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Der Name Scirocco geht VW-Fans runter wie Öl. Er erinnert an packende Duelle auf der Landstraße, Einarm-Scheibenwischer und Sportsitze mit Schotten-Karo. Das liegt jetzt 34 Jahre zurück. Der „Sportwagen fürs Volk“ wurde damals von Design-Legende Giorgio Giugiaro entworfen und kostete in der günstigsten Variante 10.040 Mark. Jetzt ist er zurück und unser Auto-Tester Heinrich Rohne prüfte die Auto-Legende auf Herz und Nieren.
So sieht er aus: Schon wie damals ist der zweitürige Viersitzer sehr sportlich geworden – ohne retro zu sein. Der neue Scirocco ist 4,26 Meter lang (rund 38 Zentimeter länger als das Ur-Modell von 1974), nur 1,40 Meter hoch und mit 1,81 Metern fast so breit wie ein Passat. Im Vergleich zur Studie Iroc haben die Designer die aggressive Front allerdings deutlich entschärft. Das mag auch daran liegen, dass der schlundartige große Kühlergrill doch ein wenig an die neue Audi-Designsprache erinnert hat. Beim Serienmodell trennt eine große Querstrebe in Wagenfarbe den schmalen Grill und den immer noch mächtigen Lufteinlass darunter. Das VW-Emblem sitzt allerdings auf der Kühlerhaube – wie sonst nur beim New Beetle. Insgesamt zeigt sich bei der Frontpartie bereits die neue Designsprache der Marke, wie sie als nächstes im neuen Golf zu sehen sein wird. Aus der Heckansicht dominiert das Wechselspiel zwischen sehr breiter Spur und schmalem Dach, was sportlich wirkt und dem Fahrzeug Charakter verleiht. So viel Platz hat er: Innen gibt es für ein Sportcoupe dieser Klasse ungewöhnlich viel Platz. Vier Erwachsene können auf Einzelsitzen bequem Platz finden – auch hinten. Der Kofferraum fasst 292 Liter, bei umgelegten Rücksitzlehnen stehen gar 755 Liter zur Verfügung. Für Sonnenlicht im Innenraum sorgt ein großes Panorama-Ausstelldach, das sich auf Knopfdruck 39 Millimeter in die Höhe hebt und zum Verdunkeln über ein Rollo verfügt. Ordentlich ist auch die serienmäßige Ausstattung. Dazu gehören unter anderem Lederlenkrad, CD-Radio, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, ESP, Sportsitze, elektrische Fensterheber, Klimaanlage und sechs Airbags.
So fährt er sich: Sportlich wird es unter der langgestreckten Haube. Drei Benziner sind im Einsatz – die aufgeladenen TSI-Aggregate mit 160 bzw. 200 PS sowie der Einsteiger, der 1,4 TSI mit 122 PS. Die 200-PS-Variante beschleunigt den Scirocco in nur 7,1 Sekunden von 0 auf 100 und treibt ihn bis zu einer Spitze von 233 km/h. Außerdem ist ein Diesel, der TDI mit 140 PS, zu haben. Der Verbrauch bewegt sich den Angaben zufolge zwischen 5,4 Litern Diesel und 7,7 Liter Super auf 100 Kilometern (CO2-Ausstoß: 142 bis 183 Gramm pro Kilometer). Dank seines ausgereiften Golf-Fahrwerks ist das neue VW-Sportcoupe zwar ein sportliches, dabei aber immer leicht zu beherrschendes Fahrzeug. Geradeauslauf und Kurvenverhalten sind einwandfrei und vermitteln genau jene Art von Sportlichkeit, die Spaß macht und im Alltag nicht nervt. Geschaltet wird mit einem Sechsganggetriebe, gegen Aufpreis gibt es das 7-Gang-Direktschaltgetriebe mit Schaltwippen am Lenkrad. Außerdem bekommt der Scirocco eine adaptive Fahrwerksregelung. Angepasst wird dabei neben der Dämpferkennung auch die Abstimmung der elektromechanischen Servolenkung. Das System bietet die drei Programme Normal, Sport und Comfort. Das Sport-Programm läuft als "Nürburgring-Nordschleifenmodus" - die Messlatte für den Scirocco in Sachen Fahrdynamik liegt also sehr hoch. Fazit: Eins ist sicher - Volkswagen ist es mit Scirocco gelungen, das vernachlässigte Segment der Sportcoupes wiederzubeleben. Für Aufsehen hat dieser bezahlbare Traumwagen bei den Testfahrten jedenfalls häufig gesorgt. Und auch der Einstiegspreis von 21.950 Euro ist nicht von schlechten Eltern.
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