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Autotester: Familienautos im Vergleich
Test-Telegramm: Peugeot 508 - der Salonlöwe aus Frankreich

Der Peugeot 407 kam bei Geschäftskunden nicht so gut an und für den 607 hingen die Früchte in der Oberklasse viel zu hoch. Die Franzosen haben die logische Konsequenz gezogen und beide Baureihen durch das hochwertige Mittelklasse-Modell 508 ersetzt. Unser Auto-Tester Heinrich Rohne hat sich diesen Salonlöwen einmal genauer angeschaut.


So sieht er aus:
Beim Design haben die Franzosen beim Peugeot 508 die Krallen etwas eingezogen. Statt aggressiver Zahnspangen-Schnauze, langem Frontüberhang und verspielter Linien präsentiert sich der 508 mit ruhigen Flächen und dezentem Ovalgrill. Betont klar und nüchtern ist das Design. So hat sich der bei anderen Peugeots auffallende, weit aufgerissene Kühlerschlund wieder etwas geschlossen. Innen gibt sich der Franzose sehr deutsch. Wo man hinschaut piekfeines Material und alles ist penibel verarbeitet. Weil mehrere Schalter hinter einer kleinen Klappe verschwinden, sich die wichtigsten Systeme vom neuen Lenkrad aus bedienen lassen und die meisten anderen Funktionen nun rund um einen Drehregler auf dem Mitteltunnel gruppiert sind, ist das Cockpit wunderbar leer und aufgeräumt.

So viel Platz hat er: Der Peugeot 508 ist etwas größer als der 407 (plus zehn Zentimeter bei der Länge) und orientiert im Format eher am 607. Das merkt man vor allem innen. Vorn sitzt man fürstlich, hinten haben nun auch Erwachsene ordentlich Platz, und der Kofferraum der Limousine fasst sehr ordentliche 515 Liter, der Kombi 560 Liter. Bei umgeklappten Sitzen steigt das Volumen auf 1.381 Liter (Limousine) bzw. 1.598 Liter (SW). Gleichzeitig wuchtet der 508 aber weniger Gewicht auf die Waage: Die Limousine ist bei vergleichbarer Motorisierung um 35, der Kombi gar um 45 Kilogramm leichter.

So fährt er sich: Umfangreich ist die Motorenpalette im Peugeot 508. Sie reicht vom 1,6-Liter-Benziner mit 120 PS und einem Turbo-Benziner mit 156 PS bis hin zu vier verschiedenen Dieselmodellen in einem Leistungsspektrum von 112 PS bis 204 PS.  Der Diesel-Hybrid folgt ab der zweiten Jahreshälfte 2012 mit einer Systemleistung von 200 PS und Allradantrieb. Der Sparsamste ist der kleinste Selbstzünder mit 112 PS. Diesen Knauserer gibt es wahlweise mit manuellem Schaltgetriebe und einem Normverbrauch von 4,7 Litern (124 Gramm CO2 je Kilometer) oder als e-HDi mit automatisiertem Schaltgetriebe und Start-Stopp-Automatik. Das bedeutet 4,2 Liter Diesel und 109 g/km CO2. Für das Wohlbefinden an Bord wurden Motor und Getriebe „in Watte gepackt“ und eine geräuschdämmende Windschutzscheibe verbaut. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Das Fahrwerk ist typisch französisch geblieben. Nicht stramm und störrisch, sondern komfortabel und gemütlich gleitet das Auto durch die Landschaft, ohne dass es dabei an Präzision fehlen würde.

So viel kostet er:
Um im heiß umkämpften Geschäftskundensegment Anteile zu holen, hat Peugeot dem 508 eine umfangreiche Serienausstattung mitgegeben: Ab dem Basismodell sind unter anderem Berganfahrhilfe, Multifunktionslenkrad, Mittelarmlehne vorne, Lendenwirbelstütze (Fahrer), Klimaanlage und Fehlbetankungsschutz stets mit an Bord. Und das zu Preisen ab 23.050 Euro für die Limousine und für 1.050 Euro mehr für den Kombi.

Fazit:
  Beim 508 hat Peugeot bewusst nicht bei Komfort und Qualität gespart, schließlich sollen ja auch Oberklassekunden zu dem großen Franzosen finden. Und die Chancen dafür stehen recht gut, weil auch das Preis-Leistungsverhältnis passt.