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Gartenträume in Sachsen-Anhalt

Lieben Sie Gärten? Und haben Sie sich gar Ihre eigenen Gartenträume bereits erfüllt? Spätestens dann wissen Sie, wie viele Mühe und Arbeit dahinter steckt, um ein blühendes Paradies zu erschaffen. In Deutschland gibt es viele solcher schönen Plätze. Wir wollen Ihnen einige vorstellen, beginnend mit Sachsen-Anhalt...

Kommen Sie mit uns auf einen Streifzug durch die Gartengeschichte Sachsen-Anhalts, hier gibt es einiges zu entdecken: 40 der schönsten und bedeutendsten Gartenanlagen des Landes wurden zum gartendenkmalpflegerisch-touristischen Netzwerk "Gartenträume - Historische Parks in Sachsen-Anhalt" zusammengeschlossen. Dabei können die 400 Jahre Gartenkunst völlig unterschiedlich präsentiert werden: von den Gärten einer mittelalterlichen Klosteranlage über Barock- und Landschaftsparks bis hin zu zeitgenössischen Parkanlagen. Alle hier vorzustellen, würde leider den Rahmen sprengen, bei uns gibt es nur eine kleine Auswahl. Wer jedoch als echter Gartentourist die anderen Gärten ebenfalls bereisen möchte, kann sich auf der Seite "Gartenträume" unter http://www.gartentraeume.de in Ruhe umschauen...

ImageSchloss und Schlosspark Krumke, Osterburg
Beides gehört zum dörflichen Ensemble des früheren Rittergutes Krumke mit Kirche und Gutshof aus dem 12. Jahrhundert. Die Familie von Kannenberg erwarb 1649 das Gut, errichtete die Orangerie und ließ im 18. Jahrhundert durch den französischen Gartenarchitekten Charles La Ronde einen Lustgarten mit geschnittenen Hecken, Alleen und Bosketts anlegen. Aus dieser barocken Zeit stammen der Tempel der Fortuna, das Kavaliershaus, mehrere Sandsteinfiguren, u.a. der auf einem Weinfass reitende Bacchus, und die etwa 400 Jahre alte Buchsbaumhecke, eine der ältesten ihrer Art in Europa, die bis heute erhalten geblieben sind. Die Familie von Kahlden errichtete zwischen 1854-1860 das neugotische Schloss mit Landschaftspark. Dafür musste die ehemalige Wasserburg weichen, und der Burggraben wurde verfüllt. Der Park erhielt geschwungene Wege und einen großen Teich. Viele seltene Baumarten wie Blutbuche, Sumpfzypresse, Stechpalme, Jade- und Ginkgobaum wurden gepflanzt. Sie bereichern heute den bemerkenswerten Altbaumbestand. Weitere Umgestaltungen in Schloss und Park gab es dann ab 1911 durch den neuen Besitzer Arthur von Gwinner. Er ließ u.a. den Karpfenteich erweitern, ein Alpinum, eine Tennisanlage und einen Schießstand anlegen sowie den einstigen Fortunatempel als Steinkabinett für seine Gesteins- und Mineraliensammlung umbauen. Das 2005 restaurierte schmiedeeiserne Eingangstor entstand ebenfalls in dieser Zeit. Weitere Infos: Parkstraße, Ortsteil Krumke, 39606 Osterburg. Öffnungszeiten: Park ganzjährig frei zugänglich, Eintritt frei; Schloss nicht zugänglich. Führungen: Nach Vereinbarung, Anmeldung über Stadtinformation Osterburg (Tel. 03937/895012), Gastronomie: Eiscafé "Zum Kavaliershaus", geöffnet Sommer Di-So 14-18 Uhr, im Winter Mi-Fr 15-17 Uhr, Sa/So/feiertags 14-17 Uhr. Übernachtungen u.a.: Stadtinformation Osterburg (Tel. 03937/895012), E-Mail: stadtinfo@osterburg.de.

