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Test-Telegramm: Mazda CX-5 gegen Jeep Cherokee: Allradler mit viel Platz

Viel Platz und dann auch noch mit Allrad-Antrieb – das bieten der Mazda CX-5 und der Jeep Cherokee. Unser Auto-Tester Heinrich Rohne hat sich beide einmal ordentlich vorgeknöpft.

So sehen sie aus: Beim zuletzt facegelifteten Mazda CX-5 (kleines Bild oben) ist die neue Frontansicht mit Voll-LED-Scheinwerfern und dynamischem Kurvenlicht am auffälligsten. Das adaptive Voll-LED-Licht passt die Fahrbahnausleuchtung durch gezieltes Ein- oder Ausschalten bestimmter Lichtsegmente optimal an die Fahrbedingungen an, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden. Zudem wurden die sichtbaren inneren Kunststoffflächen der Leuchten, die aussehen wie Raubtieraugen, in Schwarz gehalten. Seitenansicht und Heck des CX-5 sind bis auf das Leuchten-Design der Rücklichter unverändert geblieben. Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass der neue Grill auf die bisherige Wabenoptik verzichtet und nun mit fünf Stegen ausgestattet ist. Ähnlich wurden die angedeuteten Lufteinlässe in der Frontschürze überarbeitet, wo sich die Nebelscheinwerfer nun weit hinter zwei Querstreben verzogen haben.

Wo sind die Kanten geblieben, die geraden Bleche, die einfachen sachlichen Formen? Der aktuelle Jeep Cherokee (Foto rechts) bricht mit der Tradition und präsentiert sich jetzt eher als Pfadfinder im Designeranzug. Die schmalen Lichtschlitze, der wuchtige Kühlergrill mit seinen sieben Balken und die großzügig dimensionierten Lüftungsöffnungen geben dem seit 1974 gebauten Cherokee ein ganz neues Aussehen, das sich auch in der Seitenansicht und im Heck fortsetzt.

So viel Platz haben sie: Innen kommt der Mazda CX-5 jetzt äußerst nobel rüber. Dafür sorgen eine neue Zierleiste auf Höhe der mittleren Lüftungsdüsen und der untere Bereich der Mittelkonsole vor dem Schalthebel, der sich jetzt nicht mehr in hartem Plastik, sondern in mattem Chrom-Look präsentiert. Die Bedienung der Klimaanlage kommt mit zwei statt drei Drehreglern aus. Der Mazda CX-5 ist zudem mit dem aus dem Mazda3 bekannten MZD-Bediensystem mit Navigationsmodul sowie weitere Internet- und Social-Media-Funktionen ausgestattet. Die Bedienung des Infotainmentsystems „MZD Connect“ findet nun ausschließlich über die Touch-Funktion oder den zentralen Dreh-Controller statt. Und wie sieht es mit dem Platz aus in dem SUV? Ob vorn oder hinten – die Passagiere können sich über zu wenig Bein- und Kopffreiheit nicht beschweren. Äußerst komfortabel geht in dem CX-5 zu. Das betrifft auch das Ladeabteil – 503 bis maximal 1.620 Liter passen hinein. Das sollte mehr als reichen.

Wenn man im Jeep Cherokee Platz genommen hat, fällt im Interieur sofort die hochwertige Anmutung auf. Richtig schmuck ist das Cockpit mit dem großen Monitor zwischen den Instrumenten und dem noch größeren Bildschirm für Navigation, Apps und Infotainment geworden. Alles ist außerdem sehr übersichtlich und intuitiv bedienbar – vor allem die gesamten Infotainment-Elemente. Und Platz ist auch reichlich vorhanden, auch auf den hinteren Plätzen. Der Kofferraum mit 412 bis 1.267 Litern lässt auch keine Wünsche offen. Außerdem gibt es viele Ablagen, ein pfiffiges Cargo-System für die Kleinteile-Logistik und eine verschiebbare, zweigeteilte Rückbank.

So fahren sie sich: Der Mazda CX-5 wird mit drei Benzinern und zwei Dieseln angeboten. Die Benziner beginnen bei 165 PS und enden bei 192 PS. Die Diesel gibt es mit 150 und mit 175 PS. Wahlweise steht der Fronttriebler auch als Allrad-Variante zur Verfügung. Neu ist auch der Fahrmodus-Schalter, mit dem sich die Getriebecharakteristik den Wünschen des Fahrers anpassen lässt. Zu haben ist dieses Feature allerdings nur für die Benziner in Verbindung mit der Sechsstufenautomatik. Der 150 PS starke Diesel, den wir ausgiebig getestet haben, überzeugt durch einen flotten Antritt, denn nur in 8 Sekunden ist bereits die 100 km/h-Marke erreicht. Die Spitze liegt dann bei 202 km/h. Völlig ausreichend bei den heutigen Verkehrsverhältnissen. Vor allem kann sich aber der Verbrauch sehen lassen. Zwar sind die vom Hersteller angegebenen 4,6 Liter nicht zu erreichen, aber die im Alltagsgebrauch erreichten knapp sechs Liter sind äußerst passabel. Da kommt an der Tankstelle Freude auf.

