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Auf gruseligen Spuren - der Werwolf-Wanderweg in Bedburg
ImageWanderrouten gibt es viele in Deutschland, aber nur eine folgt den historischen Spuren eines „Werwolfs“. Der Werwolf-Wanderweg im nordrhein-westfälischen Erftkreis führt zu den Schauplätzen des Lebens von Peter Stubbe, der 1589 als Werwolf hingerichtet wurde.

ImageLandschaft schafft Legenden
Im Erftkreis gibt es viele Geschichten über Werwölfe. So soll es die „schöne Werwölfin“ oder den „hungrigen Mittagswolf“ gegeben haben. Der Bedburger Stadtarchivar Uwe Depcik erklärt das gehäufte Auftreten solcher Legenden mit den landschaftlichen Besonderheiten der Region. „Man braucht eine gewisse Landschaft dazu: dichten, dunklen Wald und große Sumpfgebiete, wo man sich unerklärliche Phänomene ausdenken kann.“ In den damals noch sumpfigen Erft-Niederungen verunglückten viele Menschen und wurden zur leichten Beute für Wölfe. Als dann die schlimm zugerichteten Leichen gefunden wurden, waren die Menschen überzeugt, dass ein Werwolf hier sein Unwesen treibt.

Sonderling Peter Stubbe
Soweit die historischen Ereignisse rekonstruiert werden konnten, hat Peter Stubbe als freier Bauer in dem winzigen Dorf Epprath gelebt. Stadtarchivar Uwe Depcik: „Der Peter Stubbe, der Werwolf von Eprath, war ein Einzelgänger. Man geht heute davon aus, dass er unter einer seltenen Krankheit litt, die ihn verhaltensauffällig werden ließ. Und dann kam es natürlich gleich dazu, dass irgendwelche Leute mit dem Finger auf ihn zeigten.“ Auf seinem Hof soll Peter Stubbe zusammen mit seiner Tochter und einer weiteren Verwandten gelebt haben. Das machte ihn in den Augen seiner Nachbarn bereits verdächtig. Und damit war das Schicksal des Mannes besiegelt. Ob es nun – wie im Fall vieler Hexenprozesse – der Neid auf seinen Besitz als freier Bauer oder sein ungewöhnlicher Lebenswandel waren – Peter Stubbe wurde als Werwolf angeklagt, verurteilt und auf besonders grausame Art zu Tode gebracht. Auch seine beiden weiblichen Verwandten wurden hingerichtet.

ImageInternationales Aufsehen
Der Fall erregte großes Aussehen. Sogar in den Niederlanden, England und Dänemark wurde über die vermeintlichen Gräueltaten des Werwolfs berichtet. Die damalige Justiz sah es als erwiesen an, dass Peter Stubbe in Gestalt eines Werwolfes mehrere Menschen, darunter seinen eigenen Sohn, getötet hatte. Zugleich wurden ihm Vergewaltigungen, Inzest und Zauberei zur Last gelegt. Die ganze Geschichte wurde damals sogar auf Kupferstichen dargestellt. Was dem armen Mann im 16. Jahrhundert zum Verhängnis wurde, lockt heute Ausflügler und Geschichtsfreunde nach Bedburg. Sogar aus Übersee war schon ein Filmteam im Erftkreis, um über den Werwolf-Wanderweg zu berichten. „Der Werwolf-Wanderweg führt zu den touristisch interessanten Gebieten in der Region, aber auch zu den historisch verbürgten Originalschauplätzen“, erklärt Robert Heinen von der Stadtverwaltung Bedburg.