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Test-Telegramm: Nissan Pulsar gegen Volvo V60 Cross Country: beide mit viel Raum

Es gibt Raumwunder, denen sieht man das sofort an. Dazu gehört auch der Kombi Volvo V60 Cross Country. Der Nissan Pulsar gehört nicht auf den ersten Blick zu dieser Kategorie, doch sitzt man erst mal drin, ist die Überraschung groß. Davon hat sich auch unser Auto-Tester Heinrich Rohne überzeugen können.

So sehen sie aus: Der Nissan Pulsar (kleines Bild oben) ist im Gegensatz zum glücklosen Vorgänger Tiida wahrlich kein Langweiler oder Leisetreter. In Europa für Europa entworfen und entwickelt und in Spanien produziert, macht der Pulsar eine gute Figur: Die Scheinwerfer groß und mit dem optionalen LED-Brenner auch gleißend hell, der Kühler stolz, die Motorhaube stark konturiert, die Flanken muskulös und das Heck knackig, übernimmt der Pulsar den Stil seines abenteuerlustigen Plattformbruders Qashqai. Das lässt ihn selbstbewusst und sportlich aussehen.

Mit dem Volvo V60 (großes Bild rechts) kann jetzt auch in der höher gelegten Cross-Country-Variante auf Schotter-Safari gegangen werden. Denn die Schweden haben nun auch den Mittelklasse-Kombi V60 um 6,5 Zentimeter höher gelegt und mit Offroad-Insignien wie verbreiterten Radhäusern und angedeutetem Unterfahrschutz versehen. Zur eigenständigen Optik trägt auch der Frontgrill mit einer speziellen Wabenstruktur bei. So erscheinen die Abenteurer für den Alltag robust und elegant zugleich und müssen mit einer Bodenfreiheit von insgesamt 20,1 Zentimetern vor leichtem Gelände absolut keine Scheu haben.

So viel Platz haben sie: Vor allem setzt Nissan beim Pulsar auf innere Größe. Obwohl der Pulsar mit 4,39 Metern kaum länger ist als ein VW Golf (4,26 Meter) bietet er vor allem im Fond deutlich mehr Platz. Möglich macht das der konkurrenzlos lange Radstand von 2,70 Metern. Wo man bei der Konkurrenz schon ordentlich die Knie anziehen muss, sitzt man im Fond des Pulsar besser als in mancher Mittelklasse-Limousine – selbst wenn man größer als 1,80 Meter ist. Auch in der ersten Reihe sitzt man ausgesprochen bequem, wobei die Japaner dort nicht die Knie, sondern die Ellbogenfreiheit optimiert haben: Durch einen besonders tiefen Türausschnitt in Kombination mit extra breiten Polstern bieten sie die mit Abstand bequemsten Armauflagen. Und egal, ob man vorn oder hinten sitzt, man profitiert vom üppigen Kofferraum: Der fasst 385 Liter und ist dem Klassenprimus aus Wolfsburg auch um einige Liter voraus.

Innen überzeugt der SUV Volvo V60 Cross-Country mit einem klassischen Volvo-Cockpit: qualitativ hochwertig und übersichtlich. Volvo-Fans dürften sich hier pudelwohl fühlen, zumal das V60-Interieur einen edlen Hightech-Charme versprüht. Die Bedienbarkeit ist einwandfrei. Der Unterschied zum normalen V60: die braunen Kontrastnähte der gemütlichen Ledersitze. Hinter dem Steuer kommt dank der Höherlegung SUV-Feeling auf. Erstaunlich, was knappe sieben Zentimeter mehr Bodenfreiheit ausmachen. Und vom Platz kann der Volvo auch mehr als überzeugen. So fasst der Kofferraum mindestens 430 Liter, maximal sind 1.241 Liter drin.

So fahren sie: Drei Motoren werden für den Nissan Pulsar angeboten. Der 1,5 Liter große Diesel leistet 110 PS, kommt in der Praxis mit knapp fünf Litern aus. Der 1,2-Liter-Einstiegsbenziner ist mit 115 PS ausgestattet. Beide Motoren sind zwar keine Pulsbeschleuniger, doch sie laufen überraschend ruhig und leise. Wer es lieber etwas sportlicher liebt, der wird allerdings auch zufriedengestellt. Denn der 1,6-Liter-Turbo wird von 190 Pferdestärken vorangetrieben.

Der Volvo V60 Cross Country wird mit zwei Dieseln angeboten und einem Benziner. Die Diesel sind mit 150 und 190 PS zu haben, der starke Benziner leistet 245 PS. Stark ist der größere Diesel. Dieser Selbstzünder stammt aus der neuen Volvo-Motorengeneration. Der Zweiliter-Vierzylinder mit zweistufiger Turboaufladung überträgt seine Kraft über ein Sechsgang-Schaltgetriebe oder wahlweise eine Achtgang-Automatik auf die Vorderräder. Auch der Verbrauch in der Praxis von sechs bis sieben Litern kann sich sehr gut sehen lassen. Selbst im Gelände kommt der Cross Country gut klar, auch deftige Schlaglöcher in Waldwegen lassen den Unterboden nicht gleich im Kies scheuern.

So viel kosten sie: Der Nissan Pulsar kann mit seinen Assistenzsystemen punkten. So wird der Fahrer beim Spurwechsel und bei der Spurführung genauso geholfen wie beim Rangieren. Und der Pulsar übernimmt vom Crossover-Modell Qashqai nicht nur Teile der Plattform, sondern auch die Elektronik mit dem großen Infotainment-Monitor in der Mittelkonsole sowie dem brillanten Bildschirm zwischen den Instrumenten.Und falls es knifflig wird, die Übersicht zu behalten, hilft der sogenannte Around-View-Monitor, auf dem ein künstlich komponiertes Kamerabild den Wagen aus der Vogelperspektive zeigt. Die Preise für den Pulsar beginnen bei 17.990 Euro für den 115 PS starken Benziner. Die Dieselpreise gehen bei 19.990 Euro für die 110 PS starke Version los. Endstation ist bei 26.990 für den Turbo-Benziner mit 190 PS.

Beim Volvo V60 Cross Country sind in der höchsten Ausstattung Summum immer 18-Zoll-Leitmetallfelgen, Leder-Sportsitze mit elektrischer Einstellung und Sitzheizung, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik und die digitale Instrumentenanzeige dabei. An Bord sind auch das Audiosystem High Performance Sound und das City-Safety System zur Vermeidung von Auffahrunfällen. Besonders entspannend auf langen Autobahnfahrten und ein Vorgeschmack auf autonom fahrende Autos ist das aktive Geschwindigkeits-/ Abstandsregelsystem mit seinem Bremsassistenten, der präzise arbeitet und sogar Fahrradfahrer und Fußgänger erkennen soll, was er gottlob nicht unter Beweis stellen musste. Der Volvo ist eben in puncto Sicherheit nicht zu toppen. Die Preise beginnen bei 36.350 Euro für den Volvo V60 Cross Country mit dem 150 PS starken Diesel. In Verbindung mit dem 190 PS starken Diesel und Allrad-Antrieb gehen hier die Preise bei 43.650 Euro los.

Fazit: Vor allem mit seinem Platzangebot kann der Nissan Pulsar punkten. Damit ist den Japanern ein ordentliches Comeback auf dem Golfplatz gelungen. Der Volvo V60 Cross Country bietet nicht nur viel Raum und Sicherheit, sondern auch viel Qualität und eine edle Anmutung.

QUELLEN:

  • Fotos: Nissan, Volvo
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