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Die Osteopathie, eine ganzheitliche Heilmethode, befindet sich derzeit im Aufwärtstrend. Selbst Krankenkassen interessieren sich immer mehr dafür, was kein Wunder ist, da sie schmerzfrei, frei von Nebenwirkungen ist und die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützt...
Der Ansatz der Osteopathie ist schnell erzählt: Leben zeigt sich in Form von Bewegung. Wo Bewegung verhindert wird, macht sich Krankheit breit. Die Osteopathie kann Bewegungseinschränkungen aufspüren und lösen. Was genau heißt das? Der menschliche Körper besteht aus unzähligen Strukturen, die alle direkt oder indirekt zusammenhängen. Unsere Selbstheilungskräfte versuchen das Gleichgewicht dieser Strukturen immer wieder aufs Neue zu halten. So verschließt z.B. gerinnendes Blut eine Wunde oder ein Knochen wächst nach einem Bruch wieder zusammen. Geht das Gleichgewicht jedoch verloren, weil eine Bewegungseinschränkung vorliegt, die eine Struktur daran hindert, richtig zu funktionieren, erkranken wir in der Regel. Daher wird ein Osteopath immer versuchen, die Bewegungseinschränkungen zu lösen, damit die Selbstheilungskräfte wieder voll wirken können.
Wie arbeitet ein Osteopath? Ein Osteopath versteht sich nicht als Heiler. Um erfolgreich zu behandeln, wird er den Patienten zunächst als Individuum, als ganzen Menschen betrachten. Um einen Befund zu erstellen, benutzt er vorwiegend seine Hände, mit denen er Bewegungseinschränkungen aufspürt und lösen kann. Medizinische Instrumente werden in der modernen Osteopathie nicht gebraucht. Im Gegensatz zum Physiotherapeuten behandelt der Osteopath auch die inneren Organe und die Einheit von Schädel und Becken. Er sucht dabei nicht wie ein Chiropraktiker nach der Ursache der Einschränkung, sondern behandelt deren Symptome. Und das allein durch sanfte Berührungen des Therapeuten, der mit seinen Händen tiefgreifende Blockaden und Verspannungen erspürt und diese löst. Die Behandlungsdauer ist abhängig vom Einzelfall. Meist dauert die erste Sitzung am längsten. Beim Folgetermin - i.d.R. eine Woche später - ermittelt der Osteopath dann, wie der Organismus auf das Lösen der Blockaden reagiert hat. Dann kann er auch abschätzen, wie viele weitere Termine vonnöten sind. Während manchmal keine weiteren erforderlich sind, benötigen vielschichtige Probleme dagegen oft mehr als sechs Sitzungen, die in Abständen von ungefähr zwei bis sechs Wochen stattfinden. Auch ein Kontrolltermin nach ca. einem halben oder ganzen Jahr ist empfehlenswert.
Wo es hilft und wo nicht... Besonders wirksam ist Osteopathie bei Kopf- und Rückenschmerzen. Auch Verdauungsprobleme und funktionelle Beschwerden, bei denen die Schulmedizin häufig ratlos ist, lassen sich mit ihrer Hilfe lindern. Häufige Patienten der sanften Medizin sind Kinder. So entdeckt man z.B. bei Schrei- und Spuckkindern nicht selten Asymmetrien des Schädels oder des oberen Halswirbelbereichs. Doch die Osteopathie ist kein Allheilmittel. Einige Beschwerden lassen sich osteopathisch gut therapieren, bei anderen empfiehlt sich die Osteopathie nur als begleitende Behandlung, so z.B. bei akuten Erkrankungen wie bei einem Herzinfarkt. Verletzungen, Wunden, Brüche und Verbrennungen müssen erst einmal schulmedizinisch behandelt werden. Infektionen, etwa bakteriell bedingte Entzündungen von Organen, sollten sogar nicht osteopathisch behandelt werden. Es könnte sonst das konkrete Risiko einer Verbreitung der Infektion bestehen. Des Weiteren können durch eine osteopathische Behandlung Fremdkörper und Ablagerungen im Körper, wie Thrombosen, Gallen- oder Nierensteine zu "wandern" beginnen, was Schmerzen hervorrufen und zu einer Gefahr werden kann. Eine ausführliche Anamnese ist daher vor einer osteopathischen Behandlung sehr wichtig!