Ein 2,2 Liter großer Selbstzünder macht den Jeep Cherokee 2.2 MultiJet zum Diesel-Häuptling der Baureihe. Aus zuvor 170 PS und 350 Newtonmetern werden 185 und 200 PS. Das Drehmoment steigt auf 440 Newtonmeter, der Hubraum auf 2,2 Liter. Ziel war eine gute Elastizität, eine möglichst hohe Laufkultur und natürlich ein niedriger Verbrauch. Testfahrten zeigten, dass die Fitnesskur des Vierzylinders dem Mittelklasse-SUV gut bekommen ist. Das 2,2-Liter-Aggregat spricht spontan an, zieht munter los und wirkt besonders in Kombination mit der serienmäßigen Neungangautomatik harmonisch. Als Normverbrauch gibt Jeep 5,7 Liter an, in der Praxis waren es dann so um die 7 Liter – immer noch ein äußerst sparsamer Wert, angesichts der großen Fahrzeugs und des Allradantriebs. 204 km/h gibt Jeep in der Spitze an.

Auch an den Einsatz im Gelände – es ist schließlich seit knapp 75 Jahren die Domäne eines jeden Jeep – haben die Entwickler von Fiat Powertrain bei der Auslegung des neuen Diesel-Vierzylinders gedacht. Wasserdurchfahrten klappen bis zu einer Watttiefe von 48 Zentimetern. Der Ölkreislauf soll auch bei Steigungen von 60 Prozent und Schräglagen von 45 Prozent nicht kollabieren, selbst bei sehr niedrigen Drehzahlen. Das sind Werte, die weit über dem liegen, was man sich und dem Auto gewöhnlich zumutet. Für Hardcore-Offroad steht zudem (nur für die 200-PS-Version) eine Geländeuntersetzung zur Wahl, die bei Jeep Active Drive II heißt. Sie kostet 1.700 Euro extra.

So viel kosten sie: Der Mazda CX-5 bietet so einiges. Jetzt auch eine elektrische Parkbremse, die eine Modifikation der Mittelkonsole mit sich bringt. Auch erweiterter Notbremsassistent ist erhältlich, der nun auch im Rückwärtsgang bei plötzlich auftretenden Hindernissen für Sicherheit sorgt. Die Assistenzsysteme wurden überhaupt weiter ausgebaut. So gibt es über den Notbremsassistenten hinaus jetzt auch den aktiven Spurhalteassistenten und die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit radargestützter Distanzregelung. Ebenfalls neu sind die Ausparkhilfe, die die Sensoren des Spurwechselassistenten nutzt und beim Rückwärtsfahren den Querverkehr überwacht sowie die neue Müdigkeitserkennung. Die Preise für den CX-5 beginnen bei 24.390 Euro für den 165 PS starken Benziner. Der Diesel mit 150 PS ist ab 26.490 Euro zu haben, mit Allrad ab 33.490 Euro.

In der 200-PS-Version rollt der Jeep Cherokee (Bild rechts) ausschließlich in der umfangreichen Ausstattungsvariante „Limited“ (ab 45.900 Euro) vom Hof des Händlers. Heißt im Klartext: Die glänzenden 18-Zöller sind Serie, genau wie der silberne Zierrat der Stoßfänger. Im Innenraum gehören die gemütlichen Sitze mit Nappalederbezug zum Limited-Paket, ebenso wie ein 8,4-Zoll-Touchscreen, der für die Darstellung von Infotainment und Navigation zuständig ist. On top gibt's eine Rückfahrkamera. Die macht das Rangieren dank des großen Displays zum Kinderspiel. Außerdem gehören Klimaautomatik, Selec-Terrain-Assistenzsystem, elektrische Heckklappe, Rücksitze geteilt längs verschiebbar, Beifahrersitzlehne nach vorne klappbar, Bi-Xenon-Licht, Sitzheizung, Navigation, Surround Soundsystem und sogar ein 230-Volt-Stromanschluss zur Serienausstattung. Gekauft werden kann aber ein Jeep Cherokee bereits ab 32.900 Euro, dafür gibt es dann den kleinen Diesel mit 140 PS und lediglich Frontantrieb.

Fazit: Der Mazda CX-5 ist ein SUV der Extraklasse - viel, viel Auto für wenig Geld und vor allem ein flottes Aussehen. Der Jeep Cherokee kann im Aussehen auch ganz gut mithalten, hat aber dafür in unwegsamem Gelände ganz klar die Nase vorn. Lässt sich allerdings auf Asphalt auch sehr komfortabel bewegen.

QUELLEN:

  • Fotos: Mazda; Jeep
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