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Diagnose Krebs: Spätestens jetzt richtig ernähren
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Die Diagnose Krebs trifft viele wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Hilflos stehen die Betroffenen plötzlich einer nüchternen Gerätemedizin gegenüber, die sie nicht verstehen und der sie sich doch ausliefern sollen. Dabei können sie selbst aktiv werden und ihre Therapie mit der richtigen Ernährung aktiv unterstützen...
Durch die sensationelle Entdeckung eines neuen Gens und des dadurch gebildeten Proteins – des Transketolase-like-1 (TKTL1) - durch Dr. Johannes F. Coy wurde die Grundlage für einen ganz neuen Therapieansatz bei Krebs geschaffen. Seine Überlegung: TKTL1 muss eine wichtige Rolle bei der Energiefreisetzung von Tumorzellen spielen. Genau genommen können Tumorzellen auf zwei Wegen ihre Energie gewinnen – über Verbrennung unter Nutzung von Sauerstoff und über Vergärung. Für die Energiegewinnung über Vergärung ist TKTL1 verantwortlich. Seine Studien am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg haben gezeigt, dass „vergärende Tumorzellen“ gefährlicher sind und die Überlebensrate von Tumorpatienten drastisch verschlechtern. Seine Erklärung dafür war, dass TKTL1-positive Zellen aggressiver sind, viel unempfindlicher gegenüber Strahlen- und Chemotherapie sein müssen und diese überleben. Sobald die Therapie beendet ist, können die Zellen sich weiter vermehren; der Tumor wächst dann trotz Therapie weiter. Dies wurde mittlerweile durch andere Studien bestätigt.
Doch warum ist das so, bzw. was macht TKTL1-Zellen so gefährlich? Ein Meilenstein in der Forschung zu TKTL1 war die Aufklärung des Stoffwechsels. Damit konnte Dr. Coy zeigen, dass durch Spaltung von Glukose mit Hilfe von TKTL1 Milchsäure entsteht. Milchsäure wird direkt aus der Zelle ausgeschieden und fördert so zwei entscheidende Prozesse: Zum einen zerstört Milchsäure umliegendes gesundes Gewebe, so dass der Tumor ungebremst wachsen kann und die Voraussetzungen für Invasivität und Metastasierung gegeben sind. Zum anderen bildet Milchsäure eine Art Schutzmantel - Immunzellen kommen weniger an den Tumor heran, um ihn zu zerstören.
Was ist nun das „Coy-Prinzip“? Die genaue Kenntnis des TKTL1-Stoffwechsels hat es nun möglich gemacht, ein Ernährungskonzept zu entwickeln, bei dem TKTL1-Zellen ihre Energie nicht über den TKTL1-Stoffwechsel gewinnen können. Die in der Zelle ankommenden Energielieferanten sind ohne TKTL1-Vergärungsstoffwechsel nicht verwertbar. In der Folge wechseln die Zellen wieder auf den Verbrennungsstoffwechsel. Stellt man der TKTL1-Zelle nur Öle und Fette zur Verfügung, kann diese keine Energie gewinnen und hungert sich quasi aus. Der Tumor kann dann keine Milchsäure mehr bilden und verliert seine Aggressivität bzw. die Fähigkeit zur Metastasierung. Das Ernährungskonzept das „Coy-Prinzip“ war geboren.
