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Gute Spiele, böse Spiele - An der Playstation scheiden sich die Geister

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ImageVideospiele machen schlau
Experten wie der amerikanische Journalist Steven Johnson und Vertreter der Spieleindiustrie sehen in dem neuen Medium Video- und PC-Spiel ganz andere Möglichkeiten: Die Spiele machten nicht dick oder dumm, sondern zwängen den Spieler, Entscheidungen zu treffen, sich mit der künstlichen Intelligenz des Rechners zu messen, strategisch und analytisch zu denken. Gehirnjogging nennt Johnson das. Der US-Medienforscher Dmitri Williams kommt nach einer Studie zu einem gewalttätigen Rollenspiel, für die er über 200 Spieler testete, zu einer ähnlichen Aussage: Er habe keinen Zusammenhang zwischen dem Spiel und Aggressionen der Spieler gefunden. Dafür glaubt Williams aber, dass Spiele positive Effekte haben können. Teamwork und Gemeinschaftserlebnis, das Führen von Menschen, das Lösen von Problemen ließen sich beim Spielen erlernen.

Ähnlich argumentiert der Kölner Spieleforscher Jürgen Fritz. Spiele sollten eher unter der Frage, warum die Kinder spielen, untersucht werden. Es gehe weniger um die Gewalt im Spiel und was sie bewirke, als vielmehr darum, herauszufinden, was das elektronische Spiel so spannend macht. Fritz nennt PC- und Videospiele einen "Spiegel der Gesellschaft", und in der gebe es eben harte Konkurrenzkämpfe und verunsicherte Menschen. Der Spieler aber hätte die Chance, in seinem virtuellen Reich unkontrolliert und ohne Angst vor realen Strafen Macht auszuüben und sich zu behaupten.

Und wer hat jetzt Recht?
So lange sich die Experten streiten, kann als gesicherte Erkenntnis nur gelten: Welche Wirkungen Video- und PC-Spiele auf Kinder und Jugendliche haben (und ob es überhaupt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einem Spiel und einer bestimmten Störung gibt), lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Ob also etwa Gewaltspiele auch reale Gewalt auslösen, ist weder bewiesen noch widerlegt. Den Eltern videospielender Kinder bleibt nur eins: genauer hinzugucken. Was wird gespielt, wie lange, mit wem.

Setzen Sie sich mal mit ihrem Kind vor den Schirm und spielen Sie gemeinsam. Vielleicht gelingt es Ihnen nachzuvollziehen, was die Faszination dieses Mediums ausmacht. Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind zu lange an der Konsole oder am PC hockt, treffen Sie eine Vereinbarung über Nutzungszeiten der Geräte. Bieten sie Altenativen zu elektronischen Spielen an – und nehmen Sie sich Zeit dafür. Achten Sie auf eventuelle Verhaltensauffälligkeiten. Aber stehen Sie nicht jedesmal daneben, wenn Ihr Kind scheinbar endlos daddelt – Kinder ziehen sich eben gelegentlich in Ihre eigene Welt zurück, auch wenn sie aus Bits und Bytes besteht.