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Drachen steigen lassen: Riesenspaß mit Regeln

Schönes Wetter mit dem richtigen Maß an Wind verlockt Groß und Klein dazu, die erstbeste Wiese oder den Strand aufzusuchen, um dort einen Drachen steigen zu lassen. Welche Arten von Drachen es gibt und was man beim Drachen steigen beachten sollte, erfahren Sie bei uns...

Ein Spiel- bzw. Symbolgerät mit langer Geschichte...
Ein wenig Bambus und wertvolle Seide und schon war einer der ersten Drachen, die im China des 5. Jahrhundert v. Chr. auftauchten, fertig und bereit, in die Luft zu steigen. Für die Asiaten häufig als Glückssymbol verehrt, haben Drachen auch heute noch eine zentrale Bedeutung, z.B. beim japanischen Neujahrsfest. In Europa hielt der Drachen als Kinderspielzeug schließlich endgültig zu Beginn des 18. Jahrhunderts Einzug. Wer als Europäer ein eindrucksvolles Drachen-Event erleben möchte, begibt sich am "Kathara Deftera" (entspricht terminlich dem westlich datierten Rosenmontag) nach Griechenland. An dem dort offiziellen Feiertag lassen viele Griechen ihre selbstgebastelten Papierdrachen steigen. Großes Glück erwartet denjenigen, dessen Drachen am höchsten steigt.

Ein relativ simples Konstrukt mit großer Wirkung...

Ein Drachen ist bzw. kann ein simples Konstrukt sein: Ein Gestänge, dessen Stäbe aus Bambus, Holz, Aluminium, Glasfaser- oder Kunststoff-Material sein kann, wird häufig zu einem Kreuz zusammengeknotet oder auf andere Art befestigt (Waage). Das Ganze wird mit Papier, Segel-, Baumwoll-, Hanf- oder anderen Tuch bespannt. Sogar Folien eignen sich. Hin und wieder ist ein Schwanz von Vorteil. Zuletzt wird natürlich eine Schnur benötigt, die aus Nylon, Dyneema, Polyethylen oder Kevlar bestehen kann. Da der Drachen manchmal eine ziemliche Zugkraft hat, kann man die Schnur oder Leine nicht einfach so in den Händen halten. Eine Haspel (bei Mehrleinern nimmt man Griffe oder Spulen) vervollständigen das Spaßgerät. Und fertig ist der Drachen. Natürlich gibt es auch sehr viel aufwändiger gestaltete Drachen. Manche haben Dimensionen, die schon übertrieben sind, z.B. wenn der Pilot mehrere Meter von seinem Drachen hochgezogen wird. Hin und wieder ist das natürlich auch gewollt, z.B. beim Sport (Kitesurfen oder Gleitschirmfliegen usw.)...

Wie ein Drachen technisch funktioniert...
Ohne Wind passiert nicht viel, es sei denn, der Pilot läuft was das Zeug hält, um die nötige Auftriebsenergie zu erreichen. Und damit sind wir gleich beim Thema: der Auftrieb! Damit der Drachen die notwendige Schräglage erreicht, um eine Wechselbeziehung zwischen Luft und Körper stattfinden zu lassen, erhält der Drachen hinten einen Ballast (die erwähnte Waage oder z.B. auch einen Schwanz). Sehr laienhaft ausgedrückt werden Teilchen des Windes durch die Schräglage des Drachens daran gehindert, oberhalb von ihm ihren Weg fortzusetzen, so dass ein Unterdruck entsteht. Die erwähnten Teilchen werden umgelenkt in den Bereich unterhalb des Drachens und ballen sich dort, wodurch ein Überdruck entsteht. Der Drachen wird dadurch dann nach oben gezogen bzw. gedrückt.

Kleine & große Drachen, eine oder mehrere Schnüre, lenkbar oder nicht...