ImageHerrenkrugpark an der Elbe, Magdeburg
Die älteste Parkanlage ist Magdeburg ist der "Herrenkrugpark", der im Stil des englischen Landschaftsgartens ein Zeugnis der Gartenkunst des späten 19. Jahrhunderts darstellt. Vom "Herrenkrug", dem früheren Wärterhaus mit Funktion eines Wirtshauses, verliefen Alleen strahlenförmig in die Landschaft und Spazierwege führten durch die Wiesen. Hier entstand die größte städtische Baumschule, in der u.a. die Apfelbaumsorte "Malus x magdeburgensis" gezüchtet wurde. Durch die ornamentalen Teppichbeete und das rekonstruierte historische Parkrestaurant am Hotel kann man heute die Attraktivität und Wertschätzung der Parkanlage zum Beginn des 20. Jahrhunderts erleben. Der dendrologische Lehrpfad zeigt auf Übersichtstafeln 90 der schönsten und bedeutendsten Baumarten im Park. Der angrenzende Wiesenpark, der Biederitzer Busch, verschiedene Sportanlagen wie die Magdeburger Rennbahn und der Elbauenpark ermöglichen zahlreiche Aktivitäten im Herrenkruggebiet. Weitere Infos: Herrenkrugstraße, 39114 Magdeburg. Öffnungszeiten: ganzjährig frei zugänglich, Eintritt frei. Führungen: Im Rahmen von Stadtrundfahrten und -führungen der Magdeburg Information, Info-Tel. 0391/5404908. Café/Gastronomie: Herrenkrug Parkhotel (Tel. 0391/85080), im Sommer mit Biergarten. Übernachtungen u.a.: Tourist-Information Magdeburg (Tel. 0391/19433).

ImageSchloss und Schlossgarten Oranienbaum
Oranienbaum ist ein frühes und bedeutendes Barockensemble niederländischer Prägung in Deutschland. Es entstand im Auftrag von Henriette Catharina von Oranien-Nassau (1637-1708), der Gemahlin des Fürsten Johann Georg II. von Anhalt-Dessau. Trotz laufender Restaurierung steht das ab 1683 errichtete und bis 1700 erweiterte Schloss den Besuchern offen. Vor dem Schloss erstrecken sich Parterres; auf der Rückseite befindet sich ein ausgedehnter, fast rechteckiger Garten mit Parterres rund um einen Springbrunnen. Wege führen weiter hinaus, Dickichte und ein Wildpark schließen sich an. Ein Bereich des weitläufigen barocken, in seiner Struktur später vereinfachten Parks, wurde durch den Fürsten Franz von Anhalt-Dessau, dem Urenkel der Gründerin Oranienbaums, von 1793 bis 1797 umgestaltet, der sich damit seine Gartenträume verwirklichte. Heute gilt der Englisch-Chinesische Garten als der einzig erhaltene dieser Art in Deutschland, mit Pagode, Teehaus und Brücken. Die 1818 vollendete Orangerie ist mit 176 Metern eine der längsten Europas (UNESCO-Welterbe). Erst nach der deutschen Wiedervereinigung wurde dieser ehemalige Geheimtipp einem größeren Publikum zugänglich. Weitere Infos: Schlossstraße, 06785 Oranienbaum. Öffnungszeiten: Park ganzjährig frei zugänglich, Eintritt frei; Schloss: April und Okt., Sa/So/feiertags 10-17 Uhr, Mai bis Sept. Di-So 10-18 Uhr. Führungen: Anmeldung von Stadt- und Parkführungen in der Touristeninformation Oranienbaum, Schlossstr. 17, 06785 Oranienbaum. Ausstellungen: Museum zur Geschichte Oranienbaums (im Schloss). Gastronomie: Sommercafé in der Orangerie. Infos auch bei: Kulturstiftung Dessau/Wörlitz (Tel. 0340/646150) oder Tourist-Information Dessau-Roßlau (0340/2041442 und 19433), E-Mail: touristinfo@dessau.de.

