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Eleganz, Avantgarde, Nonkonformismus - diese Merkmale schienen bei Citroen vorübergehend untergegangen zu sein. Doch mit ihrer neuen DS-Linie blitzt der Geist der legendären DS, der Göttin aus den 1950er-Jahren, wieder auf. Davon hat sich bei Testfahrten mit dem DS4 und dem DS5 auch unter Auto-Experte Heinrich Rohne überzeugen können.
So sehen sie aus: Die Karosserie des Citroen DS4 wird beherrscht von starken Designelementen, Von Schattenlinien, die sich um die vorderen und hinteren Radhäuser ziehen, dem dominierenden Doppelwinkel der Marke an der Front, den breit gezogenen Scheinwerfern und den zackig konturierten Nebelleuchten bis hin zu den geschwungenen Rückleuchten hinten, die über den doppelten Endrohren einen markanten Akzent setzen.
Beim Design des Citroen DS5 finden sich Elemente einer Mittelklasse-Limousine, eines Van und eines Gran Tourismo. Egal aus welcher Perspektive man den DS5 mit seiner wuchtigen Frontpartie, der hohen Gürtellinie, dem stark abfallenden Dach und der gekippten Kehrseite auch anschaut - das Auto lässt sich kaum in eines der gängigen Segmente sortieren. Crossover würde man neudeutsch wohl sagen. Auffälliges Merkmal ist der farblich abgesetzte Zierstreifen, der sich von den Scheinwerfern bis zu den vorderen Dreiecksfenstern.
So viel Platz haben sie: Auch innen steht beim Citroen DS4 das Design im Mittelpunkt. Trotzdem bieten die Sitze guten Halt - selbst in flott gefahrenen Kurven. Die coupehaft abfallende Dachlinie sorgt allerdings für knappe Kopffreiheit. Beim Laderaum kommt dem DS4 zugute, dass er auf der gleichen Plattform aufbaut wie der Citroën C4. 359 Liter Fassungsvermögen bei voller Bestuhlung und 1.021 Liter bei umgeklappter Rückbank - damit ist der Franzose nicht Klassenprimus, ist aber alltagstauglich.
Der Citroen DS5 streckt sich auf eine Länge von 4,52 Meter und eine Breite von 1,85 Metern. Als Reisewagen bietet der DS5 seinen Passagieren entsprechend viel Platz und ein großzügiges Kofferraumvolumen (bis zu 465 Litern). Auch innen bleibt der DS5 eigenwillig, setzt auf avantgardistischen Luxus und ungewohnte Perspektiven. Auf den vorderen Sitzen wähnt man sich eher im Cockpit eines Kampfflugzeugs als in einem Auto: Die Mittelkonsole ist sehr mächtig, die Schalterbatterien sind noch prominenter positioniert und selbst der Blick bringt eine neue Erkenntnis: Direkt über den Sitzen gibt es zwei kleine Dachfenster und dazwischen eine weitere Bedienkonsole. Sogar die Instrumente erinnern an die Fliegerei, wenn auf Knopfdruck das Head-Up-Display aus dem Armaturenbrett klappt und die wichtigsten Cockpit-Informationen direkt ins Blickfeld projiziert.
So fahren sie sich: Mit der stärksten Motorisierung wird das Fahren im Citroen DS4 THP 200 zum besonderen Vergnügen. Das Aggregat stammt aus der Kooperation mit BMW. Aus 1,6 Litern Hubraum saugt der Turbo-Benziner 200 PS. Dazu kommt ein maximales Drehmoment von 275 Nm. Das reicht, um den 1,4 Tonnen schweren Franzosen mit dem bayerischen Herzen binnen 7,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h zu treiben und für eine Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h zu sorgen. Der kombinierte Verbrauch liegt laut Citroën bei günstigen 6,4 Litern, was einem CO2-Ausstoß von 149 g/km entspricht . Ansonsten gibt es im DS4 noch zwei weitere Benziner (120 und 156 PS) und zwei Diesel (112 und 163 PS). Extravagant geht es beim Citroen DS5 auch unter der Haube zu. So wird der DS5 unter anderem von einem Diesel-Hybrid angetrieben, den man in der Autowelt bislang nur beim Peugeot 3008 vorfindet. Für den Vortrieb sorgen ein HDi-Dieselmotor und ein Elektromotor, die zusammen auf eine Leistung von 200 PS kommen. Während der Diesel-Motor die Vorderräder antreibt, ist der Elektromotor für den Vortrieb der Hinterräder zuständig. So wird der Wagen bei Bedarf zum Allradler.
