zur Vergabe dieses Preises war es, den Eltern eine Orientierungshilfe im Software-Dschungel zu bieten.
Die Hersteller von Kindersoftware, Lernsoftware und Computerspielen haben über 60 Spiele eingereicht, um eine der begehrten Auszeichnungen zu erhalten. Zehn Titel wurden von einer ebenso kompetenten wie kritischen Fachjury ausgewählt. Zu ihr zählen Christoph Drösser (Die Zeit), Frank Patalong (Spiegel Online), Anna Quick (Kids-Portal), Julia Rahmelow (spielen und lernen), Thomas Rankenburg (ZDF tivi), Rolf von der Reith (Familie & Co), Kurt Sagatz (Tagesspiegel), Dr. Michael Spehr (FAZ) und Sven Stillich (Stern). Als Medienpädagogen haben Dr. Helmut Meschenmoser (LISUM) und Prof. Dr. Stefan Aufenanger (Uni Mainz und wissenschaftlicher Leiter der Stiftung Lesen) die Spielebewertung begleitet.

Wie immer hatte nun aber die über die ZDF-Kindersendung tivi organisierte zehnköpfige Kinderjury das letzte Wort. Nur wenige Wochen hatten die Mädchen und Jungen zwischen sieben und zwölf Jahren Zeit, um die nominierten Spiele auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor sie ihre drei Top-Favoriten wählten. Spiel- und Freizeitspaß alleine reichten für ihre Entscheidungen nicht aus: Es ging ihnen auch um Lerneffekte, Benutzerfreundlichkeit und Wiederspielwert. So prüften sie neben diversen Simulations- und Strategiespielen auch Adventures und Lernspiele. Dabei wurden die Spiele nicht untereinander verglichen, sondern jeweils an ihrem eigenen Anspruch gemessen.

Neben den zehn Nominierungen wurden erneut zusätzlich drei Titel für den Sonderpreis
Kindergarten & Vorschule festgelegt. Der Medienpädagoge und wissenschaftliche Direktor der Stiftung Lesen, Prof. Stefan Aufenanger, wählte gemeinsam mit seinen Studenten unter den Einreichungen drei Spiele aus. Auch hier hatten Kindergartenkinder und Vorschüler der Städtischen Kindertagesstätte auf dem Universitätsgelände Mainz im Alter zwischen vier und fünf Jahren das letzte Wort.
Herausgeber des Preises sind die Zeitschrift für Eltern und Kinder „spielen und lernen“ und das Büro für Kindermedien „Feibel.de“ in Berlin. Die Stiftung Lesen ist in diesem Jahr neuer Partner des Kindersoftwarepreises. Unterstützt wird die Auszeichnung 2006 vom Deutschen Kinderhilfswerk, T-Online und ZDF tivi.

Preisträger und Begründungen der Fachjury

ImagePlatz 1: Die Siedler – Aufstieg eines Königreichs
Ewig wuselt es auf dem Schirm: Eines der besten Strategie- und Aufbauspiele wird immer detaillierter. Städte wachsen heran und mit ihnen Probleme und Bedürfnisse. Da ist strategisches Denken gefordert. Zwar hat der Klassiker per se keinen pädagogischen Effekt, schult aber das Prinzip Ursache, Wirkung und Organisation. Komplex, aber nicht kompliziert – und klasse.
Das sagt die Kinderjury:
„Das Strategie- und Aufbauspiel „Die Siedler“ hat den TOMMI verdient, weil wir selber entscheiden, was wir bauen und dabei viele Aktionen machen können. Schön ist, dass es so viele verschiedene Ritter zur Auswahl gibt, wobei jeder andere Fähigkeiten hat. Es ist faszinierend, ein eigenes Königreich aufzubauen und auf Tiere, Essen, Rohstoffe und die Bedürfnisse der Menschen zu achten. Wir finden es auch gut, dass wir nie Schulden haben. Es gibt einfach ein Limit an Geld, und damit müssen wir halt zurecht kommen. Toll ist der Zoom: Wir können den Menschen von ganz nah bei der Arbeit zusehen, und sogar die Kühe und Schafe machen „Muh“ und „Mäh“. Es wirkt alles sehr echt. Während des Spiels feiern wir immer wieder lustige Feten. Und es gibt viel über das Mittelalter zu lernen. Die Installation dauert zwar etwas lange, aber es lohnt sich. Es gibt so viel zu tun, dass es nie langweilig wird. Wir würden es immer wieder spielen.“
Das sagt der Entwickler Benedikt Grindel (Blue Byte):
„Kinder – große wie kleine – wird insbesondere die lebendige Welt, die sie selber erschaffen haben, beeindrucken. Die Spieler können die Vorgänge in der Stadt beobachten. Somit werden auch die wirtschaftlichen Zusammenhänge nachvollziehbar: Der Bauer bringt Korn ins Lager, der Bäcker holt sich die Ressource zur Bäckerei, backt Brot, das die Siedler-Bevölkerung von der Bäckerei konsumiert. Außerdem erzählen wir noch eine spannende Geschichte und bringen Kindern den Alltag im Mittelalter näher.“

