Fiat bringt den neuen Doblo zu den Händlern – die zweite Generation des als Familientransporters und Kastenwagen angebotenen Nutzfahrzeugs. Der Wagen ist nun größer, breiter, deutlich höher und trotzdem weniger durstig. Davon hat sich auch unser Auto-Experte Heinrich Rohne bei ersten Testfahrten überzeugt.
Bei dem neuen Doblo handelt es sich um ein solides Gefährt mit viel Platz für alle Herausforderungen jedes noch so exotischen Alltags. Rund eine Million mal hat sich der Vorgänger verkauft. Und bei Fiat ist man guter Dinge, dass der Neue da nicht schlechter abschneidet. Auch die Italiener haben bei der Neuauflage dem Wachstumstrend gehuldigt. Der Doblo der neuen Generation baut nicht nur auf einer neuen Plattform auf, er hat auch kaum ein Bauteil des Vorgängermodells übernommen und ist getreu dem olympischen Prinzip höher, länger, weiter - und ein bisschen schneller. Kam der alte Doblo noch mit einer Höhe von 1818 mm aus, so legt der neue nun 1845 mm vor. Die Länge ist von 4253 mm auf 4390 mm gewachsen. Und mit 1822 mm Breite kann es der Doblo bei der Parkplatzsuche nun fast schon mit der Mercedes E-Klasse aufnehmen. Solche Dimensionen haben Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen gehört, dass auch der Radstand auf 2755 mm wachsen kann und so Insassen und Gepäck mehr Platz zwischen Front- und Hinterachse verschafft. Bei der Bestuhlung als 5-Sitzer etwa bleiben 790 Liter fürs Gepäck übrig, bei umgeklapptem Gestühl sind es bis zu 3.200 Liter - 200 Liter mehr als bisher. Praktisch ohne Platz für Ladung muss der Doblo allerdings als 7-Sitzer auskommen, dann passt hinter die dritte Reihe gerade mal eine Aktentasche.
Viel Platz gibt auch für die Passagiere. Zwar lässt sich die Bank in der zweiten Reihe nicht verschieben, doch der Abstand zu den Vordersitzen bietet reichlich Platz für die Knie. Ohnehin ist das Raumgefühl im Doblo üppig. Um so überraschender ist, dass die Möglichkeiten des üppigen Raumes mitunter nicht genutzt werden. So hat zum Beispiel nur der Fahrersitz eine Armlehne über dem Mitteltunnel. Der Beifahrer muss ohne auskommen. Praktisch sind die großen Türen vorne und vor allem die beiden Schiebetüren. Entsprechend bequem ist der Ein- und Ausstieg. Die Verarbeitungsqualität und die verwendeten Materialien sind nach dem ersten Eindruck der Klasse angemessen. Beim Fahren merkt man schnell, dass die italienischen Ingenieure eine rundum gute Arbeit geleistet haben. Durch die quadratische Form ist der Doblo sehr übersichtlich geraten. Zudem fährt er sich wie eine Limousine. Die Federung ist komfortabel und schluckt selbst grobe Unebenheiten klaglos. Das Fahrverhalten ist auch in flott gefahrenen Kurven durchweg sicher - ESP gibt es beim Neuen jetzt auch serienmäßig. Die Schaltung ist fast schon knackig, die Wege durch die Kulisse sind kurz, die Gänge selbst gut auf den Motor abgestimmt. Die Lenkung zeigt sich präzise. Und schließlich: Die Geräuschkulisse ist innen überraschend moderat - weder Wind noch Motor noch dröhnende Karosserieflächen nerven. Vier Motoren stehen zur Wahl: Ein Benziner mit 95 PS und drei Diesel mit 90 PS bis 135 PS. Stark ist der 1,6-Liter-Selbstzünder. Er beschleunigt den Doblo mit seinen 105 PS binnen 13,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und sorgt für eine Höchstgeschwindigkeit von 164 Stundenkilometern. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 5,2 Litern Diesel auf 100 Kilometer gibt sich der Doblo angesichts der wenig windschnittigen Grundform und des Leergewichts von 1,4 Tonnen auch äußerst sparsam. Fiat bietet den Doblo auch wieder als geschlossenen Kastenwagen und mit variablen Aufbauten als Cargo-Modell für Handwerker und Lieferfirmen an. Die Preise beginnen bei 15.450 Euro. Dabei gehören der Schleuderschutz ESP und sechs Airbags zur Ausstattung.
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