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| Portugal: Klappern gehört zum Urlaub |
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Die Sommer-Temperaturen liegen an der Algarve zwischen 20 und 30 Grad und werden durch eine sanfte Meeresbrise abgekühlt. Auch im Winter herrscht im Süden Portugals angenehmes T-Shirt-Wetter. Am besten können Tiere und Menschen diese klimatischen Bedingungen in Ria Formosa genießen – zu deutsch: “schönes Haff”. Diese Lagunen-Landschaft an der östlichen Algarve-Küste liegt zwischen Faro und Cacela Velha – und zwar in der Einflugschneise des Faro Airport, was erst einmal widersprüchlich klingt. Doch beim sanften Gleiten mit dem Boot – vorbei an den Brut- und Nistplätzen einiger vom Aussterben bedrohter Vogelarten – wird dem Besucher schnell bewusst: Tourismus und Naturschutz können miteinander harmonieren. Denn die Triebwerke der tief einfliegenden Urlauber-Jets dröhnen nicht mehr so erschreckend laut wie in jener Zeit, als die verschärften Lärmschutz-Bestimmungen für den Flugverkehr noch nicht galten.
Im Westen der Algarve liegt jener felsige Strandabschnitt, der etwas mehr als 50 Kilometer hinauf nach Norden reicht. Hier finden die Wanderer und Vogel-Beobachter jene Plätze, an denen sie ihre Träume verwirklichen können. Die Ost-Algarve eignet sich dagegen mit ihren unkomplizierten Sandstränden bestens als Spiel- und Sportplatz für Kinder. Wer von einem Urlaub mehr erwartet als Sonne und Sand, der findet an der Algarve auch diese beiden Orte der Besinnung: Küche und Kirche. Wobei mit „Kirchen“ nicht nur die christlichen Kulturdenkmäler gemeint sind, sondern gleichberechtigt auch Synagogen und Moscheen. Jahrhunderte lang lebten hier Christen, Juden und Muslime miteinander, inspirierten sich gegenseitig und hinterließen ihre Spuren.
Die Küchen-Kultur der Algarve wurde ebenfalls von diesem Nord-Süd-Dialog geprägt. Feine orientalische Gewürze sensibilisieren seit Jahrhunderten die Geschmacksnerven der Portugiesen. Koriander, Muskat, Nelken, Oregano und Paprika sind die vorherrschenden Nuancen; Knoblauch kommt in der Algarve-Küche nur sparsam zum Einsatz. Das bäuerliche Fleisch- und Gemüse-Angebot sorgt für die deftigen Charakter-Eigenschaften der Küche im Süden von Portugal. – Typisch dafür sind dicke Bohnen, Kichererbsen, Kohl und Mohrrüben. Neben Lammkeule und Kalbsleber findet der Gast auf den Restaurant-Speisekarten auch Rebhuhn und anderes Wild-Geflügel.
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In den kleinen und auch großen Ortschaften der Algarve – jener sonnigen Provinz im Süden von Portugal – hört der Spaziergänger regelmäßig dieses anheimelnde Geräusch. Es klingt, als würde es von einem altersschwachen Zweitaktmotor erzeugt. – Irrtum. Seit seinem Besuch in der Algarve-Distrikthauptstadt Faro glaubt Winfried Dulisch wieder an den Klapperstorch.
Die Naturschützer wussten immer schon: Wo der Storch sich wohl fühlt, da kann auch der Mensch gut leben. Wenn Zugvögel im Frühjahr aus Afrika zurück nach Europa kommen, ist die portugiesische Atlantik-Südküste ein idealer Zwischenlandeplatz. Einige Storchen-Paare haben hier sogar ihren ganzjährigen Wohnsitz – und zwar in Nestern, die sie auf Kirchtürmen, Schornsteinen oder Fernsehantennen eingerichtet haben. Denn das Klima ist hier für alle Lebewesen gleichermaßen ideal.
Kaum ein Tier flüchtet heute noch in sein sicheres Versteck, wenn die Nachfahren der einstigen Donnervögel ihre lebendige Fracht in das portugiesische Urlauber-Paradies bringen. Und als Paradies für Menschen bietet die Algarve neben ihren klimatischen Vorzügen vor allem auch noch eine abwechslungsreiche Strand-Region. Die Küstenlinie erstreckt sich in Ost-West-Richtung über mehr als 150 Kilometer.
Ein architektonisches Überbleibsel erinnert an der Algarve heute noch überall daran, dass der Islam zwischen dem frühen achten und dem 13. Jahrhundert die vorherrschende Kultur im heute portugiesischen Teil der iberischen Halbinsel war. Die Minarett-ähnlichen Schornsteine zeugen von muslimischem Einfluss – vor allem auch auf vielen neu erbauten Häusern.