ImagePlatz 2: Meine Tierklinik in Afrika
Nachfolger des TOMMI-Gewinners 2006: Nicht nur Tierfreunde werden dieses Spiel lieben. Denn wer erst einmal angefangen hat, die Tierklinik im afrikanischen Busch zu leiten, kann fast nicht mehr aufhören. Es macht einfach riesigen Spaß, die Krankheiten der Erdmännchen, Erdferkel, Leoparden- und Löwenbabys richtig zu diagnostizieren und zu heilen. Tierisch!
Das sagt die Kinderjury:
„Das Simulationsspiel „Die Tierklinik in Afrika“ hat den TOMMI verdient, weil wir darin kranken Tieren helfen. Besonders gefällt uns, dass es Tiere aus Afrika sind. Während des Spiels bekommen wir viel Wissen über sie vermittelt, und die gemachten Fotos lassen sich ausdrucken. Schön ist, dass es Infoseiten über die Krankheiten gibt und wir alles über ihre Entstehung und Behandlung erfahren. Dieses Wissen ist nötig, um bei der Untersuchung die richtige Diagnose zu stellen. Im Gehege werden die Tiere gestreichelt, gefüttert und nachbehandelt. Werden sie richtig kuriert, geht es ihnen schnell besser. Sind die Tiere gesund, spricht sich der Ruf des Tierarztes herum und es wird Geld verdient. Damit lassen sich noch mehr neue Bücher mit wichtigen Informationen kaufen. Auch auf die eigene Gesundheit wird geachtet. Die Tierärztin muss auch selber essen und schlafen. Das Spiel kann immer wieder gespielt werden, ohne langweilig zu werden.“
Das sagt der Publisher Axel Ruske (Braingame):
„Im Vordergrund stehen das Diagnostizieren, Pflegen und Hegen von Tieren sowie der Umgang mit Geld. Spielerisch vermittelt „Meine Tierklinik in Afrika“ Verantwortungsbewusstsein und Wissen über Tierkrankheiten und deren Behandlung. Darüber hinaus fördert der Titel das Sprachenlernen. Dem Kind wird es ermöglicht, während des Spiels zwischen den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch oder Italienisch zu wählen.“

ImagePlatz 3: Wild Earth Africa
Schießen ja, aber nur Fotos: Die Ego-Perspektive vermittelt das Gefühl, tatsächlich „vor Ort“ in Afrika zu sein. Als Journalist schleicht sich der Spieler mit seiner Kamera an Elefanten und Giraffen heran – immer auf der Suche nach dem besten Motiv. Die geschossenen Bilder erscheinen später in einem Artikel. Eine Safari für das Kinderzimmer, bei der es auch noch einiges zu lernen gibt. Stark!
Das sagt die Kinderjury:
„Das Simulationsspiel „Wild Earth Africa“ hat den TOMMI verdient, weil es sehr realistisch ist und es so viele verschiedene Tiere zu fotografieren gibt. Die Informationen, die wir während des Spiels zu den Tieren und ihren Eigenheiten erhalten, sind sehr interessant und wissenswert, aber nie langweilig oder zu viel. Wir können ganz nah an die Tiere rangehen und sie beobachten. Dabei haben wir das Gefühl, „mittendrin“ in einer echten Safari zu sein. Wir haben schon einen Riesenschreck bekommen, als auf einmal ein Löwe vor uns stand oder wir aus Versehen gegen eine Giraffe gelaufen sind. Wir müssen in elf Fotosafaris nach bestimmten Motiven, zum Beispiel nach Elefantenhaufen, suchen und sie fotografieren. So ist stundenlanger Spielspaß garantiert. So ganz nebenbei lernen wir auch noch eine bisschen fotografieren. Auch die Specials wie Hubschrauberflug oder Jeepsafari sind cool und bringen Abwechslung in das sehr kurzweilige Spiel.“
Das sagt der Publisher Andreas Litke (Empire Interactive):
„Das Spiel „Wild Earth: Africa“ zeigt den Spielern die einmalige Serengeti-Wüste. Kinder sind von Natur aus sehr neugierig, und das Spiel fördert die Koordinationsfähigkeit und die  Beobachtungsgabe bei jungen Spielern. In „Wild Earth: Africa“ erkunden sie als Fotograf eine einmalige Tier- und Pflanzenwelt. Das Spiel belohnt die Neugierde der Kinder und fördert sie, denn immer wieder gibt es lohnende Zusatzinformationen zu entdecken.“

