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Gute Spiele, böse Spiele - An der Playstation scheiden sich die Geister

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ImageMillionen Kinder und Jugendliche verbringen ihre Freizeit am Computer oder an der Spielkonsole. Welche Wirkung das auf die Kids hat, ist auch unter Experten umstritten. Unter Eltern herrscht meist Ratlosigkeit.

Das Geschäft brummt: Im ersten Halbjahr 2005 hat die Spielbranche über 60 Millionen Euro mit PC- und Konsolen-Software umgesetzt. Über 19 Millionen Spiele wurden unters Volk gebracht, Tendenz steigend. Fast 80 Prozent aller Kinder und Jugendlichen haben einen PC im Zimmer stehen, beinahe 60 Prozent eine Playstation, Xbox oder eine andere Spielkonsole. Das digitale Daddeln ist längst zu einer Art Jugendbewegung geworden. Millionen Kids hocken täglich vor dem Schirm und liefern sich elektronische Autorennen, Fußballschlachten, Geisterjagden oder gleich ganze Weltkriege.

Immer mehr Eltern fragen sich, was ihre Kinder da eigentlich treiben, was die Söhne (und zunehmend auch Töchter) stundenlang an den Bildschirm fesselt und welche Wirkung das auf sie hat. Sie sind ratlos, haben keine Chance, mit der rasanten Technik mitzuhalten, die ihre Kinder so spielerisch zu beherrschen scheinen. Die virtuellen Welten, in die sich unsere Kinder Tag für Tag begeben, bleiben den meisten Vätern oder Müttern verschlossen. Das Unbehagen der Erziehungsberechtigten über die Spielleidenschaft ihrer Kinder wird durch die Wissenschaft nicht gelindert: Spiel- und Medienforscher, Psychologen und andere Experten streiten seit Jahren, ob PC- und Videospiele gut oder böse sind, den Kindern nützen oder schaden.

Videospiele machen dumm
Zu den namhaftesten Kritikern von Video- und PC-Spielen zählt der Hannoveraner Sozialpsychologe und Jurist Christian Pfeiffer. Ein erhöhter Fernseh-, PC- und Spielekonsum führe bei Kindern und Jugendlichen laut Pfeiffer zur so genannten Medienverwahrlosung. Die Folgen des exzessiven Medienkonsums, für den mehr Zeit als für die Schule aufgebracht werde: Schulversagen, steigende Jugendkriminalität und im Extremfall Gewalttaten bis hin zum Amoklauf. Insbesondere die 12- bis 17-jährigen Jungen sieht Pfeiffer gefährdet. Mindestens ein Fünftel dieser Gruppe befände sich bereits im Zustand der akuten Medienverwahrlosung. Mit anderen Worten: Tausende von Kids daddeln sich vor PC und Konsole dumm und laden sich mit Aggessionen auf.

Andere Kritiker sehen eine weitere Gefahr: Einer Studie der Berliner Charité zufolge, an der 323 Sechstklässler teilnahmen, sind über 9 Prozent der Kinder regelrecht abhängig von Computer und Konsole. Die medizinische Erklärung: Die schnellen Erfolgserlebnisse beim Spielen belohnen das Gehirn des Spielers mit dem Botenstoff Dopamin, der ein Glücksgefühl erzeugt, das der User immer wieder haben möchte. Im Ostseebad Boltenhagen gibt es sogar ein Therapiezentrum für mediensüchtige Kinder. Die Symptome der Patienten, die über längere Zeit hinweg teilweise bis zu 15 Stunden am Tag vor dem Rechner hingen: Kopfschmerzen, Haltungsschäden, Konzentrationsschwäche, Fettleibigkeit, gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus und Albträume.

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