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Seite 1 von 2 Schätzungsweise die Hälfte aller Frauen über 30 ändern ihre Haarfarbe. Nach Berichten der Industrie wurden bereits im Jahre 1980 knapp 500 Millionen Euro für Do-it-yourself-Haarfarben ausgegeben, heute liegt der Betrag bei über eine Milliarde Euro. Bei uns gibt es ein kleines Haarfärbe-Knowhow...
Wie sehr man sein Haar auch pflegt und wie hübsch man es auch immer frisiert - eine langweilige, unbestimmte Haarfarbe oder eine, die nicht zur Haut passt, beeinträchtigt das gute Aussehen enorm. Eine Typveränderung gelingt durch das Färben der Haare. Doch beim Haarefärben sollte man vorsichtig ans Werk gehen, denn jede Haarfarbe verändert auch auf Dauer Farbe und Natur des Haares. Wenn es einmal gefärbt oder gebleicht wurde, dann hat man es mit Haar zu tun, das sich anders verhält und anders reagiert als das einstmals „jungfräuliche“ Haar. Eine andere Einschränkung, die man bezüglich Färben und Bleichen von Haar hat, betrifft die Länge des Haares und eine dritte die Wahl der Farbe und der Färbetechnik. In Anbetracht all dieser Überlegungen ist eine Färbung im Do-it-yourself-Verfahren selten zu empfehlen, mit Ausnahme von Tönungen oder halbpermanenten Produkten. Die am weitesten verbreiteten Methoden, um die natürliche Haarfarbe zu verändern, sind: Aufhellen oder Bleichen, Dauerfärben, Strähnen, Tönungen und Spülungen. Wir wollen auf die einzelnen Methoden kurz eingehen und Ihnen aufzeigen, worauf man achten sollte...
Bleichmittel und Aufheller Egal ob man sie nun Blondiermittel, Bleichmittel oder Aufheller nennt, alle diese Produkte tun ein- und dasselbe: sie entfernen Farbe aus dem Haar. Wenn ein Bleichmittel angewandt wird, dann geht das Haar durch sieben Stufen eines Wechsels: 1. Schwarz, 2. Braun,. 3. Rot, 4. Rot-Gold, 5. Gold, 6. Gelb, 7. Hellgelb oder Weiß. Natürlich ist die Anzahl der Stufen, durch die man beim Bleichen geht, nicht nur von der Ausgangsfarbe abhängig, sondern auch von der angestrebten Schattierung. Häufig bringt Bleichen allein nicht das gewünschte Ergebnis. In solchen Fällen muss nach der Entfernung der Farbe aus dem Haar eine Färbung oder Tönung extra zugesetzt werden. Diese Methode ist als Zwei-Phasen-Prozess bekannt und absolut nicht empfehlenswert, da zuerst die natürlichen Öle zusammen mit der Farbe entfernt und dann Kopfhaut und Haar mit schädlichen Chemikalien malträtiert. Das einstmals schöne Haar verliert seine seidige Textur und muss sehr kurz gehalten werden. Besser ist dann der Ein-Phasen-Prozess, der das Haar zwar nicht extrem hell werden lässt, aber mithilfe guter und dennoch notwendiger Haarpflege keine Protein- und Fettverluste des Haares entstehen. Es gibt auch sanfte Aufheller, die man wie Shampoos verwenden kann, einige dieser Produkte schließen sogar eine Tönung ein. Andere Bleichmittel nutzen Hitze, um den Prozess in Gang zu bringen, z.B. die Sonne oder den Föhn.
Dauerhafte Haarfarben: eindringend oder umhüllend? Es gibt zwei verschiedene Arten von Haarfärbeprodukten: eindringende Farben und umhüllende Farben. Einmal angewandt, bleiben beide Typen auf dem Haar, bis die Farbe herauswächst oder das Haar durch eine andere Behandlung verändert wird, z.B. durch Bleichen oder Strähnen. Diese Farben werden nicht herausgewaschen und können den Naturton des Haares vollständig verändern, sie können verdunkeln oder aufhellen und sogar Grau überdecken. Bei der derzeit am häufigsten angewandte Haarfärbetechnik dringt die Farbe durch die äußere in die innere Schicht des Haares ein, wo das Peroxid, das in dem Produkt enthalten ist, oxidiert oder sich in ein dauerhaftes Pigment verwandelt. Dieses wiederum wird genauso wie natürliches Pigment im Haarschaft abgelagert. Eindringende Farben sind für eine dauerhafte Färbung am beliebtesten, weil sie natürlich aussehende Töne produzieren, die nicht verblassen. Pflegende Öle sind diesen Präparaten beigemischt; daraus resultiert eine Verbesserung der Haartextur. Nur noch selten werden heutzutage die Mittel verwendet, die die äußere Schicht (Kutikula) des Haares mit Farbe umhüllen. Umhüllende Farben produzieren stumpfe, „flache“ und unnatürlich aussehende Schattierungen, weil die Umhüllung das Tageslicht davon abhält, in die transparente Kutikula einzudringen, sodass natürliche Unregelmäßigkeiten betont werden können.