Weiterhin nominiert waren:

ImageGenius: Im Zentrum der Macht (Cornelsen)
Wir sind Kanzlerin: In diesem Spiel gilt es, Verantwortung für Region und Bürger zu übernehmen. Politik fordert Dialog und Interessenabwägung, Kompromisse müssen gefunden werden. Bestimmte „Spielregeln“ gilt es zu beachten, um die demokratische Grundordnung zu sichern. Sehr gelungene Kombination aus Lern- und Spielsoftware. Und absolut spannend.



ImageKuck mal!- Steinzeit (USM)
Blick zurück: Der Neandertaler hatte ein größeres Hirnvolumen als der heutige Mensch und war alles andere als eine Dumpfbacke. Kleine Filme, Lexikoneinträge und Spiele sorgen für ein umfassendes Bild. Wer gut aufpasst, schafft es, einen Dolmen zu bauen. Lehrreiche Software, tolle Bilder, alles gut aufbereitet. Edutainment in seiner besten Form.




ImageApselut Spunk! Die große Astrid-Lindgren-CD-ROM (Oetinger)
Aus Buch wird Spiel: Der Titel strotz nur so vor Ideen, kleinen und großen Einfällen. Es gibt viel zu entdecken, auszuprobieren, anzuklicken. Dabei ist das Spiel nicht kindisch, sondern hat vielmehr etwas Seltenes: einen eigenen Stil. Zudem geht „Apselut Spunk!“ sehr liebevoll mit Astrid Lindgrens kleinen Helden um und macht Lust, die Bücher (noch einmal) zu lesen.



ImageDie märchenhaften Abenteuer des Hans Christian Andersen (Braingame)
Der junge Hans Christian muss, um ein berühmter Schauspieler zu werden, jede Menge Abenteuer bestehen. Keine Gewalt, sondern List und Tricks sind gefragt. Immer wieder spielen Gespräche die wesentliche Rolle, die zur Lösung führen. Kinder lernen, Probleme zu lösen. Besonders gefällt die Botschaft des Spiels: Kommunikation ist alles.




ImageO!Kay – Third Edition 2007: Summer in London (Domino)
Speak to mir: Endlich ein Sprach-Lern-Spiel, das auch wirklich funktioniert, bei dem keiner
dauernd stecken bleibt, das nicht furchtbar nervig ist, und auch noch riesigen Spaß macht. Der
ideale zweisprachige Medienmix besteht aus einem Heft, einer Audio-CD und einer CD ROM. Und tolle Games gibt es auch noch zwischendurch. Besser gehts nicht.



ImageJack Keane (10tacle)
Stecht in See, aber nicht daneben: Ein Adventurespiel, in dem schräger Humor und knifflige Rätsel im Vordergrund stehen. Neben der Story um einen verrückten Teeplantagenbesitzer
sorgen harte Knobelnüsse, exzellente Grafik und hervorragende Synchronsprecher für großes Vergnügen. Toll: Mehrere Lösungswege sind möglich. Lustig, listig, ein Knaller.




ImageColorelli (Wacom)
Maus vor dem Aus: Mit Colorelli liegt eine pfiffige Software vor, die grafisches Gestalten, Spielen und kleine Abenteurer miteinander verbindet. Gezeichnet und navigiert wird mit elektronischen Stift und Grafiktablett anstatt mit der für Kinder schlecht ausgelegten Computermaus. Kreativ, innovativ und kindgerecht in Reinform.

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