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Seite 1 von 2 Rosen sind in der Welt der Sinne allgegenwärtig. Wir haben sie täglich in der Nase – über 90 Prozent der femininen und fast jeder zweite der maskulinen Düfte enthalten Rosenöl. Wir stellen sie uns aber auch in die Vase oder pflanzen sie in den Garten. Und manchmal verspeisen wir sie sogar...
Die Rose ist eine der ältesten Wild- und Kulturpflanzen. Ob sie zuerst in Mesopotamien, Persien oder China kultiviert wurde, bleibt dahingestellt. Sicher ist, dass die Gartenkultur im China des 3. Jahrtausends v. Chr. schon hoch entwickelt war und in der Zhou-Ära (12. bis 13. Jahrhundert v. Chr.) zahlreiche Schriften über die Rose verfasst worden sind. Bei solch einer Geschichte ist es nicht verwunderlich, dass sich einige Mythen und Legenden, Rätsel und Geheimnisse um sie ranken. So gibt es eine Sage, wonach die weiße Rose aus Meerschaum bestehe, einer anderen zufolge gar aus den Schweißtropfen des Propheten Mohammed. Und die rote Rose soll ihre Farbe erhalten haben, als Aphrodite sich an den Dornen stach, die sie von Adonis trennten, und ihr Blut die Blume benetzte. Doch auch große Künstler verarbeiteten Rosen in Schlagern, Volksliedern, Opernarien, in Gedichten, Romanen, Gemälden usw..
Die Rose im Garten Das Angebot an Rosen ist riesig. Mehrere tausend Sorten gibt es weltweit. Wie soll man sich da zurechtfinden angesichts dieser Unmenge von wissenschaftlichen Bezeichnungen, von fantasievollen und endlosen, hochtrabenden Namen? Der Garten- bzw. Rosenliebhaber wird sich von Düften und Farben, von Wuchs und Größe leiten lassen, er gehorcht ganz einfach seiner Eingebung, die vielleicht von einem Gefühl oder einer Erinnerung beeinflusst wird. Egal ob Farbe, Duft oder die fast ganzjährige Blütezeit, für jeden Geschmack gibt es heutzutage die richtige Rose. Hochstamm- oder Rankrosen, Busch- oder Kletterrosen, Trauerrosen oder Rosen als Bodendecker, Strauch- oder Zwergrosen – die erstaunliche Vielfalt lässt keine Wünsche offen, ob nur ein Beet oder der ganze Garten überwuchert, die Hauswände geschmückt, ein schlichter Spalierbogen oder eine ganze Laube umrankt, ein Weg gesäumt oder ein alter Obstbaum als Klettergerüst zweckentfremdet werden soll. Erlaubt ist, was gefällt... Aber es gibt auch einige Gestaltungsregeln, die beachtet werden sollten. Außerdem bleibt es nicht aus, für manche Sorten den richtigen Standort zu wählen und allen eine gute Pflege anzugedeihen.
Kaufen, pflanzen und pflegen Von der Königin der Blumen wird häufig gesagt, sie sei etwas kapriziös und anspruchsvoll, doch das ist eigentlich ungerecht. Denn wenn man ihr im Garten den richtigen Platz zuweist und sie vernünftig hegt und pflegt, wird sie es einem mit üppiger Blütenpracht danken – und das für viele Jahre. Denn Rosen können sehr alt werden. Wer sich mit Standard-Rosensorten eindecken will, wird in Gartencentern, Gärtnereien und Baumschulen fündig. Natürlich gibt es in ganz Deutschland auch eine Reihe von Rosen-Spezialisten, die umfangreiche Sortimente pflegen und ihre Ware auch über die Grenze hinaus versenden. Vorsichtig sein muss man bei Supermarkt-Schnäppchen. Eine gesunde Rose erkennt man an kräftigen prallen, grünen Trieben. Die Rinde darf keine Schrumpfungsrillen in Längsrichtung aufweisen. Und auch die Wurzeln sollten kräftig und unbeschädigt sein. Man unterscheidet in zwei Qualitäten: Ware der Güteklasse A haben ein gut verzweigtes Wurzelwerk und drei starke Triebe, davon entspringen zwei der Veredlungsstelle (dicke Stelle am Wurzelhals); bei Güteklasse B müssen nur zwei Triebe vorhanden sein. Als idealer Standort eignen sich sonnige (mind. 6 Stunden), helle und luftige Plätze. Der Boden ist tiefgründig (mind. 1 m Platz fürs Wurzelwerk), locker, nährstoffreich (pH-Wert um 6,5) und humos. Die Pflanzzeit ist von der Rosensorte abhängig, die Hauptpflanzzeiten sind jedoch im Herbst Oktober/November und im Frühjahr März/April. Weitere Pflegemaßnahmen sind das regelmäßige Gießen im ersten Jahr, das Düngen ab dem zweiten Standjahr, das Schützen vor Winterschäden und das Rosen schneiden. Letzteres ist abhängig von der Art des Rosenwuchses.