Die Auswahl an kaufbaren Drachen ist riesig. Doch man kann auch selber aktiv werden: Schnell gebastelt können einfache Modelle bereits nach kurzer Zeit in den Himmel steigen, doch für viele ist der Reiz beim Drachenbau, größere und/oder lenkbare Drachen steigen zu lassen bzw. herzustellen. Das Drachenbasteln macht Kindern und Erwachsenen gleichermaßen viel Spaß. Es gibt Ein-, Zwei- oder Vierleiner, was sich natürlich auf die Schnüre bezieht, an dem der Drache hängt. Für kleine Kinder ist auf jeden Fall der einfache Drachen mit nur einer Schnur der richtige Einstieg. Denn dieser Drachen wird eh mit Mamas, Papas oder der Hilfe von Freunden häufig problemlos in die Luft befördert. Dort schaukelt er friedlich vor sich hin. Wer möchte, kann natürlich auch kleine Manöver mit einem Einleinerdrachen veranstalten, aber i.d.R. werde diese nicht gelenkt. Anspruchsvoller ist da schon der Lenkdrachen, der bereits ab zwei Schnüren Rechts- und Linkssaltos, Sturzflüge und rasante Aufstiege u.a. bewerkstelligen kann. Das macht natürlich älteren Kids und auch Erwachsenen viel mehr Spaß, verlangt jedoch auch eine Sicherheit des Piloten, denn die Gefahr, dass der Drachen rasant abstürzt und ggf. sogar Menschen dadurch verletzt, ist recht hoch.

Bestimmte Sicherheitsregeln sollten unbedingt befolgt werden...

· Kein Metall in Drachenschnüre, die übrigens höchstens 100 Meter, in manchen Stadtgebieten sogar nur 60 Meter lang sein sollten.
· Wer seinen Drachen noch höher fliegen lassen möchte, muss sich für längere Schnüre eine Erlaubnis durch die örtlich zuständige Luftfahrtbehörde einholen.
· Niemals den Drachen bei einem Gewitter steigen lassen bzw. sofort einholen, wenn ein Gewitter nur naht! Ein Blitzeinschlag in einem Drachen ist wahrscheinlich und bedeutet Lebensgefahr!
· Auch elektrischer Strom von z.B. einer elektrischen Bahnstrecke oder Freileitung kann eine große Gefahr darstellen. Ein Abstand dazu von mindestens 600 Meter muss daher eingehalten werden.
· Weitere vorgeschriebene Mindestentfernungen: sechs Kilometer zu Flughäfen, drei Kilometer zu Sportflughäfen und 500 Meter zu einer Straße. Sie werden auch keinen Spaß daran haben, wenn ein hoher Baum zu nah ist, und Ihr Drachen sich darin verfängt...
· Ein Drachen darf keine Menschen und auch die Umwelt nicht gefährden! Niemals sollte man ihn daher auch flach über die Köpfe von Menschen und Tieren fliegen lassen. Das kann zu unvorhersehbaren Reaktionen und Unfällen führen.
· Drachenfliegen in Natur- und Vogelschutzgebieten sollte unterlassen werden.
· Manchmal ist der Wind so stark, dass man den Drachen nicht mehr unter Kontrolle hat. Vermeiden Sie solche Situationen, Unfälle sind vorprogrammiert.
· Drachenleinen können schnell in die Haut schneiden, daher nicht ohne Handschuhe in die Leine fliegender Drachen fassen.
· Überfordern Sie Ihr Kind nicht! Der Pilot - egal ob groß oder klein - muss den Drachen unter Kontrolle halten können! Drachensteigen kann sonst zu einer Gefahr für den Piloten oder auch für andere Menschen werden.
· Niemals einen Drachen bzw. die Leine eines Drachen anfassen, der sich in einer Stromleitung verfangen hat! Es besteht akute Lebensgefahr! Richtig handeln tun Sie, wenn Sie sofort die Gefahrenstelle sichern und den Störungsdienst des zuständigen Energieversorgungs-Unternehmens verständigen.

Fotos: 1. Mosa Elraduini / pixelio.de, 2. Chris Hochberger, Bottrop / pixelio.de, 3. 110stefan / pixelio.de

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