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Hilfe, mein Kind wird in der Schule gemobbt!

Mobbing in der Schule ist inzwischen keine Seltenheit mehr. Doch Mobbing gab es schon immer. Im Zeitalter von Facebook & Co. ist das Hänseln eines Mitschülers, wie es früher nur genannt wurde, jedoch viel einfacher geworden. Wie erkennt man, dass sein Kind gemobbt wird, und was kann man dagegen tun?

Das Wort Mobbing kommt aus dem Englischen und kann sinngemäß übersetzt werden mit „über jemanden herfallen“, „anpöbeln“ oder „fertigmachen“. Das Ziel von Mobbing ist die soziale Ausgrenzung meist einer, manchmal auch mehrerer Personen über einen längeren Zeitraum hinweg. Dabei wird nicht nur verbale, sondern auch physische Gewalt angewandt. Das Mobbingopfer wird z.B. schikaniert, bloßgestellt, beschimpft oder beleidigt. Aber auch indirektes Mobbing in Form von Ausgrenzen, Ruf schädigen, Beschädigen von Eigentum der gemobbten Person u.ä. ist beliebt bei den Tätern.

Für Eltern ist es nicht immer leicht zu erkennen, ob ihr Kind in der Schule gemobbt wird, denn Kinder neigen dazu, sich zurückzuziehen. Die Angst vor einer Verschlimmerung der Situation, wenn Erwachsene eingreifen, ist sehr hoch. Außerdem glauben viele, dass sie selbst für die Situation verantwortlich sind und suchen die Gründe bei sich selbst. Mögliche Anzeichen von Mobbing für Eltern können sein: Verletzungen (physisch), gestörtes Selbstbewusstsein (psychisch), Beschwerden wie Bauchschmerzen, Schlafstörungen o.ä. (psychosomatisch) oder Leistungsrückgang, Schwänzen der Schule, Ängste, Depressionen bis hin sogar zu Suizidversuchen oder schlimmstenfalls sogar ein vollzogener Suizid.

Wenn Eltern eine oder mehrere dieser Anzeichen bei ihrem Kind wahrnehmen, sollten sie es in einer ruhigen Minute für ein Gespräch zur Seite nehmen. Selbst wenn es sich nicht um Mobbing dreht, bedürfen diese Auffälligkeiten sicherlich einer Aussprache! Geduld ist nun gefragt, denn das Kind wird sich ggf. nicht gleich den Eltern öffnen. Hierbei ist auffällig, dass besonders Jungen sich schwerer den Eltern anvertrauen können. Wenn ein offenes Gespräch gelingt, ist in erster Linie Aufklärung über Mobbing wichtig! Dem gemobbten Kind muss klargemacht werden, dass es keine Schuld an seiner Situation hat und wirklich jeder zum Mobbingopfer werden kann. Vielleicht glaubt ein Kind seinen Eltern nicht wirklich und braucht noch ein wenig mehr Unterstützung zu dem Thema. Hilfreich sind dann Websites wie http://www.schueler-gegen-mobbing.de oder http://www.mobbing-schluss-damit.de.

Wenn klar ist, dass ein Kind in der Schule gemobbt wird, sind Eltern häufig sehr wütend auf die Schule bzw. die Lehrkräfte. Doch für Lehrer, die zahlenmäßig ihren Schülern weit unterlegen sind, ist es äußerst schwierig, Mobbing zu bemerken, da dies häufig nicht im Unterricht, sondern in den Pausen und abseits von den Blicken der Lehrer stattfindet. Außerdem wenden sich gemobbte Schüler sehr selten an ihre Lehrer. Zum Glück gibt es mittlerweile Konfliktlotsen und Vertrauenslehrer, die sich mit dem Thema intensiver auseinandersetzen und bestenfalls auch um Rat gefragt werden. Schulen versuchen heutzutage verstärkt, Mobbing in den Griff zu bekommen. Besonders wichtig als Eltern eines gemobbten Schülers ist es, die Schulleitung und Lehrkräfte zu informieren – und das möglichst unauffällig! Ein Kontakt mit Eltern der Mobbingtäter und sogar direkt mit den Mobbern ist wenig sinnvoll, häufig kontraproduktiv und sollte daher möglichst nicht anvisiert werden. Ggf. hört das Mobbing kurzfristig auf, um nur noch stärker nach kurzer Zeit wieder zu beginnen. Für die Schule, das Opfer, aber auch der Entwicklung des/der Täter/s ist es wichtig, dass sich die Schule dem Thema annimmt, um klarzustellen, dass Mobbing auf keinen Fall bei ihnen geduldet wird. So kann Mobbing z.B. im Unterricht zum Thema werden, es können Projekttage dazu gestartet werden oder andere Mechanismen können greifen, ohne dass der gemobbte Schüler namentlich genannt werden muss und damit noch mehr zur Zielscheibe wird. Bis sich die Situation dadurch entspannt, sollte mit den Lehrern nach Möglichkeiten gesucht werden, wie das gemobbte Kind in der Schule sicherer bzw. besser fühlt, ohne dass es der Klassengemeinschaft noch mehr entzogen wird.

Mobbing kann auch von einem Lehrer ausgehen. Vermehrte Beleidigungen und Kränkungen, Niedermachen vor der ganzen Klasse u.ä. kennen viele Schüler. Auch hier hilft nur ein Gespräch mit dem Vertrauenslehrer der Schule und dann letztendlich auch mit der Schulleitung. Solch eine Situation ist nicht einfach, denn häufig müssen sich Lehrkräfte auch unbegründet mit Vorwürfen auseinandersetzen, wenn Schüler das Gefühl haben, dass sie benachteiligt werden, wenn ihre Leistungen z.B. schlechter als erhofft bewertet werden und Eltern sich dann für ihre Kinder stark machen. Mobbingvorwürfen muss jedoch grundsätzlich nachgegangen werden!

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