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Fersensporn: Der Dorn, der uns zum Humpeln bringt

Fersensporn nennt man den kleinen, spitzen, knöchernen Auswuchs unter der Ferse, der so vielen Menschen Kummer macht. Denn wenn sich das Gewebe rund um den Sporn und im Sehnenansatz durch ihn entzünden, wird es richtig schmerzhaft…

Man springt morgens frohgelaunt aus dem Bett und könnte gleich vor Schmerzen aufschreien: Nein, keine Reißzwecke liegt auf dem Boden, in die man versehentlich getreten ist. Der Fersensporn macht Kummer! Bei manchen tut es nur anfangs weh und sind erst einmal ein paar Schritte getan, verschwindet der stechende Schmerz. Quält man sich schon länger mit einer durch den Fersensporn verursachten Entzündung herum, können diese unangenehmen Schmerzen auch zum ständigen Begleiter werden. Es sei denn man holt sich ärztliche Hilfe…

Bei mittlerweile jedem zehnten Erwachsenen zwischen 40 und 60 Jahren kann ein Fersensporn (med. Kalkaneussporn) nachgewiesen werden, wobei Frauen eher betroffen sind als Männer. Fersensporne sind nicht natürliche Knochenauswüchse. Es gibt sie in zwei Formen: Der dorsale (obere) Fersensporn (med. Haglundferse) tritt am Achillessehnenansatz auf und ist angeboren; der plantare (untere) Fersensporn macht sich unterhalb der Ferse bemerkbar. Dieser entsteht durch Verschleiß aufgrund lang andauernder Überbelastung und kommt weitaus häufiger vor als der obere Fersensporn.

Wie macht sich ein Fersensporn bemerkbar und warum entsteht er?
Nicht alle Fersensporne verursachen Schmerzen und sind zudem von außen nicht zu sehen oder zu fühlen (anders als bei einer Haglundferse, die durchaus sichtbar oder fühlbar sein kann). Es kann durchaus sein, dass viele Menschen mit ihrem Fersensporn leben, ohne dass sie von seiner Existenz etwas ahnen.

Ein Fersensporn entsteht meist in Folge einer Überbelastung. Diese führt zu kleinen Rissen in der Plantarfaszie, wo der Körper an den betroffenen Stellen Kalk ablagert, was diese nicht natürliche Verknöcherung entstehen lässt. Was bei einem plantaren Fersensporn so fies wehtut, ist aber die mit ihm einhergehende Entzündung der Plantarfaszie oder Plantaraponeurose. Diese kräftige Sehnenplatte aus Kollagenfasern, die von der Ferse bis zu den Zehen reicht, ist dafür da, das Fußgewölbe hochzuhalten und die Stabilität des Fußes zu gewährleisten. Durch den Fersensporn wird die Sehne wiederum häufig gereizt. Vor allem dann, wenn die Füße natürlich erneut stark belastet werden, sei es z.B. durch Sport, das Gewicht der/des Betroffenen, berufsbedingtem langem Stehen oder das zu häufige Tragen von zu engen (flachen) Straßenschuhen.

Eine Plantarsehnenentzündung oder Plantarfasziitis kann aber auch ohne einen Fersensporn entstehen und ist recht harmlos. In der Regel geht die Entzündung sogar von alleine weg, das kann allerdings lange dauern, nämlich bis zu zwei bis drei Jahre. Ist die Sehne entzündet, bemerkt man den bereits erwähnten Anlaufschmerz und z.T. stechende Schmerzen beim Druck auf den Ansatz der Sehnenplatte im Bereich der Fußsohle. Bei einem dorsalen Fersensporn entstehen Druckschmerzen beim Abtasten der Achillessehne, auch der hintere Schuhrand kann immer wieder Schmerzen verursachen und Entzündungen können entstehen, die mit sehr schmerzhaften Schleimbeutelentzündungen einhergehen.

Diagnose und mögliche Therapie eines Fersensporns
Klarheit, ob man einen Fersensporn hat, erhält man durch das Röntgen des Fußes. Zusätzlich kann eine Kernspintomographie in Erwägung gezogen werden. Denn es ist nicht auszuschließen, dass die Schmerzen auch durch einen Ermüdungsbruch hervorgerufen werden. Da auch andere Erkrankungen wie Gicht oder Rheuma zu Fersenschmerzen führen können, wird ggf. auch ein Blutbild gemacht.

Die Therapie eines Fersensporns ist häufig langwierig, aber zum Glück bei über 95 Prozent der Patienten erfolgreich. Halten die Schmerzen nach so langer Zeit immer noch an, wird eine Operation in Betracht gezogen, wo der Sporn abgetragen wird. Doch eine OP ist wirklich der letzte Schritt, da zurückbleibende Narben zu chronischen Schmerzen führen können.

Konservative Therapiemöglichkeiten bzw. Maßnahmen sind:

Orthopädische Einlagen oder Fersenkissen mit Locheinlagen, die den Druck auf das entzündete Gewebe nehmen sollen und das Fußlängsgewölbe entlasten;

Kältebehandlungen (Eis, Gel-Kühlkissen, Quark-Wickel); Massagen der Fußsohlen (Igelball);

das Tragen anderer Schuhe (keine flache Sohle, keine zu dünne Sohle, spezielle Schuhe mit Abrollsohlen, mit Luftkissensohlen oder mit besonders weichelastischer Sohle);

das Vermeiden von starker Belastung (Sportruhe);

Kohlwickel über Nacht (altes Hausmittel);

entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente (z.B. ein Frischpflanzen-Präparat aus Arnika montana);

Kortisoninjektionen im Fußsohlenbereich (leider sehr schmerzhaft und mit der Gefahr, dass Gewebeveränderungen verbleiben);

Ultraschallanwendungen (Stoßwellentherapie) und Strahlentherapien zur Auflösung der Verknöcherungen;

das Tragen von Schienen (dehnen über Nacht die Achillessehne und die Plantarfaszie)

physiotherapeutische Übungen zur Streckung der Plantarfaszie, der Wadenmuskulatur und der Achillessehne.

Vorbeugung ist keine schlechte Idee!
Generell ist es immer eine gute Idee, alles zu tun, dass ein Fersensporn nicht so schnell entsteht. Dafür sollte man die Ursachen für seine Entstehung begrenzen bzw. reduzieren. Und das bedeutet, alles dafür zu tun, dass die Sehnen der Fußsohlen nicht zu sehr beansprucht werden. Also: evtl. Übergewicht abbauen, Dauer-Stehen am Arbeitsplatz vermeiden und seinen Füßen Ruhepausen gönnen, gutes Aufwärmen vor dem Sport, keine zu engen bzw. flachen Schuhe und auf Schuhe mit guter Dämpfung achten (Sportschuhe nicht vergessen), Barfußlaufen so oft es geht und nicht zuletzt regelmäßiges Dehnen der Waden- und Fußmuskulatur.

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