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Kindererziehung mit asiatischer Philosophie

Erst wer seine eigene Einstellung zum Thema Erziehung hinterfragt, hat gute Chancen, ein neues Erziehungsbewusstsein zu entdecken, das seine Kinder in eine glückliche Welt führt, meint Autor Bernhard Moestl. Wir stellen sein Erziehungskonzept bei uns vor.

Erziehungsratgeber gibt es wie Sand am Meer. Sie offenbaren die Probleme, die unsere Kinder haben bzw. die WIR mit unseren Kindern haben. Und geben mal mehr oder mal weniger gute Lösungsansätze. So trifft man z.B. auf Fragen: Wie verhalte ich mich bei Wutausbrüchen meines Sohnes?, Warum tut mein Kind nichts im Haushalt? oder Mein Kind ist so unordentlich. Wie kann ich das ändern?...

ImageDer Bestseller-Autor Bernhard Moestl beleuchtet das Thema Erziehung dagegen von einer ganz anderen Seite aus. In seinem Buch "Wer Grenzen zieht, kann Wege öffnen" plädiert der Shaolin-Kenner vor dem Hintergrund asiatischer Philosophie für mehr Zeit und Zuwendung bei der Kindererziehung, aber auch für mehr Konsequenz. Sein Ansatz basiert stark auf den Prinzipien Demut, Autorität, Disziplin und Liebe, nach denen auch die Shaolin-Mönche ausgebildet werden. Da dies durchaus gute Tugenden sind, haben wir neugierig sein "Arbeitsbuch" einmal unter die Lupe genommen...

Zwölf Leitsätze für ein neues Erziehungsbewusstsein
Bernhard Moestl macht sich in seinem Buch für ein neues Erziehungsbewusstsein stark. Aufgeteilt in den drei Rubriken "Wege zum Selbst", "Wege zum Kind" und "Wege ins Leben" wird detailliert auf zwölf wichtige Leitsätze eingegangen, die ihm und natürlich auch seinen Lesern helfen, dieses neue Bewusstsein zum Thema Erziehung für sich selbst (wieder) zu entdecken, um dann selbstverständlich in der Lage sein zu können, dieses auch in der Praxis umzusetzen...

Eigene Einstellung hinterfragen
Erst wenn man sich ehrlich mit sich selbst, seinem Kind und den echten Anforderungen des Lebens auseinandergesetzt hat, entsteht gute Erziehung, so der Autor. Am Beispiel des ersten Leitsatzes "Erziehung beginnt mit dem Hinterfragen der eigenen Einstellung" wollen wir die Herangehensweise von Bernhard Moestls Erziehungskonzept demonstrieren:

ImageIn den Köpfen vieler Erwachsener sind die Machtverhältnisse klar verteilt: Auf der einen Seite stehen die Kinder: abhängig, ungeformt, unangepasst und voller vermeintlicher Fehler. Auf der anderen Seite die Erwachsenen, die die Kinder lenken bzw. erziehen sollen: unabhängig, geformt, angepasst und vermeintlich ohne alle diese Fehler. Natürlich ist in diesem Denken schon der Wurm drin: Während Kinder z.B. zwar alles sofort auf einmal haben möchten, gibt es auch genug Erwachsene, die in unserer Konsumgesellschaft Handy, Fernseher, Auto & Co. erwerben, obwohl sie es nicht wirklich brauchen bzw. sich leisten können. Und dabei sind es doch eigentlich die Erwachsenen, die gelernt haben sollten, was Verzicht ist, oder was es bedeutet, allen Regeln zu gehorchen, denn schließlich haben sie ihre eigene Erziehung ja bereits abgeschlossen, oder? Fakt ist, würde man sein eigenes Verhalten bei Kindern beobachten, wäre man erschrocken, ja manchmal bestimmt sogar erzürnt. Der erste Schritt auf den Weg einer guten Erziehung ist also, seine eigene Erziehung objektiv zu betrachten. Wie empfand ich meine Kindheit? Wo lagen die Stärken und Schwächen des Erziehungsstils meiner eigenen Eltern? Wohin hat mich meine eigene Erziehung gebracht? Dabei geht es nicht darum, den Erziehungsstil der Eltern zu bewerten und gar zu kritisieren, sondern vielmehr um die Frage, ob das, was geschehen ist, gut oder schlecht, ob es richtig oder falsch war. Was war, ist nicht mehr zu ändern und bleibt hier aus dem Spiel. Wichtig ist das Jetzt und Heute, und was Sie selber daraus machen. Wer andere Menschen (durchs Leben) führen will, muss in der Lage und bereit sein, über sich selbst nachzudenken. Falls Sie nicht einmal selbst wissen, warum Sie in einer Situation auf eine bestimmte Art handeln, wie wollen Sie das dann Ihrem Kind erklären und weitergeben?...

Kleines Fazit zum Schluss...
Winzig ist dieser Auszug aus dem Buch von Bernhard Moestl, doch er macht bereits ein wenig deutlich, wie der Autor seinen Lesern helfen will. Er bietet all jenen Orientierung und Denkanstöße, die im Dickicht der Erziehungsrezepte den Überblick verloren haben. Dazu muss man nicht bereits Kontakt mit fernöstlichen Philosophien gehabt haben. Am Ende jedes Kapitels erwartet der Autor Eigeninitiative, indem er darum bittet, einen kleinen Fragekatalog auszufüllen. Moestl selber versteht Erziehende als "Reiseleiter", die Kinder in die Welt führen und zwar in ein glückliches Leben!

Quelle: "Wer Grenzen zieht, kann Wege öffnen: Das Tao der Erziehung" von Bernhard Moestl (232 S. Hardcover mit Schutzumschlag, Knaur Verlag ISBN: 978-3-426-65477-4, 16,95 Euro)

Fotos: 1. Sonja Gräber 2. Sandra Melicchio - beide Pixelio

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