Gesund und Schön » Gesundheitsratgeber » Lu Jong - Das Gesundheitsgeheimnis der tibetischen Mönche - Seite 2 
Gesundheitsratgeber
Lu Jong - Das Gesundheitsgeheimnis der tibetischen Mönche - Seite 2

ImageDie Übungen des Lu Jong
Die besten Zeiten, Lu-Jong-Übungen zu praktizieren, sind am frühen Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Erdboden berühren, und am späten Abend zwischen Sonnenuntergang und dem Erscheinen der Sterne. Sie sollten möglichst langsam gemacht und mindestens siebenmal wiederholt werden. Für alle Übungen gilt: Das Dehnen, Biegen und Beugen sollte niemals mit Gewalt vonstatten gehen. Hin und wieder können Schmerzen entstehen, wenn Blockaden sich lösen, diese klingen im Verlauf der Übung jedoch ab. Nach jeder Übung wird dreimal tief durch die Nase ein- und dreimal tief durch den Mund ausgeatmet (Letzteres mit einem tonlosen „HAAA“-Laut). So gelangt frische Luft in alle Kanäle und Energiezentren und verunreinigte Luft verlässt den Körper. Das Atmen und insbesondere das Ausatmen sind sehr wichtig! Wenn man nicht ausatmet, verbleiben die gestörten Energien im Körper. Am Anfang ist vor allem eine bequeme Sitzhaltung wichtig. Zu empfehlen ist der Glückssitz, besser bekannt als Schneidersitz. Später geht man in den Halblotussitz über. Geübte können bereits mit dem Lotussitz beginnen. Zu den Übungen wählt man am besten lockere Kleidung, die einen nicht frieren oder erhitzen lässt. Selbstverständlich sollte man weder mit vollem noch mit leerem Magen Lu Jong praktizieren. Ein großes Glas heißes Wasser im Vorfelde klärt den Geist und reinigt den Körper.

Als kleinen Vorgeschmack möchten wir Ihnen hier eine Übung vorstellen, die bei Müdigkeit und Erschöpfung helfen kann und somit für so gut wie jeden geeignet ist. Starke körperliche Belastungen und die ständigen Reize, die von außen auf unseren Körper wirken, können uns müde und kraftlos machen. Dann fehlt uns die Bewegung des Windes, der nicht mehr ungehindert durch unseren Körper fließen kann. Unser Gehirn scheint wie blockiert, es möchte nichts mehr aufnehmen oder abgeben:

ImageKale Ka Pa – Schnell müde werden
Bitte sitzen Sie im Lotossitz. Der Oberkörper ist aufrecht. Umfassen Sie mit den Händen die Knie, und senken Sie den Kopf nach vorn. Der Hals bleibt dabei gerade. Nun heben Sie den Kopf mit einer schnellen Bewegung so weit, dass die Augen nach oben schauen. Der Oberkörper und der Hals bleiben gerade gestreckt. Anschließend atmen Sie dreimal, wie oben beschrieben aus. Auch diese Übung sollte mindestens siebenmal wiederholt werden.

Indem wir den Kopf zurücklegen, holen wir durch die Nase die nötige Luft in uns und unseren Lungen. Wenn wir dann für einen Moment den Atem anhalten und den Körper mit der Kraft des Windes auffüllen, werden wir wieder wach und aufmerksam.

Tulku Lama Lobsang hat es nun möglich gemacht, mithilfe seines Buches (Buchtipp s.u.) die Übungen zu praktizieren und für sich zu nutzen. 28 Übungen konzentrieren sich jeweils auf bestimmte Körperteile. Diese unterteilen sich in:
* fünf Grundübungen für die Öffnung der fünf Elemente
* fünf Übungen für die Beweglichkeit der fünf Körperteile
* fünf Übungen für die Harmonisierung der fünf Vitalorgane
* acht Übungen für die Heilung der acht Befindlichkeiten
* fünf Übungen für die Reinigung der fünf Chakras (= Energiezentren im Körper)

In Deutschland gibt es mittlerweile einige Zentren, in denen Lu-Jong-Kurse angeboten werden. Geleitet werden sie von ehemaligen Schülern von Tulku Lama Lobsang, der sie authorisiert hat, Lu Jong zu lehren. Wer Interesse an der Belegung eines Kurses ist, findet dank jeder Suchmaschine schnell ein entsprechendes Zentrum. Weitere Infos finden Sie auch hier .

ImageZur Person Tulku Lama Lobsang
Lama Lobsang wurde bereits als Kind von seinem Onkel in einem Bön-Kloster unterrichtet. Als er 13 Jahre alt war erkannte ein Orakel ihn als die 8. Wiedergeburt eines lang verstorbenen Lamas (=Meister). Der Ngentse-Lama war in seinen sieben Wiedergeburten u.a. der Abt des Ganden-Klosters bei Lhasa und ein großer, für seine magischen Fähigkeiten bekannter Yogi gewesen. Nach seiner Inthronisierung als Ngentse-Lama folgten für Lama Lobsang Jahre der Ausbildung in Medizin, Astrologie und den Sutras (=Lehrsätze des Buddha). Er absolvierte zusätzliche Ausbildungen bei anderen Meistern aller Schulen und konnte so die überlieferten Kenntnisse der verschiedenen Lu-Jong-Traditionen vereinen.
Nach einem fünfjährigen Studium in Südindien, gründete er am Fuße des Himalaja, in Dharamsala und später in Manali ein Institut für tibetische Medizin. Das alte tantrische Wissen der Heilung – das kulturelle Erbe Tibets – gibt er dort an seine Schüler weiter. Seit dem Jahr 2000 bereist Tulku Lama Lobsang auf Einladung seiner Schüler Europa, Amerika und Australien. Er hält Belehrungen und Seminare in tibetscher Medizin, Astrologie und zu buddhistischen Themen. Seine besonderen Fähigkeiten in der Heilkunst und seine herzliche, natürliche Art zu lehren machen ihn zu einem wertvollen Vermittler und Überbringer der Tradition des tibetischen Buddhismus.

„Mögen die Übungen des Lu Jong die Leiden der Menschen lindern“ (Tulku Lama Lobsang)

Buchtipp: "Lu Jong" von Tulku Lama Lobsang, Verlag O.W.Barth bei Scherz, 276 Seiten, ISBN 978-3502611219, ca. 17,90 Euro.

Foto 1: Bodo Schmitt, Pixelio

 

Hier mehr zum Thema "alte Hausmittel"!