ImageWörlitzer Anlagen mit Elbe
Die Wörlitzer Anlagen mit ihren klassizistischen und neogotischen Bauten sind das Hauptwerk des Gartenreichs Dessau-Wörlitz und gelten als Inbegriff der Aufklärung in Deutschland. Angelegt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau wurde Wörlitz zum Pilgerziel und zum Vorbild für viele weitere Parkanlagen (UNESCO-Welterbe). Das Schloss wurde von Erdmannsdorff 1769-73 im klassischen englischen Landhausstil umgestaltet. Es folgten viele kleinere Gebäude, die über den Park verteilt waren, darunter ein Pantheon, ein Gotisches Haus und mehrere Tempel und Grotten. Die Gartenmitte bildet ein See, den fünf Gartenbereiche umgeben, die alle ab 1765 entstanden: Schlossgarten, Schochs Garten, Kleines und Großes Walloch und Neumarks Garten. Der etwa 40 ha große Park umfasst raffiniert angeordnete Wege und Blickachsen, durch deren Sichtbeziehungen eine Einheit entsteht. Interessanterweise war die Anlage von Beginn an der Öffentlichkeit zugänglich. Weitere Infos: 06786 Wörlitz. Öffnungszeiten: Garten ganzjährig frei zugänglich, Eintritt frei; Schloss: April und Okt. Di-So 10-17 Uhr, Mai bis Sept. Di-So 10-18 Uhr; Gotisches Haus: April und Okt. Di-So/feiertags 11-17 Uhr, Mai bis Sept. Di-So 10-18 Uhr, Besuch nur mit Führung möglich. Führungen: regelmäßige Parkführungen der Wörlitz Information: April bis Okt. täglich 13 Uhr, Treffpunkt am Weg vom Markt zum Schloss (nahe Küchengebäude). Ausstellungen: Originalausstellung aus der Entstehungszeit. Gastronomie: Restaurant im Küchengebäude. Veranstaltungen: Vortragsabende, Seekonzerte. Weitere Infos: Kulturstiftung Dessau/Wörlitz (Tel. 0340/646150) oder Tourist-Information Dessau-Roßlau (0340/2041442 und 19433), E-Mail: touristinfo@dessau.de.

ImageLandschaftspark Spiegelsberge, Halberstadt
Die Spiegelsberge - nach ihrem ehemaligen Besitzer, dem Halberstädter Domdechanten F. L. C. von Spiegel zum Diesenberg (1711 - 1785) benannt - wurden ab 1761 in einen sehr frühen Landschaftspark verwandelt. Seit 1771 ist die mit interessanten Parkarchitekturen bestückte Anlage allen zugänglich. Bedeutende Gebäudekomplexe sind erhalten und liebevoll restauriert, u.a. das Jagdschloss mit dem Riesenweinfass, die Eremitage oder der Aussichtsturm Belvedere. Weitere Infos: Spiegelsberge 4, 38820 Halberstadt. Öffnungszeiten: Park ganzjährig frei zugänglich; Tiergarten: im Sommerhalbjahr 9-19 Uhr, im Winterhalbjahr 9-17 Uhr, mit Eintritt. Führungen: Themenführungen sowie Erlebnisführungen mit einer Überraschung in der Eremitage (Anmeldung 10 Tage vorher, ab 10 Personen) bei Halberstadt- Information (Tel. 03941/551815). Gastronomie: Hotel und Restaurant Jagdschloss Spiegelsberge (Tel. 03941/551815); Spiegelsberge 6, 38820 Halberstadt (Tel. 03941/583995); Gästehaus Spiegelsberge (Tel. 03941/621914). Übernachtungsmöglichkeiten und touristische Informationen: Halberstadt Information (Tel. 03941/551815), Halberstadt-Info@halberstadt.de.

Buchtipp:
Weitere wundervolle Gartenanlagen aus Deutschland und der ganzen Welt finden Sie in dem opulenten Bildband "1001 Gärten, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist" (Herausgeberin Rae Spencer-Jones, Edition Olms, ISBN 978-3-283-00544-3, 29,95 Euro). Begleiten Sie 71 Gartenliebhaber und -kenner auf ihren Reisen zu bezaubernden Landschaften, entworfen und betreut von den weltweit besten Gärtnern, Gartenbauern und Landschaftsarchitekten. Neben weltberühmten Gärten, wie die märchenhaft schönen Gärten der Alhambra in Grenada, die majestätischen Parkanlagen von Versailles, Claude Monets berühmten Garten in Giverny oder die barocke Gartenanlage Augarten in Wien zeigt der Band jedoch auch eine Fülle von ganz verborgenen kleinen Gartenparadiesen und somit sowohl für Profigärtner als auch für Laien ein Füllhorn an Ideen und Anregungen.

Fotos: 1. Stadt Osterburg, 2. Ulrich Schrader, 3./4./5. LMG, 6. Jürgen Hohmuth



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