Als Vollhybrid kann der Citroën DS5 kleine Strecken auch elektrisch bewältigen. So wird der CO2-Ausstoß mit 99 Gramm pro Kilometer beziffert. Das entspricht einem Verbrauch von 3,8 Litern auf 100 Kilometern. Der Fahrspaß bleibt aber bei aller Sparsamkeit nicht auf der Strecke. Weil der Zwei-Liter-Diesel allein schon 163 PS und 300 Nm entwickelt und sich die E-Maschine mit 37 PS und bis zu 52 Nm beim forcierten Anfahren zuschaltet, legt der Franzose einen ordentlichen Kavalierstart hin. 8,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100 sind nicht schlecht für ein Auto mit rund 1,7 Tonnen Gewicht. Über einen Drehschalter auf der Mittelkonsole kann er vom Automatikbetrieb nicht nur in einen Sportmodus mit maximaler Beschleunigung wechseln oder vorübergehend den Allradantrieb mit dauerhaftem Drehmoment an beiden Achsen erzwingen. Sondern er kann auch einen rein elektrisches Programm starten: Bis maximal 60 km/h und drei Kilometer Strecke reicht der Strom aus den vollgeladenen Nickel-Metall-Hydrid-Akkus, die im doppelten Boden unter dem Kofferraum liegen. Geladen werden diese Batterien beim Bremsen und im Schubbetrieb, wenn der E-Motor umgepolt wird und als Generator arbeitet. Natürlich gibt es den Wagen auch mit konventionellen Motoren vom 1,6-Liter-Diesel mit 110 PS bis zum 1,6 Liter großen Turbo-Benziner mit 200 PS.
So viel kosten sie: Reichlich Komfortoptionen erleichtern die Arbeit im Citroen DS4 hinter dem Volant. Das fängt mit Sensoren an, die Fahrzeuge im toten Winkel der Rückspiegel anzeigen, und setzt sich über einen Spurassistenten und Abbiegelicht sowie Berganfahrhilfe fort. Hinzu kommen intelligente Traktionskontrolle, Tempomat und Schaltpunktanzeige sowie eine Lendenwirbelstütze mit Massagefunktion. Die Preise beginnen bei 20.700 Euro. An Bord des 120 PS starken Fünftürers sind dann unter anderem Klimaanlage, Tempomat, Leichtmetallfelgen und ein CD-Radio. Auf Dieselseite geht es bei 22.700 Euro los. Das Topmodell, der 200 PS starke DS4 THP 200 ist ab 28.400 Euro zu haben.
Die Preisliste beim Citroen DS5 beginnt bei 29.350 Euro für den kleinen Diesel beziehungsweise 29.700 Euro für den 155-PS-Benziner - jeweils in der Basislinie „Chic“. Die Ausstattung ist schon hier üppig, unter anderem sind anderswo aufpreispflichtige Goodies wie 17-Zoll-Felgen, Klimaautomatik und CD-Radio mit USB-Eingang serienmäßig. Die nächsthöhere Linie „SoChic“ (rund 2.000 Euro Aufpreis) ist, wie es der Name suggeriert, hauptsächlich schicker: 18-Zöller, das gläserne Cockpitdach und Teilledersitze sorgen für viel Flair. Zudem ist unter anderem die dringend empfehlenswerte Einparkhilfe mit dabei. „SportChic“ nennt Citroen die Top-Linie (weitere 4.000 Euro), die den Top-Modellen und dem Hybrid vorbehalten ist. 200 PS gibt es ab 33.680 Euro, den 165-PS-Diesel ab 31.090 Euro. Der Hybrid4 schließlich startet bei 37.540 Euro.
Fazit: Citroens DS-Modelle sind nur im Design extravagant, sie haben auch technisch außergewöhnliches zu bieten. Die Franzosen sind mit dieser Edel-Linie auf dem richtigen Weg.
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