Wir sind Partner von amicella

Test-Telegramm: VW Golf Variant gegen Subaru Levorg – viele Platz und viel Power

Der VW Golf Variant ist ein alter Bekannter, der Subaru Levorg dagegen ein ganz neues Gesicht unter den Kombis. Beide hat unser Auto-Tester Heinrich Rohne genauer unter die Lupe genommen und einiges Bemerkenswerte herausgefunden.

So sehen sie aus: Der VW Golf Variant (kleines Bild oben) hat mittlerweile ein starkes Design. Breiter und länger, aber spürbar flacher als der Vorgänger wirkt der Lademeister aus Wolfsburg jetzt eleganter und dynamischer. Der GTD ist zudem 15 mm tiefergelegt. Die Flächen sind sauber modelliert und haben eine gewisse Spannung, die Lichtkanten sind scharf ins Blech gepresst, die Proportionen wurden zurechtgerückt, und selbst die D-Säule passt jetzt mit ihrem typischen Parallelschwung in die Golf-Familie. Besonders stolz ist Designchef Klaus Bischoff aber auf das Heck, dass dank der erstmals geteilten Rückleuchten jetzt breiter wirkt und praktischer ist. Hier hat sich VW jetzt für mehr Familien-Charakter entschieden und dem Allrounder die fast gleichen Rückleuchten spendiert wie dem Schrägheck.

Der Subaru Levorg (großes Bild rechts) hat beim Design richtig hingelangt. Bereits in der Serienausstattung zieht ein Frontspoiler den mit breiter Chromspange gerahmten Kühlergrill optisch Richtung Asphalt. Die Scheinwerfer mit LED-Licht sind geschärft. Aber das Wichtigste ist, dass auf der Motorhaube die riesige Hutze thront, die den Levorg im Straßenverkehr zu einem echten Hingucker macht. Bei kaum einem anderen Auto drehten sich bei einer Testfahrt so viele Leute um.

Auch in der Seitenlinie galt es den Designern Sportlichkeit auszudrücken. Das Dach fällt sacht ab, bekommt aber mit Hilfe des Dachspoilers einen ordentlichen Zug in Richtung Heck. Dorthin, wo unter der ebenfalls sehr dynamischen Heckschürze zwei fette, mit Chrom verblendete Endrohre ruhen. Wem das optisch noch nicht reicht, der kann zusätzlich das STI-Kit für 1.807 Euro wählen, das von der Rennsportabteilung Subaru Tecnica International entwickelt wurde. Hier gibt es eine zusätzliche Spoilerlippe an der Front, Einfassungen am Heck und schwarz lackierte 18 Zöller, die wirklich scharf aussehen, sowie verbreiterte Schweller. Wie man sich auch um den Levorg dreht, er hat eine Ausstrahlung, wie man sie von Subaru sonst nicht kennt.

So viel Platz haben sie: Die Verarbeitungsqualität im VW Golf Variant entspricht natürlich dem typischen VW-Standard. Verschiedene Oberflächenmaterialien für Armaturen und Konsole wahlweise in matter oder glänzender Ausführung je nach Version und Kaufpreis differenzieren die verschiedenen Niveaus, ohne dass sich Käufer der Basisvarianten wirklich Sorgen machen müssen. Nichts klappert oder knarzt, alle Tasten klicken satt und die Drehregler rasten so präzise, wie man es von der Marke aus dem Norden Deutschlands erwartet.

Der GTD wirkt innen natürlich noch etwas sportlicher und ist in Anlehnung an die GT-Modelle mit den berühmten Karo-Sitzen ausgestattet. Und Platz hat der Variant reichlich. Eine Luke von 1,03 Meter Breite erleichtert gemeinsam mit einer 63 Zentimeter niedrigen Ladekante die Befüllung des Gepäckreservoirs. Hinein passt wahrlich genug: 605 Liter mindestens, maximal unters Dach gestapelt sind es 1.620 Liter. Für alle Fans schwedischer Möbelhäuser noch interessanter ist die Laderaumlänge. Sie beträgt 1,83 Meter bis zur Lehne des Fahrersitzes. Ab der Comfortline-Ausstattung kann auch die Lehne des Beifahrersitzes umgeklappt werden, dann passen sogar 2,67 Meter hinein. Immer an Bord sind ein variabler Gepäckraumboden sowie die beiden links und rechts montierten Zughebel nahe der Kofferraumöffnung. Mit einem Handgriff klappt das jeweilige Segment der Rücksitzlehne nach unten und sorgt für eine fast ebene Fläche.

Dynamisch geht es innen (Bild links) im Subaru Levorg zu. So vermitteln schon die Sitze mit ihren hohen Seitenwangen einen sehr sportlichen Eindruck. Wem der sportliche Ausritt dann aber doch im Blut liegt, der sollte überlegen, ob er sich nicht für die Top-Version „Sport“ entscheidet, denn hier gibt es Sportsitze, die den Seitenhalt gegenüber dem herkömmlichen Gestühl deutlich verbessern. Dafür bietet der flotte Asiat, obwohl er im direkten Vergleich mit seinem Vorgänger, dem Legacy, um 10 Zentimeter geschrumpft ist, mehr Platz auf allen Plätzen.

