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Besuch in Ungarns Unterwelt

ImageDer höchste Stalagmit der Welt, bizarre Tropfsteine in Tierformen und ein unterirdischer Konzertsaal mit ausgezeichneter Klangqualität – all das findet man in den unzähligen Höhlen des Aggteleker und Slowakischen Karsts. Die 712 Höhlen stehen seit 1995 auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Im Jahr 2000 wurde das internationale Schutzsiegel noch auf eine einzigartige Eishöhle des Karsts erweitert.  Einen Besuch sind die ungarischen Tropfsteinhöhlen auf jeden Fall wert.


273 der Höhlen befinden sich auf ungarischem Boden, im Aggtelek Nationalpark im Nordosten des Landes. Als Highlight gilt das Höhlensystem von Baradla. Es erstreckt sich auf 21 Kilometern bis in die Slowakei hinein und ist in Ungarn an mehreren Stellen zugänglich, etwa am Haupteingang in Aggtelek oder in Jósvafö. Die Baradla-Höhle wartet unter anderem mit einem Superlativ auf: dem mit 32,7 Metern höchsten Stalagmiten, also vom Boden wachsenden "Gesteins-Turm", der Welt. Wie die zahlreichen Stalaktiten, die eiszapfenförmig von der Decke hängen, entstand das gigantische, farbenfrohe Gebilde im Laufe der Jahrtausende durch Kalkausscheidungen von Wasser, das durch feine Spalten in die Höhlen eindringt. Dabei wachsen Tropfsteine innerhalb von 15 bis 20 Jahren nur um einen einzigen Millimeter!

ImageOft erinnern die Formen in der UNESCO-geschützten Höhlenwelt an Tiere oder andere Wesen, wie schon an den Namen einzelner Tropfsteine oder ganzer Abschnitte zu erkennen ist. Besucher begegnen hier einer "Schildkröte", einem "Tiger" und dem "Weihnachtsmann" oder spazieren durch ein "Märchenland". Ein Abschnitt der Baradla-Höhle wurde auf Grund seiner besonderen Akustik als Konzertsaal eingerichtet. In der "steinreichen" Kulisse spielen regelmäßig namhafte Künstler aus dem In- und Ausland. Bei Höhlenführungen erleben Besucher hier faszinierende Licht- und Musikeffekte.
Neben der Baradla-Höhle stehen Touristen auch die Rákóczi- und die Béke-Höhle für Besichtigungen offen. Dabei wird die Béke barlang ("Friedenshöhle") immer beliebter, da sie noch reicher an Tropfsteingebilden ist als die benachbarte Unterwelt von Baradla. Die hohe Luftfeuchtigkeit sowie besondere Schimmel- und Bodenpilze in dieser Höhle lindern die Beschwerden von Asthmakranken. Während der Wintersaison, also noch bis zum 31. März 2005, sind Teile des Höhlensystems täglich von 8 bis 16 Uhr für Besucher geöffnet. Höhlenfans kommen bei unterschiedlichen Führungen, meist jedoch in ungarischer Sprache, auf ihre Kosten (ab 800 Forint pro Person, etwa drei Euro). Deutschsprachige Touren können nach frühzeitiger vorheriger Anmeldung arrangiert werden. Für Abenteuerlustige werden nach Voranmeldung auch Klettertouren angeboten.


Informationen zum Aggtelek Nationalpark beim lokalen Tourinform-Büro in Aggtelek, telefonisch unter 0036/48/503-001.

Mehr Infos auch hier www.ungarn-tourismus.de