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Test-Telegramm: Audi A6 Avant gegen Mercedes CLA Shooting Brake

Der eine ist groß, der andere etwas kleiner. Der Audi A6 Avant und der Mercedes CLA Shooting Brake sind in der Kombi-Szene sehr beliebt. Auch unser Auto-Tester Heinrich Rohne war begeistert – in vielerlei Hinsicht.

So sehen Sie aus: Der Audi A6 Avant (kleines Foto) macht optisch einiges her. Wirkt sehr elegant, eben ein klassischer Business-Kombi. Die Linien sind sauber gezeichnet und nach dem Facelift noch einmal nachgeschärft worden. Auffällig sind die dynamischen Blinker, die nun mittels Wellenbewegung den Richtungswechsel anzeigen, und so die Blicke anziehen. Und die der A6 Avant soll die Businessklasse erleuchten: Mit dem neuen Matrix-LED, welches andere Verkehrsteilnehmer ausschneidet anstatt sie zu blenden.

Der Mercedes CLA Shooting Brake ist eine Art Kombi-Coupe, eine Karosserieform, die es in der Golf-Klasse bislang noch nicht gab. Mit seinen 4,63 Meter Länge überragt er die kantigeren Familien-Kombis vom Schlage Variant. Bis zur zweiten Dachsäule ist der Shooting Brake identisch mit dem CLA, dem gleich langen viertürigen Coupe. Dahinter folgen ein höheres Dach und die schräge, gewölbte Heckklappe. Ein wirklich interessantes Design, das nicht nur im Straßenbild auffällt, sondern auch gefällt.

So viel Platz haben sie: Öffnet man die Tür vom Audi A6 Avant, empfindet man einen Hauch von Freude. Denn die starke Verarbeitung, das Raumgefühl und die Haptik gefällt sofort. Dazu kommen äußerst bequeme Sitze, sehr gut verarbeitete, schön anzuschauende und schön anzufassende Armaturen. Und dann der riesige Platz: Im Fond kommt für die Passagiere viel Freude auf und der Kofferraum fasst mindestens 565 und maximal gar 1.680 Liter. Da geht einiges rein.

Der Innenraum im Mercedes CLA Shooting Brake ist sehr ordentlich verarbeitet und mercedeslike äußerst hochwertig. Für ein Kombi-Coupe können sich die Platzverhältnisse auch sehen lassen. Auf allen Plätzen gibt es für die Passagiere keine Probleme. Auch die 495 Liter Kofferraum stecken ordentlich was weg. Maximal sind gar 1.354 Liter drin.Hinten bringt das höhere Dach vier Zentimeter mehr Kopffreiheit, durch die längeren Türen steigt man bequemer aus.

So fahren sie sich: Bei den Motoren stehen im Audi A6 Avant zwei Benziner mit 190 und 252 PS und vier Diesel von 150 bis 320 PS zur Verfügung.Sie sind effizienter geworden (bis zu 22 Prozent weniger Verbrauch) und stärker (alle Motoren leisten mehr und erfüllen die Euro 6-Abgasnorm). Eine feine Palette, bei der jeder Interessent was Passendes finden dürfte. Richtig knausrig sind die neuen Ultra-Modelle. Der am wenigsten durstige Benziner, der 1.8 TFSI ultra, kommt auf einen Normverbrauch von 5,7 Liter. Der 2.0 TDI ultra mit 110 und 140 kW schlürft minimal 4,2 Liter. Die Achtstufen-tiptronic ist dem 3.0 TDI clean diesel mit Biturbo-Aufladung vorbehalten, den wir gefahren sind. Ein ganz starker Motor, der dank seiner 320 PS bis zu 250 km/h schnell wird und den Sprint von 0 auf 100 km/h in nur 5,2 Sekunden erledigt. Und der Verbrauch kann sich mit etwa sieben Litern in der Praxis auch sehen lassen. Dazu kommen natürlich noch diverse quattro-Versionen, der Allroad und natürlich der S6 mit 450 PS, der in 4,4 Sekunden auf 100 km/h spurtet. Noch ein bisschen schneller kann diese Übung der RS6 Avant mit 560 PS – in sage und schreibe 3,9 Sekunden.

Der Mercedes CLA Shooting Brake bietet die gleiche Motorenpalette wie sein Coupe-Bruder: fünf Benziner von 122 bis 360 PS im AMG-Topmodell, dazu drei Diesel von 109 bis 177 PS. Unser Testwagen, der 220 CDI 4matic mit 177 PS, ist flott unterwegs. In 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, das Ende der Fahnenstange ist dann bei 225 km/h erreicht. Und der Verbrauch liegt in der Praxis so um die sechs Liter. Auch sehr ordentlich. Beim Fahren sind die Unterschiede zum CLA kaum zu spüren. Der Shooting Brake wiegt 30 Kilo mehr und schlüpft etwas schlechter durch den Wind (cW-Wert 0,26 statt 0,23). Auf dem Papier verbrauchen beide Mercedes gleich viel. Seit dem CLA haben die kompakten Mercedes endlich das Federn gelernt. Der Shooting Brake bekam an der Hinterachse eine straffere Abstimmung, damit die Vorderräder bei voller Beladung nicht hilflos in der Luft scharren. Ein straffer Kompromiss.

So viel kosten sie: Im Audi A6 Avant sind auch reichlich Sicherheits- und Komfort-Assistenten vorhanden. So sind etwa Side- und Lane-Assist jetzt kombiniert. Außerdem gibt es einen Nachtsicht-Assistenten samt Tier- und Menschenerkennung. Ein Fall für sich ist der Rechner fürs Vernetzen von Fahr-, Verkehrs- und Infodaten: Der bringt jetzt acht Milliarden Rechenschritte hin. Und zwar nicht pro Woche, sondern in der Sekunde. Rasante Sache, mit der alle Online-, Media-, Sprachsteuerungs-, Navigations- und Telefonfunktionen befeuert werden. Das Bediensystem MMI plus denkt beim Navigieren mit, lässt sich auch per Handschrift oder Sprache bedienen. Faszinierend die Darstellung von Google Earth und Google Street View beim Navigieren auf dem hochauflösenden Display und zwischen den beiden Haupt-Instrumenten direkt im Blickfeld des Fahrers. Dank des schnellen Online-Standards LTE können die Insassen per eingebautem WLAN-Hotspot mit bis zu acht mobilen Geräten surfen und mailen. Jetzt noch die Preisfrage: Der A6 Avant ist ab 44.300 Euro zu haben, unser 3.0 TDI quattro kostet 62.550 Euro.

Der Mercedes CLA Shooting Brake (rechts im Bild der Kofferraum) bietet viel. Ein bis zu acht Zoll großer Infotainment-Bildschirm lässt keine Fragen offen. Die Bedienung mit Eingabe über einen zentralen Controller ist dabei intuitiv. Auch die Ausstattung mit Fahrerassistenzsystemen und Infotainment kann sich sehen lassen. An Bord sind ein Spurwechselassistent, ein Einparkautomat und auch ein magisches Kameraauge für den straßenverkehrstechnischen Hinterhof des schnittigen Sternenwagens. Die Preise beginnen bei 29.845 Euro.

Fazit: Der Audi A6 Avant ist für Audi das Vorzeigemodell. Zu Recht. Spektakulär ist beim Mercedes CLA Shooting Brake vor allem die Form. Das Kombi-Coupe ist aber auch ein komfortabler Gleiter mit überraschend viel Platz.

QUELLEN:

  • Fotos: Audi, Mercedes
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