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Autotester: Familienautos im Vergleich
TEST-TELEGRAMM: Zwei Mittelklässler – der Opel Insignia und der Audi A6

ImageIn der Mittelklasse ist die Konkurrenz groß. Vor allem die deutschen Produkte dominieren hier den Markt. Eine Macht ist hier bereits seit Jahren der Audi A6. Jetzt ist allerdings eine ganz starke Konkurrenz aus Rüsselsheim aufgetaucht – der neue Opel Insignia. Was beide zu bieten haben – unser Auto-Tester Heinrich Rohne hat dies genauer untersucht.

So sehen sie aus: Schon auf den ersten Blick macht der Opel Insignia (kleines Foto) eine äußerst gute Figur. Denn auf ein schickes Design haben die Entwickler bei dem Hoffnungsträger besonders Wert gelegt – zumal der Insignia die neue Linie des Hauses markieren soll. So sehen beide Varianten – die Limousine mit dem Stummelheck und die mit dem Fließheck – sportlich markant aus. Es ist ein Auto geworden, dass mit sehr viel Gefühl für schöne Karossen gestaltet wurde. Er wirkt sehr präsent, wie aus einem Guss gefertigt. Schönheit zahlt sich in diesem Fall auch mit einem geringen Luftwiderstand aus – denn dieser liegt bei vorbildlichen 0,27. Die Design-Truppe ist vor allem auf die sogenannte „Sichel“ stolz. Dieser in die vorderen Seitentüren gepresste Bogen zieht sich an seinem unteren Ende bis in die Fondtüren. Dieses gestalterische Element signalisiert Dynamik im Überfluss.
ImageDer aktuelle Audi A6 ist vor allem an der wuchtigeren Frontschürze, den Scheinwerfern mit LED-Tagfahrlicht und einer Alu-Leiste in der Flanke zu erkennen. Dazu gehören auch neue Rückleuchten und eine Luftabrisskante auf dem Kofferraumdeckel. Fünf neue Außenfarben stehen darüber hinaus zur Wahl. Für die Innenausstattung gibt es neue Stoffe, die Instrumente erhalten eine feinere Grafik.

So viel Platz haben sie: Konsequenterweise findet sich die Sichel-Symbolik im Inneren des Opel Insignia an Türgriffen, Schalthebel und Zündschlüssel wieder. Ansonsten ist der Innenraum von edler, sportlicher Umgebung geprägt. Holz, klassische Rundinstrumente für den Fahrer, Chrom und ein großzügiges Bedienfeld auf der Mittelkonsole verbreiten innen einen Hauch von Premium. Zudem glänzt der Insignia im Interieur nach bester Opel-Tradition mit üppigem Raumangebot für fünf Passagiere sowie einem Gepäckraumvolumen von 500 Litern bis 1.465 Litern.
Innen gibt es beim Audi A6 ein veränderte Instrumente und mehr Schmuckteile in Chrom, Aluminium und Klavierlack. Außerdem wurde das Geräuschniveau in wesentlichen Frequenzbereichen nahezu halbiert. Statt der Komfortrücksitzbank sind im Fond auch zwei ausgeformten Einzelsitzen erhältlich. Platz im Kofferraum ist auch genug – 546 Liter reichen sehr gut aus.

So fahren sie sich: Beeindruckend ist auch die Motorenvielfalt. Der Opel Insignia tritt mit vier Vierzylinder-Benzin-Motoren zwischen 115 PS und 220 PS und einem Sechszylinder-Benziner mit 260 PS an. Dazu kommen vier Diesel, die zwischen 100 PS und 190 PS leisten. Alle Motoren werden serienmäßig mit einem Sechs-Gang-Handschalter oder gegen Aufpreis mit einer Sechs-Gang-Automatik geliefert. Wir sind den Diesel mit zwei Liter Hubraum und 130 PS gefahren. Seine Leistungsdaten können sich sehen lassen: 11,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h, 202 km/h Spitze und das alles bei einem Praxisverbrauch von unter sieben Litern auf 100 km.
Beim Audi A6 spielt sich wirklich Neues unter der Haube ab. Denn die Motorenpalette wurde gründlich renoviert, bietet eine stattliche Auswahl von sechs Benzinern mit 170 bis 350 PS und vier Dieseln von 136 bis 240 PS. Obwohl viele der Vier-, Sechs- und Achtzylinder deutlich an Leistung zugelegt haben, ist der Verbrauch im Mittel um zwölf Prozent gesunken. Äußerst sparsam ist auch der 170 PS starke 2.0 TDI geworden, den wir gefahren sind. Bei Fahrleistungen von bis zu 225 km/h kann man den Audi-Diesel im Alltagsbetrieb durchaus um die acht Liter bewegen. Beim Fahrwerk kommen neue Stoßdämpfer an der Vorderachse zum Einsatz. Auch die Gesamtabstimmung wurde geändert, was den Fahrkomfort gesteigert hat, ohne die sportlichen Qualitäten zu beeinträchtigen.

So viel kosten sie: Auch bei der Technologie ließ sich Opel beim Insignia nicht lumpen. Mit dem neu entwickelten aufpreispflichtigen Allradsystem „Adaptive 4x4“ kommt noch mehr Traktion und Stabilität an Bord. Das mechatronische „Flexride“-Fahrwerk des Insignia passt sich mit Hilfe der „Adaptive Stability Technology“ an die jeweilige Fahrsituation an. Mit diesem System kann der Fahrer ein individuelles Set-up für seinen Insignia wählen.  Ein weiterer Gag: Wer seinen Wagen mit "FlexRide" ordert und in den Sport-Modus wechselt, wird dafür mit einer Änderung der Armaturenbeleuchtung belohnt – sie wechselt von unschuldigem Weiß in Glutrot. Neu ist auch das Kamera-System „Opel Eye“. Das kann Verkehrszeichen erkennen und die Fahrspur kontrollieren. Und das weiter entwickelte „Adaptive Forward Lighting“ sorgt jederzeit für die richtige Einstellung der Scheinwerfer. Dazu gehört auch die automatische Steuerung des Fernlichts, so dass der Fahrer immer die optimale Sicht geboten bekommt, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Und das alles zu Preisen schon ab 22.700 Euro – nicht schlecht.
Beim Audi A6 gehören die Tote-Winkel-Überwachung Side Assist, die Spurhaltehilfe Lane Assist, eine Rückfahrkamera und ein radargestützter Tempomat, der den Abstand zum Vordermann hält, zu den neuen Assistenzsystemen. Das neue MMI-Bediensystem mit dem zusätzlichen Joystick auf der Kappe des Drehrads zählt zum Serienumfang. Die Einstiegspreise blieben gegenüber dem Vorgänger nahezu unverändert, der A6 2.0 TFSI ist ab 34.200 Euro erhältlich. Das neue Top-Modell RS6 kostet dreimal so viel: 105.550 Euro.

Fazit: Klar, der Audi A6 ist ein Klassiker mit Qualitätsmerkmalen, die seinesgleichen suchen. Alles fühlt sich bei dem Ingolstädter Produkt äußerst hochwertig an. Doch Opel hat mächtig aufgeholt und mit dem Insignia einen Riesenwurf gelandet. Vom Design her bereits eine Augenweide, setzt sich dieser starke Eindruck fort, wenn man immer tiefer in dieses Klasse-Modell eindringt. Hut ab vor diesem Rüsselsheimer Premium-Produkt.