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Fiat Tipo Kombi: Comeback im Kompakt-Segment

Der Fiat Tipo ist zurück! Vor allem mit dem Kombi wollen die Italiener punkten. Und die Chancen stehen gut, findet auch unser Auto-Experte Heinrich Rohne.

Der Fiat Tipo ist das Auto des Jahres! So lautete eine der Schlagzeilen vor 27 Jahren, als der italienische Autobauer noch eine Macht im Klein- und Kompaktwagen-Segment war. Das ist lange her, denn in den vergangenen Jahren sorgten die Italiener vor allem mit dem Gute-Laune-Zwerg Fiat 500 und seinen Derivaten für Aufsehen. Und jetzt nach fast 30 Jahren bringt Fiat den Tipo zurück und soll damit die Verkaufszahlen nach oben schnellen lassen. Allerdings findet das Comeback ausgerechnet im Kompakt-Segment statt, wo ein Hauen und Stechen um jedes Marktanteil-Prozent herrscht.

Viel Auto fürs Geld lautet die Devise oder im besten italienisch-deutschen Marketing-Duktus: „Es braucht nicht viel, um mehr zu bekommen." Wo VW & Co aufs Prestige setzen, argumentieren die Italiener mit dem Platzangebot und dem Preis. Denn mit einem Grundtarif von faktisch nur 11.990 Euro wird der Tipo zur idealen Alternative für alle, denen ein Dacia vielleicht doch etwas zu trist und die europäischen oder asiatischen Konkurrenten zu teuer sind.

Dabei versucht Fiat sein Glück mit gleich drei Karosserievarianten und bietet neben dem Basismodell als Limousine auch einen Fünftürer mit Schrägheck und jetzt auch einen Kombi an. Dieser Tipo Station-Wagon beginnt bei 15.990 Euro in der Ausstattung Pop. Mit dem Kombi setzt Fiat in der Tat einen Kontrapunkt zum verspielten 500er und versucht es jetzt mal wieder mit praktischen Tugenden. Da fällt vor allem auf, wie viel Platz dieser Station-Wagon hat. Denn in dem 4,57 Meter langen Tipo bei einem Radstand von 2,64 Meter sitzt man nicht nur in der ersten Reihe gut, sondern kann tatsächlich auch im Fond mitfahren. Und weil der Kombi den Fünftürer um 20 Zentimeter überragt, steckt der Kofferraum ordentlich was weg: Bei voller Bestuhlung sind es zusammen mit dem Staufach im Souterrain 550 Liter, bei umgeklappter Rückbank mehr als doppelt so viel. Dazu verteilen sich im Innenraum neun Ablagefächer, die insgesamt zwölf Liter automobilen Krimskrams verstauen.

Äußerlich kann sich der Tipo Kombi auch sehen lassen. Die Front prägt ein großer Kühlergrill und eine runde leicht nach vorn gebogene Haube. Die Seitenansicht eine Lichtkante von den Scheinwerfern bis zu den Rückleuchten und am Heck gibt es eine Chromleiste. Innen ist der neue Fiat auch durchaus ansehnlich. Statt einer reinen Hartplastik-Wüste findet man ein paar Klavierlack-Applikationen, unterschäumte Flächen und eine Lederausstattung. Das Cockpit ist entschlackt und übersichtlich. Das Infotainment wird über einen Sieben-Zoll Touchscreen gesteuert, der wie bei Mercedes aus dem Armaturenbrett ragt. Die Handhabung des Infotainments klappt ziemlich schnell ohne große Eingewöhnungszeit. Auch das TomTom-Navigationssystem verrichtet seinen Dienst zuverlässig.

Unter der Haube gibt es die Wahl zwischen je zwei Benzinern und Dieseln mit jeweils 95 PS oder 120 PS, von denen der stärkste Selbstzünder die beste Figur macht. Kernig im Klang aber kraftvoll beim Antritt, entwickelt er bis zu 320 Nm, beschleunigt den Tipo Kombi in 9,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ermöglicht maximal 200 km/h. Der Norm-Verbrauch wird mit 3,7 l/100 km/h angegeben. Bei ersten Testfahrten blieb der Station Wagon stets gutmütig und kompromissbereit und federte solide. Mit der überraschend präzisen und mitteilsamen Lenkung ließ sich der Tipo auch mal schneller um die Ecken bugsieren.

Üppig ist die Serienausstattung. Ab Werk immer dabei sind unter anderem Klimaanlage, elektrisch verstell- und heizbare Außenspiegel sowie das aus dem Fiat 500X bekannte Uconnect mit Fünfzoll-Touchscreen inklusive Bluetooth, Freisprechanlage, Radio, USB und Smartphone-Anbindung. Je nach Ausstattung oder gegen Extra-Euros gibt es außerdem TomTom-Navigation, Rückfahrkamera, Park-, Regen- und Lichtsensoren sowie Tempomat.

Fiat hat so für den Tipo eine Nische gefunden. Denn anders als viele Konkurrenten bauen die Italiener für vergleichsweise kleines Geld ein relativ großes Auto und bieten mehr Sein als Schein. So wird der Tipo vor allem als Kombi zum guten Tipp für Pragmatiker und Preisfüchse. Und wer nach dem Kauf unsicher wird, dem wird auch geholfen: Denn Fiat gewährt dem Käufer ein 30-Tages-Rückgaberecht. So kann der Tipo gegen ein anderes Auto aus dem FCA-Konzern getauscht werden.

QUELLEN:

  • Fotos: Fiat
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