Test-Telegramm: Nissan Qashqai gegen Mitsubishi Outlander: Zwei SUVs auf Erfolgskurs

Im Segment der SUVs sind der Nissan Qashqai und der Mitsubishi Outlander gut dabei. Und sie werden immer besser. Davon konnte sich auch unser Auto-Experte Heinrich Rohne bei ausgiebigen Testfahrten überzeugen.

So sehen sie aus: Die zweite Generation des Nissan Qashqai hat optisch kräftig zugelegt, die Konkurrenz muss sich also wieder warm anziehen. Der Bestseller ist länger, breiter und flacher, sowie im Innenraum geräumiger geworden. Die neuen Proportionen sowie eine aufgefrischte Frontpartie mit neuen LED-Scheinwerfern im Bumerang-Design lassen die Neuauflage des „Stadt-Nomaden“ moderner und dynamischer erscheinen.

Auch der Mitsubishi Outlander (Foto rechts) hat zugelegt. Schon ein paar Handgriffe genügten, um den 4,70 Meter langen Fünfsitzer schicker zu machen. Ein paar Chrom-Leisten hier und da, 18-Zoll-Felgen und in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger und Schweller reichten aus, um einen neuen frischen Eindruck zu machen. Außerdem arbeiten die Hauptscheinwerfer jetzt ab der mittleren Ausstattungslinie „Plus“ wie das Tagfahrlicht mit LED-Technik.

So viel Platz haben sie: Im Nissan Qashqai wirkt das Fahrzeuginterieur jetzt auch hochwertiger. Überzeugend auch die modernen Displays und Anzeigen mit dem jetzt sieben Zoll großen Navi-Bildschirm. Guten Seitenhalt bieten die neu entwickelten Sitze mit zusätzlichen Polsterungen im Becken-, Lenden- und Brustbereich. Der Wegfall des Handbremshebels - der Schalter für die neue elektronische Parkbremse sitzt vorn in der Mittelkonsole - schafft Platz für zusätzliche Ablagen.

Die neue Plattform lässt auch das Platzangebot wachsen. Die Insassen finden auf allen Sitzplätzen ausreichend Knie- und Kopffreiheit vor. Der Kofferraum fasst nun 20 Liter mehr: 430 bis 1.585 Liter. Und der Kompakt-SUV bietet darüber hinaus zwei praktische Neuerungen: ein zusätzliches Fach unter dem Kofferraumboden sowie eine Verstaumöglichkeit für das Gepäckraumrollo.

Auch der Innenraum des Mitsubishi Outlander fühlt sich jetzt hochwertiger an. Sowohl optisch als auch haptisch ansprechend ist das neue Vierspeichen-Lederlenkrad. Lob gebührt Mitsubishi auch für die Musikanlage, die einen satten Klang liefert und dank einem Subwoofer im Kofferraum auch Bass-lastige Stücke hervorragend wiedergibt. Und die Bedienung des Infotainment-Elemente rund um das große Display ist gegenüber dem Vorgänger deutlich verbessert worden. Jetzt erklären sich die verschiedenen Funktionen fast wie von selbst. Ebenfalls sehr gut: Eine verbesserte Dämmung macht den Outlander auch bei Geschwindigkeiten weit über 100 km/h fast zu einem Ort der Ruhe. Und die Platzverhältnisse sind üppig: denn der Kofferraum fasst mindestens 591 und maximal 1.754 Liter.

So fahren sie sich: Beim Nissan Qashqai stehen zwei Benziner und zwei Diesel zur Verfügung. Erstaunlich flott ist bereits der 1,2-Liter-Turbobenziner mit 115 PS, er will allerdings mit hohen Drehzahlen bei Laune gehalten werden. Richtig zur Sache geht der 1,6-Liter-Turbo-Benzin-Direkteinspritzer mit 163 PS. Sparsamstes Triebwerk ist der 110 PS starke 1,5-Liter-Turbodiesel mit einem Normverbrauch von nur 3,8 Liter je 100 Kilometer, das entspricht 99 g CO2/km. Sparsam und kraftvoll und damit das beliebteste Aggregat ist der größere Diesel, der 1,6-Liter-Selbstzünder mit 130 PS und 320 Nm. Zumal nur dieser Motor optional mit Allradantrieb oder einem stufenlosen CVT-Getriebe kombinierbar ist. Der 1.6 dCi ist nicht nur äußerst dynamisch, er kann mit seiner Wendigkeit in der Stadt und mit seinem gut abgestimmten Fahrwerk auf der Langstrecke punkten. Mit zu den größten Stärken zählt jedoch seine Effizienz. Das rund 1,5 Tonnen schwere Kompakt-SUV soll sich laut Hersteller nur mit 4,4 Liter auf 100 Kilometern begnügen. In der Praxis erreichten wir dann Werte so um die sechs Liter und das mit Allradantrieb. Das kann sich sehr gut sehen lassen.