Strähnen lieber vom Profi Beim Strähnen, das manchmal auch „highlighting“ (Glanzlichter setzen) genannt wird, werden einzelne Partien aufgehellt. Das kann bei Aschblonden oder Haselbraunen sehr attraktiv sein, ist aber keine gute Lösung für ergrauende brünette Frauen. Der Kontrast zwischen dem dunklen Haar und den aufgehellten Strähnen wirkt unvorteilhaft. Besser ist, die Haare grau zu lassen, wenn man damit hübsch ausieht und ein junges Gesicht hat, oder das Grau gleichmäßig mit einer anderen oder der ursprünglichen Haarfarbe zu überdecken. Ein anderes Problem besteht darin, dass die Bleichmittel die Struktur der behandelten Haare verändern, aber eben auch nur der behandelten. Die Folge: Man hat es hinterher mit zwei verschiedenen Haartypen zu tun, und das bringt Schwierigkeiten für die Pflege und die Frisur mit sich. Darüber hinaus kann der Effekt grell oder zu betont ausfallen, wenn die Behandlung nicht korrekt durchgeführt wurde. Wenn man sein Haar strähnen will, dann sollte man sich vergewissern, dass es richtig gemacht wird, oder ansonsten lieber die Finger davon lassen. Zwei verschiedene Methoden sind möglich: Gewöhnlich enthalten die Packungen für die Behandlung zu Hause eine Haube mit Löchern, durch die einzelne Strähnen, die aufgehellt werden sollen, hindurchgezogen werden. Bei einer anderen Technik werden einzelne Strähnen herausgegriffen und mit Aluminiumfolie umwickelt, um sie vom übrigen Haar abzutrennen. Das ist sicherer als die Haube, bei der es schwer ist, festzustellen, welche Strähnen und wie viel Haar man zum Aufhellen herauszieht. Der Vorgang ist schwierig; selbst wenn es Ihnen beim ersten oder zweiten Mal gut gelingen sollte, kann man später alle möglichen Probleme bekommen, wie zum Beispiel Überbleichen, Oxidation u.a.. Wer mittelbraunes Haar hat oder etwas heller ist, dem ist eher die natürliche Methode zu empfehlen, bei der man etwas Zitronensaft auf das Haar aufträgt und sich dann in die Sonne setzt (aber Vorsicht vor der UV-Strahlung).
Tönnungen sind sehr viel sanfter Haarfärbemittel, die als semi-permanent oder als Haartönungen bezeichnet werden, sind sehr sanft und bedürfen keines Peroxidentwicklers. Die Haarfarbe, die durch solche Produkte entsteht, verblasst langsam und natürlich, normalerweise nach ungefähr fünf Haarwäschen. Eine Tönung ist dann empfehlenswert, wenn man eine Farbe zum ersten Mal ausprobieren und die Haarfarbe nicht dauerhaft verändern will - entweder weil man noch nicht sicher ist, was man will, oder weil man sich wegen der Folgen Sorgen macht. Diese Mittel sind auch gut geeignet, um graues Haar zu überdecken (und um einen Gelbstich zu entfernen), oder für jüngere Frauen, die ihre natürliche Haarfarbe vertiefen oder Highlights hinzufügen wollen. Eine Tönung ist ziemlich sicher und einfach selbst durchzuführen. Die Ergebnisse sind sehr natürlich, und die Farbe reibt sich nicht auf dem Kopfkissen oder der Kleidung ab. Nachfärben erübrigt sich, weil ohnehin alle vier Wochen eine neue Anwendung ansteht. Darüber hinaus verbessert sich der Zustand des Haares dank pflegender Füllmittel in den Präparaten nach jeder Anwendung.
Farbspülungen: häufig kleine Lückenbüßer Diese werden häufig von Frauen benutzt, die schnell ihre natürliche Haarfarbe aufhellen oder die verblassende Farbe zwischen zwei Nachfärbungen auffrischen wollen. Manche Spülungen können nach der Haarwäsche direkt aufgetragen werden, andere müssen entsprechend der Anweisung im richtigen Verhältnis verdünnt werden.
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