Der Kofferraum schluckt 522 Liter und maximal gar 1.446 Liter, wobei 40 davon sich unter dem doppelten Ladeboden verbergen. Und es gibt viele Informationsflächen. Zwischen den analogen Rundinstrumenten ruht ein Vollfarbmatrix, die Gangwahl, Fahrmodi und die Geschwindigkeit wird noch einmal digital anzeigt. Oben auf der Armatur ist ein Multiface Display mit 4,3 Zoll, das wahlweise über Verbrauch, Kraftverteilung, Uhrzeit und Temperatur informiert. Darunter, zentral in der Mittelkonsole, der große TFT mit den üblichen Funktionen: Navi, Radio und Apps. Hinzu kommen – und das gibt es wohl in keinem anderen Fahrzeug – sechs USB-Anschlüsse.

So fahren sie sich: Ein reichhaltiges Angebot an modernen Motoren hat der VW Golf Variant zu bieten. Benziner von 85 bis 140 PS und Diesel von 105 bis 150 PS stehen zur Verfügung. Der 1,6-TDI wird vermutlich das meistverkaufte Familienmitglied werden. Mit einer Leistung von 105 PS und einem moderaten Verbrauch von 3,9 l/100 km kann sich der Lademeister sehr gut sehen lassen. Für die Sportler ist aber auch noch einiges im Angebot. Der Hammer ist der R-Golf mit 300 PS, ein echter Power-Kombi. Wer auch schnell unterwegs sein will, aber deutlich weniger verbrauchen und damit sehr viel weiter mit einer Tankfüllung kommen und auch noch deutlich weniger Geld ausgeben will, der wird in der Variant-Familie jetzt ebenfalls fündig. Denn der GTD bietet diese bewährte Mischung aus GTI mit Dieselmotor, der mit satten 184 PS und einem maximalen Drehmoment von 380 Nm und 6-Gang-Schaltgetriebe antritt. Der GTD ist einerseits kräftig genug, um die um 15 mm tiefergelegte Fuhre mit Sportfahrwerk von Null auf 100 in 7,9 Sekunden sowie auf maximal 231 km/h zu treiben, ist aber andererseits mit einem Durchschnittsverbrauch von nur 4,4 l/100 km auch ein echtes Sparwunder.

Subaru hat im neuen Levorg statt des alten 2.0-Liter-Boxer-Motors jetzt einen mit 1,6 Liter Hubraum in den Ring geschickt. Der Benziner leistet 170 PS und bekräftigt den Willen zum flotten Vortrieb mit 250 Newtonmeter Drehmoment, die, wie bei Subaru üblich, permanent an alle vier Räder verteilt werden. Die Kraftverteilung übernimmt ein CVT-Getriebe, das seine Arbeit automatisch und über sechs Schaltstufen ausgesprochen souverän und ohne spürbare Kraftverluste erledigt. Da ist kein langes Gummiband gespannt, das den Vortrieb verzögert und elende Kunstpausen erzeugt. Wie die Mechanik die Gänge einlegt, kann der Fahrer mit zwei Modi festlegen: S steht wie nicht anders zu erwarten für Sport und I für Intelligence. Angenehm ist, dass die Umstellung nicht über Knöpfe oder Drehregler in der Mittelkonsole und auch nicht über das im Subaru mit sieben Zoll nicht überdimensionierte Touchscreen erfolgt.

Im Levorg ist der Knopf für die Modi im Lenkrad untergebracht und man kann elegant per Daumendruck switchen. Und der Japaner kann schnell: Mit 210 km/h ist er in der Spitze glaubhaft ausgepreist und in 8,9 Sekunden hat er Tempo 100 erreicht. Der Verbrauch liegt in der Praxis bei sieben bis acht Liter. Darüberhinaus hält der permanente Allradantrieb mit einer Kraftverteilung von vorn 40 und hinten 60 Prozent den Levorg im Zusammenspiel mit der elektronischen Fahrdynamikkontrolle vorbildlich in der Spur. Außerdem besticht der Levorg auf der Langstrecke durch sanfte Bewegungen und eine ausgezeichnete Laufruhe.

So viel kosten sie: Der VW Golf Variant kostet mindestens 19.575 Euro. Der sportlich-sparsame GTD ist bereits ab 31.975 Euro zu haben. Und der R-Golf steht mit 42.925 Euro ganz oben in der Preistabelle. An Ausstattung gibt es natürlich nichts was es nicht gibt. Vor allem das Angebot an Assistenzsystemen ist reichlich – alles was derzeit auf dem Markt ist, kann für den Golf Variant bestellt werden.

Auch Subaru hat mit Blick auf die Sicherheitsfeatures beim Levorg eine kräftige Schippe draufgepackt. Neben sieben Airbags sind ein Knieairbag Serie und es gibt für alle Modelle einen Totwinkel-, Querverkehr- und Fernlichtassistenten, Rückfahrkamera und schlüssellosen Zugang.
Sehen lassen kann sich auch der Preis von mindestens 28.900 Euro.

Fazit: VW hat mit dem Golf Variant GTD einen echten Triathleten geschaffen – sportlich, effizient und üppig im Platzangebot. Ein sprintstarker Dauerläufer eben für „familienorientierte Lifestyleväter“. So ist es VW beim Golf Variant gelungen, die Angebotspalette von der Brot-und-Butter-Basis jetzt bis hin zum Lust-und-Luxus-Laster zu spannen. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Der Subaru Levorg bleibt optisch und fahrtechnisch etwas für Leute, die das Außergewöhnliche suchen. Fahrer, denen Individualismus wichtig ist, sind bei dem Allrad-Kombi an der richtigen Adresse.

QUELLEN:

  • Fotos: Subaru, VW
Content Management System von Hostmania [0.025s]