Grüner geht's nicht

Den jüngst gefeierten "Tag des Gartens" wollen wir zum Anlass nehmen, Ihnen eine kleine Auswahl der schönsten und prächtigsten Gärten in Deutschland vorzustellen. Ein Besuch dieser Parks, die von großen Landschaftsarchitekten entworfen und von berühmten Gartenbauern betreut werden, lässt die Herzen aller Gartenliebhaber höher schlagen.

ImageSanssouci (Brandenburg)
Nur wenig ist von dem wegweisenden Garten von Sanssouci erhalten, den Friedrich II., König von Preußen, errichten ließ, denn er wurde 1822 von Peter Joseph Lenné zur großartigen romantischen Landschaft umgestaltet. Die wichtigsten Elemente des Originals jedoch haben zum Glück überlebt. Sans souci bedeutet "ohne Sorge". Friedrich wünschte sich eine Sommerresidenz, wo er ein einfaches Leben, frei von Regierungsgeschäften, führen konnte. Zuerst wollte er einen Weinberg: sechs riesige, gewölbte Weinbergterrassen fingen die Sonne ein. An den Mauern aus hitzespeicherndem Backstein rankten die Weinreben entlang, und in 168 Mauernischen wuchsen Feigenbäume, die mittels verglaster Schutzwände vor schlechtem Wetter geschützt wurden. Ein großer zentraler Treppenaufgang teilte die Terrassen in zwei Hälften; mit einem monumentalen Brunnen am Fuße der Treppe. Von der oberen Terrasse aus führten auf beiden Seiten Lindenalleen zu phantasievoll mit Spalieren und goldenen Sternen verzierten Pavillons. All dies und mehr ist heute noch zu sehen. Weitere Infos finden Sie hier.

ImageBranitzer Park (Brandenburg)
Nach dem Verkauf von Schloss Muskau 1845 zog Fürst Hermann von Pückler-Muskau nach Branitz, auf das alte Familienanwesen. Die schwere Schuldenlast konnte seine Gartenbegeisterung nicht dämpfen, und so machte er sich daran, die langweilige Landschaft rund um Schloss Branitz umzugestalten. Er verlieh der Landschaft eine neue Gestalt, baute künstliche Wasserwege, grub Seen, häufte Erde zu Hügeln auf und setzte reizvolle Akzente. Nur einheimische oder eingebürgerte Bäume wurden gepflanzt und durchdacht platziert, so dass sich stets neue schöne Anblicke ergeben. Der Branitzer Park bleibt eine höchst eindrucksvolle Errungenschaft, die Interpretation eines Landschaftsgartens, der Einflüsse aus aller Welt verbindet und neue Maßstäbe setzte. Weitere Infos finden Sie hier.

ImageSichtungsgarten Hermannshof (Hessen)
Hermannshof ist der vielleicht aufregendste Garten Europas in Sachen Pflanzen und Design. Er zeigt auf wundervolle Weise den zeitgenössischen, naturalistischen Stil, der heute als typisch deutsch gilt, und das gelingt mittels Stauden in einem relativ bescheidenen, intimen Maßstab, jedenfalls im Vergleich zu anderen Pflanzungen im großen Stil. Majestätische Bäume bilden das Grundgerüst des Gartengeländes, in das seit 1980 viele neue Pflanzungen integriert wurden. Es entstanden verschiedene Gartenhabitate, deren jeweilige Pflanzkombinationen nach Verträglichkeit, Ästhetik und Pflegeanspruch ausgewählt wurden. Den Frühling dominieren Unmengen von Tulpen, im Frühsommer blühen Waldblumen im Randbereich des Gartens, gefolgt von spektakulären Beeten mit Schafgarbe und Salbei, der vielleicht eindrucksvollsten Rabatte Europas wegen ihrer Ausgewogenheit von Farbe und Form. Den Rest des Sommers über gibt es große Beete mit Präriepflanzen sowie Rabatten mit Einjährigen. Kuriositäten wachsen überall. Weitere Infos finden Sie hier.

ImageSchloss Pillnitz (Sachsen)
Der Französische Garten mit seinen formellen Parterres liegt zwischen den beiden Palastgebäuden und öffnet den Blick auf ebenfalls formelle Sichtachsen, zwischen denen Hecken unterschiedlich bepflanzte Garten-"Räume" umschließen. Gegenüber liegt der berühmte Fliederhof, der von drei Seiten von Palasterweiterungen begrenzt wird. Die Schlossgebäude umgibt ein englischer Landschaftspark, der zwischen 1838 und 1867 nach Peter Joseph Lennés Gestaltungsprinzipien umgebaut wurde. Er enthält die Orangerie, das Palmenhaus und einen kleinen See. Am Ende des Sees steht ein englischer Pavillon, der dem Tempietto im Kreuzgang von San Pietro im italienischen Montario nachempfunden ist. Ein Blick hinein lohnt sich! Viele ausgewachsene, prächtige Bäume mit botanischem Anspruch verleihen dem Park etwas von einem herrlichen Arboretum. Auf keinen Fall sollten Sie Deutschlands größte Kamelie verpassen, eine der schönsten Europas und einzige überlebende von vier japanischen Pflanzen, die der schwedische Botaniker Carl Peter Thunberg 1778 eingeführt hatte. Weitere Infos finden Sie hier.

ImageBotanischer Garten München-Nymphenburg (Bayern)
Pflanzenbegeisterte sollten den Botanischen Garten in München keinesfalls verpassen. Er liegt nur eine Straßenbahnfahrt von der Innenstadt entfernt, neben dem Schloss Nymphenburg, und ersetzte 1914 den alten botanischen Garten, der der wachsenden Pflanzenzahl nicht mehr genug Platz geboten hatte. Über 9000 Freilandpflanzen gedeihen hier, weitere 6200 Pflanzen sind in den Gewächshäusern zu finden. Vor allem die Pflanzarrangements unterscheiden diesen botanischen Garten von anderen. Die einzigen formellen Bereiche sind der Schmuckhof, ein Senkgarten vor dem Hauptgebäude mit jahreszeitlich bepflanzten Beeten, und der Rosengarten mit alten Rosen und modernen Züchtungen. Von hier aus teilt sich der Garten fächerförmig in systematisch getrennte Habitats: Frühlingsgarten, Pfingstrosen und Irisbeete, Rhododendron-Hain und Farnschlucht, Bayerische Pflanzengesellschaften, Alpinum, Moor- und Heidegarten und Arboretum. Besonders interessant ist die Ökologisch-Genetische Abteilung und der kleine Bereich der Geschützten Pflanzen. Weitere Infos finden Sie hier.

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