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Hilfe, mein Kind tut nichts im Haushalt!

Gehören Sie zu den Eltern, deren Kinder von vorneherein im Haushalt mithelfen müssen, oder brauchen Ihre Sprösslinge in den heimischen vier Wänden keinen Finger rühren? Wer seine Kids nicht rechtzeitig in die häuslichen Pflichten einbezieht, wird es später schwer haben...

"Das bisschen Haushalt macht sich von allein..." sang einst Johanna von Koczian, die sich in ihrem Lied mit dem Unverständnis Ihres Ehegatten zu dem Thema auseinandersetzte. Dass der Haushalt im Leben eines Menschen jedoch sehr viel Platz und vor allem Zeit einnimmt, ist mittlerweile jedem wohlbekannt. Besonders nervig wird die Arbeit, wenn sowohl Mama als auch Papa einen Job haben und den Kindern die häusliche Ordnung völlig egal zu sein scheint. Dabei können schon die Kleinsten mithelfen und dabei lernen, Verantwortung zu übernehmen!

Früh übt sich!
Je eher Kinder im Haushalt mit anpacken müssen, umso selbstverständlicher ist auch mit zunehmendem Alter die Arbeit. Oder anders ausgedrückt: Wenn ein Kind es gewohnt ist, keinen Finger zuhause zu rühren, umso schwerer wird später die Umstellung sein bzw. umso größer wird das Unverständnis bzw. der Unwille sein, warum sich dies auf einmal ändern soll. Schon Zweijährige können beim Tischdecken und -abräumen helfen. Natürlich dauert der Spaß dann sehr viel länger und wird in der Regel auch nicht ganz so perfekt über die Bühne gehen. Ja, vielleicht macht diese spielerische Hilfsbereitschaft sogar letztendlich noch mehr Arbeit als vorher, aber gerade jetzt ist unbedingt Geduld erforderlich! Eltern tun gut daran, die Kids gewähren zu lassen, ihre Leistung zu bewundern, sie zu loben und sich für ihre Hilfe zu bedanken. Nur so können sie ihnen die Freude am Helfen erhalten. Tabu müssen Sätze sein, wie z.B. "Dafür bist du noch zu klein" oder "Das hast du aber nicht ordentlich gemacht!" Kinder verlieren dann ganz schnell ihre Freude und stellen das Helfen dann ein. Natürlich sollte eine Aufgabe das Kind nicht überfordern bzw. gefährden. So sollte lieber der große Bruder den Geschirrspüler ausräumen.

Arbeiten, die selbstverständlich sind...
Dass ein Glas umkippt, kann jedem mal passieren. Wichtig ist nun, dass der Verursacher die Pfütze auch aufwischt. Wer einen Schaden anrichtet bzw. Schmutz verursacht, muss diesen auch beseitigen. Das ist eine Selbstverständlichkeit! Eltern sollten ihren Kindern solche Sachen NIE abnehmen, weil sie denken, dass es dann ordentlicher ist, auch wenn es vermutlich stimmt.

ImageImmer wieder ein Thema: Kinderzimmer aufräumen!
Den größten Krach haben Eltern mit ihrem Nachwuchs häufig dann, wenn es um das Aufräumen des Kinderzimmers geht. Sicherlich spielt auch hierbei das Alter eine wesentliche Rolle. Kleine Kinder sind völlig überfordert bei diesem Thema. Da müssen Mama oder Papa zunächst mit anpacken. Ordnung kann nicht entstehen, wenn es viel Spielzeug & Co. gibt, aber zu wenig Verstaumöglichkeiten da sind. Sind ausreichend Schubladen oder Kisten und ähnliches vorhanden? Schmutzige Wäsche sollte nicht im Raum zwischengelagert werden, sondern seinen Weg fast automatisch in die Waschküche bzw. in den Wäschekorb finden. Essen im Zimmer sollte - wenn überhaupt - nur eine absolute Ausnahme sein. Nichts ist schlimmer als Pizzareste unterm Kleiderschrank! Besprechen Sie mit Ihrem älteren Kind die Aufteilung bzw. mögliche Wünsche, wie das Zimmer aussehen soll. Wo kommt der hübsche Schmuck gut zur Geltung? Wo haben die Sportsachen ihren Platz? Usw...Wenn das eigene Reich einem wichtig ist, fällt das Aufräumen nicht ganz so schwer.

