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Seite 1 von 2 Fast jedes Kind hätte gern ein eigenes Tier und gerade zu Weihnachten werden die Eltern wieder mit solchen Wünschen bombardiert. Doch ob so ein Geschenk die richtige Idee ist, muss gut überlegt werden.
Im schlimmsten Fall steht das Überraschungstier unter dem Weihnachtsbaum und muss Weihnachtslieder, Kindergeschrei, stundenlanges Vorzeigen und Verwandtenbesuche über sich ergehen lassen - ein Alptraum für Tiere jeder Art. Und oft stellt sich dann nach der ersten Begeisterung heraus, dass das Tier doch nicht in die Familien passt – und dann heißt es: ab ins Tierheim. Allein im Hamburger Tierheim wurden letztes Jahr nach den Feiertagen 50 Tiere abgegeben. Wer ein Hausier halten möchte, muss sich also vorher gut über seine Bedürfnisse informieren und sich sicher sein, dass die ganze Familie mit dem neuen Hausgenossen einverstanden ist. Kinder sehen in Tieren häufig nur ein niedliches Spielzeug und bestenfalls einen Spielgefährten auf Zeit. In ihrer Begeisterung versprechen sie natürlich auch das Blaue vom Himmel herunter: Klar, machen sie regelmäßig den Käfig sauber, füllen den Wassernapf auf, gehen Gassi...
Doch Tiere werden groß, beanspruchen Zeit und Zuwendung und entwickeln nicht selten in der artfremden Umgebung eigenartige Macken. Die Verantwortung liegt bei den Eltern, die sich vor der Anschaffung klar darüber sein müssen, dass Kinder in der Regel nicht die Ausdauer haben, um sich regelmäßig und über längere Zeit hinweg um das neue Familienmitglied zu kümmern. Wer ein Tier innerhalb der eigenen Familie verschenkt, muss dieses Tier auch selbst wollen und mögen. Hat man sich einmal für ein Tier-Geschenk entschieden, dann sollte man für die Anschaffung ruhige Tage wählen. Denn Tiere benötigen eine friedliche Phase der Eingewöhnung. Dies gilt nicht nur für größere, sondern auch für kleine Tiere wie Vögel, Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen oder Schildkröten. Soll ein Festtag der Anlass für das Geschenk sein, ist vielleicht ein Gutschein besser als das lebende Tier. Denn einerseits könnte der schlimmste Fall eintreten, dass der Beschenkte sich etwas ganz anderes vorgestellt hat und das Tier ablehnt, andererseits ist auch das Anfreunden mit einem Lebewesen Teil der Freude. Auch das Aussuchen und Einrichten einer artgerechten „Unterkunft“ macht Kindern Spaß. Gleichzeitig lernen sie dabei etwas über die Bedürfnisse des neuen Mitbewohners. Tierheime sind eine gute und sinnvolle Möglichkeit, einen solchen Gefährten in Ruhe und obendrein preiswert auszusuchen. Die dortigen Jungtiere benehmen sich nicht anders als Tiere in Zoohandlungen. Auch Rassetiere gibt es dort, da in Tierheimen ja oft Tiere abgegeben werden, die plötzlich nicht mehr ins Lebenskonzept passen. Eltern, die einen Umgang ihres Kindes mit einem Tier unterstützen möchten, ohne dieses Tier täglich im Haus zu haben, können im Tierheim anfragen, ob eine Patenschaft möglich ist. So kann das Kind seine eigenen Erfahrungen machen, den Umgang mit dem Tier und seine eigenen Gefühle zu ihm verstehen lernen.
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