Rosen als Deko, in der Küche und Kosmetik Rosen zu verschenken ist ein Zeichen der Zuneigung, der Höflichkeit, der Verehrung oder des Respekts und nicht zuletzt der Liebe. Eine besonderes Aussagekraft gewinnt das Bouquet dann auch durch die Farbe der Rosen. Während sich die Oma über ein schönen Strauß gelber Teerosen freut, schlägt das Herz jeder verliebten Frau höher, wenn Sie gleich ein Dutzend roter Baccara-Rosen in die Arme schließen kann. Entscheidend ist zudem der Duft. Ein schöner Rosenstrauß, der keinen Duft verströmt, wirkt wie Plastik-Deko und wäre schade um sein teures Geld.
Natürlich erwartet kein Mann, der der Dame seines Herzens rote Rosen schenkt, dass sie daraus einen Salat oder eine Sauce zubereitet, dennoch haben Blumen, insbesondere Rosen, auch in der Esskultur Europas, des Nahen Ostens und Asiens immer schon eine wichtige Rolle gespielt. Die Blüten können z.B. zu rubinrotem Sirup verarbeitet werden, die bunten Blütenblätter mit Zucker überkrustet und in der orientalischen Küche verwendet man ihre getrockneten Knospen für Tees und Aufgüsse, aber auch in Gewürzmischungen, die besonders zu Entenpastete sehr beliebt sind. Bei Goumanayt in Paris kann man mit Hibiskus aromatisierten Rosenlikör kaufen. Er wird für Cocktails verwendet, aber auch zur Verfeinerung von Obstsalaten, die man mit Akazienhonig süßen kann. Angesichts der verlockenden Vielfalt kulinarischer Verwendungsmöglichkeiten stellt sich natürlich die Frage, welche Rosen sich am besten eignen: Essigrosen, Damaszenerrosen, Moosrosen oder Zentifolien eignen sich gleich gut. Man sollte aufgeblühte Exemplare wählen und sie frühmorgens pflücken. Geheimtipp: Die Kartoffelrose (Rosa rugosa) in Purpur, Rosa oder Weiß hat ein erlesenes Aroma und schmeckt so köstlich, wie sie duftet!
Selbstverständlich findet die Rose nicht nur in der Küche Verwendung, sondern sehr viel häufiger in der Kosmetik in Form von Parfums, Bädern, Ölen oder Crèmes. Und auch in der Aromatherapie haben duftende Rosenessenzen und –öle schon immer eine große Rolle gespielt. Dem ätherischen Rosenöl werden wundheilende, entzündungshemmende, desinfizierende sowie entkrampfende Eigenschaften attestiert. Auf der seelischen Ebene wird es als harmonisierend, ausgleichend, beruhigend, besänftigend, aufhellend und tröstend beschrieben. So ist es kein Wunder, dass es gerade bei stressbedingten Beschwerden, emotionalen Konflikten und als Hilfe beim Hinübergleiten vom Leben in den Tod und umgekehrt bei der Geburt empfohlen wird.
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