Was genau beinhaltet das „Coy-Prinzip“? Beim „Coy-Prinzip“ geht es darum, Lebensmittel mit einem hohen Eiweiß-, Öl-/Fett- und Ballaststoffanteil, dafür weniger Kohlenhydrate zu essen. Denn Brot, Nudeln, Reis, Kartoffel und reines Zucker sind die Energielieferanten für den Gärungsprozess. So wird den Krebszellen die Grundlage für ihr aggressives, zerstörerisches Verhalten entzogen. Ziel muss sein, den Blutzuckerspiegel nach dem Essen möglichst unten und die Insulinausschüttung minimal zu halten. Auch die Qualität der Lebensmittel ist wichtig: Produkte aus biologischem Anbau sollten bevorzugt werden; sie sind nicht durch Pestizide, Herbizide, Chemikalien, Radioaktivität, Antibiotika und Schwermetalle beeinträchtigt. Auf Fertigprodukte sollte möglichst verzichtet werden, da bei deren Herstellung viele wichtige biologischen Wirkstoffe zerstört werden. Und gerade die biologische Wirkung der sekundären Pflanzenstoffe spielen eine extrem wichtige Rolle bei der Anti-Krebs-Ernährung. Auch bei tierischen Produkten ist eine artgerechte Haltung und Fütterung von großer Bedeutung, da diese einen direkten Einfluss auf die biologische Wertigkeit der Lebensmittel haben. Um der durch die Milchsäureproduktion der Krebszellen verstärkten Übersäuerung des Körpers entgegenzuwirken, sollte zudem häufig zu Nahrungsmitteln mit entsäuernder Wirkung gegriffen werden. Besonders gut eignen sich dabei Milchsäure enthaltende, vergorene Lebensmittel, wie z.B. Buttermilch. Die Entsäuerung des Körpers kann man auch mit Zitrat, z.B. Magnesiumzitrat, unterstützen.
Die Anti-Krebs-Ernährung nach dem Ampel-Prinzip Das Ampelprinzip zeigt an, wie unterschiedlich Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel wirken. So können Kohlenhydrat-Schwergewichte von vorneherein vermieden werden, und man kann sich seinen individuellen Speiseplan recht einfach zusammenstellen. Die Lebensmittel auf der „Grünen Liste“ erhöhen kaum oder sogar gar nicht den Blutzuckerspiegel und sind daher bestens geeignet für die Anti-Krebs-Ernährung. Die Lebensmittel auf der „Gelben Liste“ können begrenzt nach dem Coy-Prinzip gegessen werden. Während die Nahrungsmittel und Getränke auf der „Roten Liste“ unbedingt vermieden werden sollten, da ihr hoher Zucker- bzw. Kohlenhydratanteil sie für das Coy-Prinzip gänzlich ungeeignet macht.
Hier finden Sie die „Grüne Liste“!
Hier finden Sie die „Gelbe Liste“!
Hier finden Sie die „Rote Liste“!
Eine Ernährungsumstellung reicht nicht... Natürlich reicht allein die richtige Ernährung nicht aus, um Krebs zu verhindern. Mittels fünf tragenden Säulen lässt sich jedoch eine individuelle Gesundheitsvorsorge aufstellen, die – wenn man sein Leben danach ausrichtet – das Risiko an Krebs zu erkranken, erheblich minimiert. Sie lauten: 1. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und medizinische Routinekontrollen. 2. Eine kohlenhydratarme, eiweiß- und ballaststoffreiche, ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil an wertvollen, aufeinander abgestimmten Ölen und Fetten; ebenso wichtig sind ausreichend Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. 3. Mindestens dreimal wöchentlich je 30 bis 45 Minuten ein intensives Ausdauertraining an der frischen Luft, dazu einmal pro Woche ein moderates Krafttraining. 4. Regelmäßige und ausreichend lange Schlaf- und Regernationsphasen. 5. Mindestens zwei bis drei Liter stilles Wasser – über den Tag verteilt getrunken.
„Die neue Anti-Krebs-Ernährung“ von Dr. Rer. Nat. Johannes F. Coy und Maren Franz
Dass etwas so Einfaches wie die tägliche Ernährung bei einer so gefährlichen Krankheit wie Krebs wichtig sein kann, klingt zunächst überraschend. Und doch kann eine veränderte Ernährungsweise eine wichtige Ergänzung zu den konventionellen Therapien darstellen. Mit seiner Entdeckung des Gen TKTL1 fand Dr. Johannes Coy den Schlüssel zur Bekämpfung von Krebserkrankungen. Auf welchen Erkenntnissen dieses neue Ernährungsprinzip genau beruht, warum es die Krebszellen angreift und wie Sie die Ernährung im Alltag mit den zahlreichen enthaltenen Rezepten leicht umsetzen können, erläutert Ihnen dieses Buch. Erschienen bei Gräfe und Unzer zum Preis von 19,90 Euro (208 Seiten, Klappenbroschur, ISBN: 978-3-8338-1663-5).
Fotos: 1. Getty, 2. Corbis
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