Haushaltspflichten spielerisch in den Alltag einbauen
Gemeinsam packen wir es! Lästige Hausarbeiten können auch Spaß machen, vor allem dann, wenn man sie gemeinsam mit der ganzen Familie erledigt. Wenn jeder z.B. an einem festgelegten Tag in der Woche seine Aufgaben im Haushalt erledigt, fühlt sich keiner ausgeschlossen oder benachteiligt. Im Anschluss bleibt dann noch Zeit für gemeinsame Vorhaben. Die Zeit vergeht zudem sehr schnell, wenn flotte Musik durch Wohnung oder Haus flutet, man zusammen ein paar Arien schmettert oder sich schöne Geschichten bzw. Erlebnisse aus dem Alltag erzählt. Ehe man sich versieht, ist die Zeit vergangen. Besonders Kinder stehen total auf ein Bonussystem: Wer etwas im Haushalt tut, bekommt einen Punkt. Wer zuerst zehn gesammelt hat, darf sich etwas wünschen, was die Familie gemeinsam unternimmt (z.B. ins Schwimmbad gehen). Geld für erledigte Tätigkeiten ist übrigens strengstens untersagt!

Wenn Arbeiten das Kind überfordern...
Wer seinen Kindern glaubhaft vermittelt, dass sie eine echte Hilfe sind und ihnen nicht nur einfach Aufgaben überträgt, auf die man selber keine Lust hast, geht schon mal den richtigen Weg. Welche Arbeit für welches Alter, ist dann der zweite Schritt: Was kann man bereits einem Zweijährigen zumuten, womit ist eine Achtjährige überfordert? Es gibt Arbeiten, die auch ältere Kinder überfordern, weil die noch nicht das nötige Verantwortungsbewusstsein besitzen. Das kann z.B. das tägliche Füttern von Haustieren sein. Bitte, liebe Eltern, lassen Sie nun nicht das arme Kaninchen unter der mangelnden Fürsorge leiden! Solange Ihr Kind der Pflicht nachkommt, wenn es von Ihnen erinnert wird, ist alles noch im grünen Bereich. Schlimm wird es jedoch, wenn es die Arbeit als lästig einstuft, sie nicht mehr übernehmen will oder sogar einfach behauptet, sie gemacht zu haben, obwohl dem nicht so ist. Sicherlich muss das dann Konsequenzen haben, es geht hier schließlich um ein kleines Lebewesen mit äußerst kurzer Verweildauer auf Erden...

Zu guter Letzt...
Ganz ehrlich: Sind Sie ein gutes Vorbild für Ihr Kind? Es ist sehr schwer vorstellbar, dass ein Kind sein Zzimmer supersauber hält, wenn der Rest der Wohnung völlig verdreckt ist. Werte, wie Verantwortungsgefühl, Pflichtgefühl, Ordentlichkeit, Sauberkeit & Co. müssen vorgelebt werden! Wenn Sie selber Schwierigkeiten dabei haben, versuchen Sie es mit einer Familienkonferenz. Dort können sämtliche Pflichten für ALLE Familienmitglieder festgelegt werden. Und JEDER muss sich daran halten...

Buchtipp: "Das Erziehungs-ABC von Angst bis Zorn", Petra Stamer-Brandt/Monika Murphy-Witt (GU, ISBN: 978-3-8338-1661-1, 12,90 Euro)

Fotos: 1. halmackenreuter, 2. Krautheim - beide Pixelio


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