Und wer bezahlt eine osteopathische Behandlung? Auch wenn sich die Krankenkassen immer mehr auch für die Osteopathie interessieren, noch ist die Honorierung dieser Leistungen nicht gut geregelt. Private Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen übernehmen die Kosten, wenn der Behandler Arzt oder Heilpraktiker ist, aber eine Kostenübernahme kann von der gesetzlichen Krankenkasse nicht verlangt werden, da osteopathische Leistungen bislang vom Bundesausschuss Ärzte und Krankenkassen noch nicht anerkannt wurden. Es kommt dennoch vor, dass vereinzelt auch osteopathische Leistungen erstattet werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, wie diese bei osteopathischen Behandlungen verfährt bzw. ob sie ggf. die Kosten teilweise oder voll übernimmt. Übrigens: Physiotherapeuten oder Heilpraktiker, die osteopathisch behandeln, unterliegen nicht der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und können daher eine ihnen angemessen erscheinende Vergütung verlangen. Man sollte sich als Patient genau informieren, ob die Vergütung für die Behandlungsmethode angemessen oder deutlich überhöht erscheint.
Zum Schluss noch zwei Buchtipps, die das Thema natürlich viel ausführlicher behandeln, als bei uns möglich ist...
"Osteopathie: Sanftes Heilen mit den Händen" von Christoph Newiger Osteopathie - das ist eine neue, ganzheitliche Heilmethode im Aufwärtstrend. In den USA und in Frankreich ist sie längst etabliert. Besonders wirksam ist Osteopathie bei Kopf- und Rückenschmerzen. Auch Verdauungsprobleme und funktionelle Beschwerden, bei denen die Schulmedizin ratlos ist, lassen sich mit ihrer Hilfe lindern. Das Besondere dabei: Ohne Medikamente und Instrumente wirkt die Osteopathie allein über sanfte Berührungen. Mit seinen Händen erspürt der Therapeut tiefgreifende Blockaden und Verspannungen - und löst sie auf. Dieses Buch aus dem TRIAS Verlag ist prima für Einsteiger geeignet, die sich mit dem Thema erstmals auseinandersetzen möchten. Sie wollen wissen, was eine Therapie kostet und woran Sie einen qualifizierten Osteopathen erkennen? Hier finden Sie zuverlässige Kriterien. Besonders praktisch: In einem Überblick finden Sie die häufigsten Beschwerden und wie die Osteopathie bei Ihnen vorgeht. Erschienen im TRIAS Verlag zum Preis von 14,95 Euro (223 Seiten, Broschur, ISBN: 978-3-8304-3270-8).
"Quickstart Osteopathie" von Arndt Bültmann Den Menschen als untrennbare Einheit verstehen und behandeln. Dieses Buch bietet eine Hinführung in die Osteopathie für Einsteiger und Quereinsteiger mit den grundlegenden Inhalten aus Diagnose und Therapie. Sie erhalten einen nachvollziehbaren Überblick über die Behandlungsansätze aus parietaler, vizeraler und kraniosakraler Osteopathie. Schritt für Schritt wird das diagnostische Vorgehen erläutert: Anamnese, Untersuchungsprinzipien, globale und spezifische Tests. Die Tests sind gut illustriert und zeigen sowohl die Ausgangsstellung wie auch das Vorgehen. Kompakte Übersicht über die Osteopathie - pragmatisch und zeitsparend! Erschienen im Haug Verlag zum Preis von 29,99 Euro (105 Seiten, Broschur, ISBN: 978-3-8304-7319-0).
Quellen: siehe Buchtipps; beide Behandlungsfotos: Monika Werneke, Wiesbaden aus "Osteopathie: Sanftes Heilen mit den Händen"
Link-Tipp: Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
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