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Fiat 500 und 500 L: Aufpoliert und neue Namen

Der kleine schnuckelige 500 ist das Aushängeschild für Fiat. Nicht so erfolgreich ist der Van in der Familie, der 500L. Das soll sich jetzt ändern. Ein Facelift soll dem 500L auf die Sprünge helfen. Unser Auto-Experte Heinrich Rohne konnte sich jetzt davon überzeugen.

Wo er auftaucht, schaut man in lachende Gesichter - egal, in welchem Alter die Passanten sind. Kleine Kinder sehen im winzigen Fiat 500 ein groß geratenes Spielzeugauto. Frauen finden ihn zum Knutschen. Rentner erinnern sich an ihre Jugend. Der Fiat 500 weckt bei allen die Sehnsucht nach dem Süden. Denn kein anderes Auto ist so sehr mit Italien und dem Traum vom Dolce Vita verbunden wie der Kleinwagen aus Turin, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert. Herzlichen Glückwunsch!

Aber vorher haben die Italiener den zur Familie gehörenden kleinen Van, den deutlich jüngeren 500 L erstmals aufgefrischt. Neue Namensbezeichnungen und ein aufpoliertes Design außen und innen sollen den Kleinen attraktiver machen.

Denn der 500L konnte in Deutschland ganz im Gegensatz zu Italien bislang nicht an die Erfolge des kürzeren Namensgebers herankommen. Das soll nun aber besser werden. Vor am Design des Vans wurde gefeilt. So wirkt der 500L jetzt viel harmonischer und orientiert sich stärker am kleinen Cinquecento. Vorne gibt es neue LED-Tagfahrlichter im Stile des kleineren Bruders, eine neuen Chromspange, die das Kennzeichen einrahmt, und einen Diamenten-ähnlichen Kühlergrilleinsatz aus Chrom in der Stoßstange. Am Heck trägt der Fiat 500L jetzt Chromapplikationen seitlich auf dem Stoßfänger. Die Reflektoren sind nach unten in die Schürze gerutscht. Auch die Heckklappe wurde modifiziert. Zudem stocken die Italiener die Farbpalette auf insgesamt zehn Lackierungen auf, die sich mit drei verschiedenen Farbtönen fürs Dach kombinieren lassen: Schwarz, Weiß oder Mattschwarz.

Im Innenraum ist auch einiges passiert. Ganz neu ist das Dreispeichen-Multifunktionslenkrad. Zudem setzt das Kombiinstrument jetzt auf zwei große Rundinstrumente, die ein großes Display in die Mitte nehmen, welches die beiden kleinen Rundinstrumente der alten Version ersetzt. Überarbeitet wurden auch die Mittelkonsole samt neu positioniertem Schalthebel. Nun drängt sich als Vergleich nicht mehr der Kleinstwagen Panda mit seinem einfachen Kunststoffkonzept auf.

Im Armaturenbrett arbeitet das schon von anderen Fiat-Modellen bekannte Uconnect mit einem sieben Zoll großen Touchscreen-Display. Nun lässt sich auch das Smartphone oder das iphone via Android Auto oder Apple Car Play mit dem Radio verbinden. Auch bei den Sicherheitsstandards holt der geräumige Italiener auf und fährt serienmäßig mit der City-Notbremsfunktion vor, die bis zum einem Tempo von 30 km/h arbeitet.

Wie gehabt steht der 500L in drei Karosseriemodifikationen zur Wahl. Neu sind nur die Bezeichnungen dafür. Statt 500L, 500L Trekking und 500L Living heißen sie Urban, Cross und Wagon. An den Abmessungen hat sich nichts geändert. Die fünfsitzigen Urban- und Cross-Versionen kommen auf eine Länge von je 4,24 und 4,27 Metern. Die siebensitzige Variante Wagon streckt sich auf 4,38 Meter und bietet bis zu 1.784 Liter Kofferraumvolumen.

In Deutschland entscheidet sich das Gros der Kunden für die Cross-Variante – der Trend zum SUV-Look macht eben auch bei den handlichen Vans nicht halt. So haben die italienischen Designer die Front nachgeschärft. Wo der Urban und Wagon das Knuddelgesicht des Cinquecento imitieren, ähnelt die Vorderansicht des Cross dem 500 X. Er wirkt so erwachsener und weniger süß. Die 17-Zoll großen Leichtmetallräder sorgen für einen gediegenen Auftritt. Vorne und hinten deutet ein Unterbodenschutz Offroad-Qualtitäten an, die das nur mit Frontantrieb erhältliche Fahrzeug trotz Traktionskontrolle natürlich nicht halten kann.

Aber immerhin: Die Bodenfreiheit ist etwas höher (2,5 Zentimeter) als bei den anderen Modellen. Mittels des sogenannten Drive Mode Selectors in der Mittelkonsole kann der Fahrer auf Feldwegen oder bei Eis und Schnee das Fahrzeug an unterschiedliche Fahrbahnbedingungen anpassen. Im Modus „Traction+“ wird zum Beispiel im Geschwindigkeitsbereich bis 30 km/h eine elektronische Differenzialsperre in der angetriebenen Vorderachse aktiviert. Der Modus „Gravity Control“ funktioniert als Bergabfahr-Hilfe in abschüssigem Gelände.

Geblieben ist das gute Platzangebot. Vorne sitzt es sich für diese Fahrzeugklasse sehr kommod, hinten lässt sich dank der um 15 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbaren Rückbank je nach Bedarf der Schwerpunkt auf mehr Kniefreiheit oder Gepäckvolumen legen.

Nichts Neues auch unter der Haube: Bei den Benzinern sind weiterhin die beiden 1,4-Liter-Vierzylinder mit 95 PS oder 120 PS, sowie der 0,9-Liter-Zweizylinder mit 105 PS zu haben. Der gleiche Motor ist auch als Erdgas-Variante erhältlich. Bei den Diesel-Aggregaten leistet der 1,3-Liter-Vierzylinder 95 PS, der 1,6-Liter-Vierzylinder 120 PS. Je nach Motor bietet Fiat ein Fünf- oder Sechsgangschaltgetriebe sowie ein Doppelkupplungsgetriebe an.

Volumenmotor ist der 120 PS-Otto-Turbo. Der verfügt nominell über 215 Nm, allerdings muss das Drehmoment wachgekitzelt werden. Da muss die serienmäßige Sechsgang-Schaltung schon kräftig genutzt werden. Angenehm beim Fahren macht sich dagegen die gute Federung des Fahrzeugs bemerkbar. Hier bleibt der Cross seinen Eigenschaften als Familienvan treu. Da reicht auch die Höchstgeschwindigkeit von 183 km/h locker aus. Und der Verbrauch? Als Normwert gibt Fiat bei der Cross-Variante 6,7 Liter an.

Und noch eine gute Nachricht: Alle Preise sind gesenkt worden. Los geht es jetzt schon ab 16.490 Euro in Verbindung mit dem 95 PS starken 1,4-Liter-Benziner. Der Cross ist ab 18.490 Euro zu haben.

QUELLEN:

  • Fotos: Fiat
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