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Gemmotherapie – Die Heilkraft der Knospen

Zahlreiche naturheilkundliche Therapien verschaffen uns Menschen Linderung bei vielen kleinen Wehwehchen. Die Gemmotherapie ist eine neue Form der Pflanzenheilkunde, bei der Extrakte aus Knospen eingesetzt werden, die z.B. regenerativ und ausgleichend wirken.

Knospenwissen neu entdeckt
Das Wissen um das Heilen mit dem Lebendigen der Bäume ist sehr alt. Bereits vor 8000 Jahren kannten die Menschen die außergewöhnlichen Kräfte der Knospen als Kraftnahrung, Energiefutter und Naturmedizin. Und auch viele Tiere nutzen, wenn sie krank sind, instinktiv die „Knospen-Apotheke“ und stärken sich z.B. mit Holler, Esche oder Ahorn. Doch nach wie vor ist kein anderer Pflanzenteil heute so unbekannt wie die Knospe, denn leider ist das Wissen um deren Heilkraft in Vergessenheit geraten. Erst langsam kommen die Knospen wieder ins Bewusstsein, vor allem durch die Erkenntnisse der Gemmotherapie…

Was verbirgt sich hinter der Gemmotherapie?
Die Gemmotherapie wird dem Bereich der Pflanzenheilkunde oder Phytotherapie zugeordnet. Beide Formen setzen pflanzliche Heilmittel ein. Allerdings werden bei der Phytotherapie meistens Rinde, Blüten oder auch die ganze Pflanze in getrocknetem Zustand verwendet, während die Gemmotherapie Auszüge der frischen Knospen, Triebspitzen (Schösslinge, Sprosse) oder Wurzeltriebe bestimmter Pflanzen (von der Birke den Baumsaft) nutzt. Dieses Pflanzengewebe befindet sich in der Vermehrung und ist reich an pflanzlichen Wachstumsfaktoren und Nukleinsäuren. In diesen Pflanzenteilen steckt die meiste Kraft und die ganze Energie der zukünftigen Pflanze. Früher gab es mehrere Probleme bei dieser Art der Pflanzenheilkunde: Die Haltbarkeit der Heilmittel war begrenzt und die Verfügbarkeit auf das Frühjahr begrenzt. Die moderne Form der Gemmotherapie hat nun einen entscheidenden Vorteil. Mittlerweile ist es möglich, dank einem schonenden Herstellungsverfahren die sensiblen Wirkstoffe der Pflanzen länger haltbar zu machen. Dennoch bleibt die händische Ernte mühsam und anspruchsvoll und natürlich ist man auf Nachhaltigkeit bedacht und es werden nicht alle Knospen gepflückt. Ziel der Gemmotherapie ist es also, die lebendigen Kräfte in den Pflanzen und deren aktive organische und anorganische Wirkstoffe, wie Enzyme, Aminosäuren, Mineralien, Vitamine oder Phytohormone, verfügbar zu machen und gegen alle möglichen Beschwerden einzusetzen.

Die Wirkstoffe in den Knospen
In den Knospen verbergen sich viele Wirkstoffe, die uns Menschen Gutes tun, z.B.:
* Phytohormone (Botenstoffe): Sie sind Wachstumsregulatoren, die Entwicklungs- und Wachstumsprozesse in Pflanzen steuern und regulieren. Sie sind das Nervensystem, mit dem Pflanzen Informationen versenden und empfangen können.
* Auxine: Das Wachstumshormon ist vor allem für die Streckung der Pflanzen verantwortlich, indem es die Elastizität der Zellwände erhöht.
* Gibberelline: ebenfalls Wachstumshormone. Sie sorgen für das Längenwachstum, indem sie die Zellteilung und Zellstreckung steigern.
* Cytokinine: Sie steigern die Proteinsynthese und dadurch die Zellteilung, fördern die Knospenteilung und das Wachstum, verzögern das vorzeitige Welken der Pflanze und regulieren den Wasserhaushalt.
* Abscisinsäure (Dormin): Sie ist das Schlafmittel der Pflanzen und besitzt eine allgemein hemmende Wirkung. Sie reguliert die Knospenruhe, hemmt die Samenkeimung und veranlasst die Speicherung von Proteinen (Eiweiß) in den Samen.
Dazu kommen noch einige sekundäre Pflanzenstoffe (z.B. Polyphenole, Saponine, Terpene, Chlorophyll), die ebenfalls einen großen Einfluss auf unseren Körper haben. Außerdem wurde erkannt, dass die unterschiedlichen Knospen auch unterschiedliche Wirkung zeigen, z.B. Ahorn = kühlend, Apfel = immunstärkend, Rose = entzündungshemmend, Weißdorn = herzstärkend.