Der Mitsubishi Outlander hat je einen Benziner und einen Diesel im Programm. Beide leisten 150 PS. Und beide sind sowohl als 2WD und 4WD zu ordern. Wir sind den Diesel als Allradler gefahren, haben in der Praxis so um die sieben Liter verbraucht, was sich auch gut sehen lassen kann. Und flott im Vortrieb ist der Selbstzünder auch – ideal für diesen SUV. Dynamischer ist der Hybridantrieb geworden. Hier arbeiten ein 2,0-Liter-Benziner mit 121 PS und gleich zwei E-Motoren mit jeweils 82 PS zusammen. Das sorgt für eine ordentliche Beschleunigung (11 Sek. Von 0 auf 100 km/h) und für eine ausreichende Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h (abgeregelt). Vor allem überzeugt der 1,8 Tonnen schwere Hybrid-Outlander auf der Langstrecke. Da sprechen die Zahlen für sich: Mitsubishi gibt als Reichweite bis zu 800 km an, im rein elektrischen Modus sind es immerhin 52 km und der Verbrauch soll bei 1,8 l/100 km liegen. Und man kann sich unbesorgt auch ins Gelände trauen, denn der Outlander ist nach wie vor auch mit Allrad-Antrieb ausgestattet, der auch aufgefrischt wurde.

So viel kosten sie: Der 130 PS starke Nissan Qashqai startet preislich bei 27.890 Euro und ist im Konkurrenzumfeld damit eher günstig. Zumal mit Start-Stopp-Automatik, LED-Tagfahrlicht, manueller Klimaanlage, Radio-CD-Kombination, Bordcomputer und Tempomat bereits die Basisversion Visia gut ausgestattet ist. Optional sind auch diverse Assistenzsysteme zu haben – von der Verkehrszeichenerkennung bis zum selbständigen Einparken ist alles zu haben. Der Einstieg für den 1,2-l-Benziner mit 115 PS ist ab 19.990 Euro zu haben.

Bei den Assistenzsystemen hat der Mitsubishi Outlander kräftig aufgesattelt. Neu ist das sogenannte „Unintended Acceleration Mitigation System“ kurz „UMS“, das beim Anfahren bis zu einer Geschwindigkeit von 10 km/h vor Hindernissen bis zu vier Meter vor oder hinter dem Fahrzeug warnt. Eine neue 360-Grad-Kamera stellt ab der mittleren Ausstattung „Plus“ das Fahrzeug aus der Vogelperspektive dar und erleichtert so das Rangieren sowie Parkmanöver in beengter Umgebung, bei denen auch ein Park-Assistent Hilfestellung leistet. Der Spurverlassenswarner informiert den Fahrer oberhalb von 65 km/h und bei mindestens 2,60 breiter Fahrspur bei unbeabsichtigtem Verlassen akustisch und optisch. Zu haben ist der Outlander ab 23.990 Euro. Der Diesel kostet ab 31.490 Euro, der Plug-in-Hybrid mindestens 39.990 Euro.

Fazit: Für Nissan war der Qashqai (Foto rechts) schon bei seiner Einführung im Jahr 2007 ein absoluter Glücksgriff. Schnell eroberte der japanische SUV die Herzen der Autofahrer und schoss an die Spitze der Zulassungsstatistiken bei den kompakten SUVs. Und die zweite Generation setzt diese Erfolgsserie jetzt sicher fort. Aber auch der Mitsubishi Outlander geht weiter seinen erfolgreichen Weg – zu Recht. Denn der Outlander ist ein ausgewachsener SUV mit viel Platz, üppigen Leistungsreserven und einem niedrigen Verbrauch.

Quellen und Bildrechte:

  • Fotos: Mitsubishi, Nissan