Die Einsatzgebiete der Knospen
Die Gemmotherapeutika können bei vielen funktionellen Beschwerden wie Wechseljahresbeschwerden oder nervlicher Überspanntheit eingesetzt werden. Sie regen die Selbstheilungskräfte des Körpers an, unterstützen das Immunsystem und regulieren die vitalen Funktionen der Zellen im menschlichen Organismus. Es entfaltet sich eine wohltuende regernative Energie, die meist auch das Befinden positiv verändert. Manche Extrakte wirken
allgemein aufbauend und vitalisierend, wie die aus Eiche oder Mammutbaum. Sie werden in der Regel über einen längeren Zeitraum eingesetzt. Andere benötigt man nur kurzzeitig, z.B. zur Unterstützung der Schleimhäute bei Husten, Schnupfen oder bei einer Blasenentzündung. Doch es gibt noch einige andere Wehwehchen, wo die Gemmotherapie greift.

Darreichung und Haltbarkeit
Gemmoextrakte sind in Deutschland in flüssiger Form (Sprühflasche oder Tropfen) zur oralen Einnahme in Apotheken und über das Internet erhältlich und kosten etwa 20 Euro (50 ml). Sie schmecken leicht süßlich und enthalten nur wenig Alkohol. Die Krankenkassen zahlen eine Therapie mit Gemmomitteln in speziellen Fällen. Die Anwendung bei Kindern ist empfehlenswert, man muss jedoch den Alkoholgehalt beachten, auch wenn dieser im Vergleich zu anderen Arzneimitteln niedriger ist. Tipp: Gibt man das Extrakt in warmes Wasser und wartet ca. 10 Minuten, verdunstet der Alkohol in dieser Zeit. Die Gemmoextrakte sind in der Regel fünf Jahre haltbar, auch nach Anbruch.

Viele weitere Informationen, z.B. über die genauen Einsatzgebiete von Knospen, finden Sie in unseren Buchtipps:

„Knospen und die lebendigen Kräfte der Bäume“ von Gabriele Nedoma. Seit Urzeiten suchen Tiere intuitiv Knospen als Heilnahrung und stärken sich in Notzeiten mit knospenreichen Trieben. Die Volksmedizin kennt die Heilkraft der Knospen und setzt sie als Wundheilmittel, Geburtsbegleiter oder zur Immunstärkung ein. Neue Verfahren wie die Bachblüten- oder Gemmotherapie verwenden Knospen als sanfte Mittel zur Behandlung von Körper und Seele. Was sind Knospen? Welches geheimnisvolle Prinzip liegt in ihnen verborgen? Warum zählen Knospen zu den „Superfoods“? Wie wird aus Knospen Propolis? Dieses Buch beantwortet diese und viele weitere Fragen und zeigt nützliche Verwendungen von der Küche bis zur Hausapotheke. Fazit: Wunderbarer Ratgeber, der uns alles über Knospen und ihre Wirksamkeit – auch im Rahmen einer Gemmotherapie – verrät. Erschienen im Freya Verlag zum Preis von 24,90 Euro (272 Seiten, Broschur, ISBN 978-3-99025-119-5).

„Gemmotherapie. Heilen mit Knospen“ von Dr. rer. nat. Kathrin Koll, Dr. med. Ulrike Keim & Angelika Wagner-Bertram. Die Gemmotherapie ist eine spezielle Form der Phytotherapie, die die einzigartigen Wirkstoffe von Pflanzenknospen nutzt. Da sich Knospen in der Vermehrung befinden, sind sie ganz besonders reich an pflanzlichen Wachstumsfaktoren. Deshalb ist die Knospen-Therapie in vielen Fällen schneller wirksam und effektiver als die klassische Phytotherapie. Die Gemmotherapeutika wirken ausleitend, regulierend und regen die Selbstheilungskräfte an. Der Einsatz der Mittel eignet sich bei zahlreichen Beschwerden. Nach einer kurzen Einführung zu den Grundlagen der Gemmotherapie werden die verschiedenen Pflanzen vorgestellt und ihre speziellen Wirkungsweisen näher erklärt. Im abschließenden Kapitel werden sämtliche Beschwerden von A bis Z beschrieben, die mithilfe der Gemmotherapie gelindert werden können. Fazit: Kleiner, aber kompakter Ratgeber, der wunderbar das Wesentliche der Gemmotherapie erklärt. Erschienen bei Gräfe und Unzer zum Preis von 12,99 Euro (96 Seiten, Broschur, ISBN 978-3-8338-4133-0).

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