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Portugal: Klappern gehört zum Urlaub

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Seite 2 von 2

ImageAber vor allem die Fisch- und Meeresfrüchte-Spezialitäten machen einen Algarve-Urlaub zum Pflichttermin für Genießer und solche, die es werden wollen: marinierte Stichlinge, Tintenfisch, gefüllt mit einer Mischung aus Schinken, Zwiebeln und Tomaten; Thunfisch, Sardinen oder Schellfisch à la Algarve; und natürlich die zahlreichen regionaltypischen Variationen von Muscheln und Austern; diese Gourmet-Klassiker zählen hier zu den erschwinglichen Genüssen, weil keine Transportkosten anfallen.

ImageSogar ein Allerweltsgericht wie Stockfisch mit Gemüse wird an der Algarve mit großer Liebe zubereitet. Der Modebegriff „Slow Food“ entlockt den Köchen und Gastronomen hier bestenfalls ein müdes Lächeln. Denn die würdevolle Langsamkeit der portugiesischen Küche beginnt schon beim Einkauf der Zutaten. Während in unseren Breiten ein Fünfsterne-Restaurant als Gourmet-Tempel betitelt wird, verehren die Portugiesen mit der gleichen Art von Hochachtung ihre Markthallen.

Auch ansonsten darf sich der Gast in den Restaurants an der Algarve über eine gastronomische Tugend freuen, die woanders als Errungenschaft des sanften Tourismus gefeiert wird: die Ruhe. Denn eine gemeinsame Mahlzeit ist – vor allem am Abend – für Portugiesen ein Stichwort-Lieferant für lange, angeregte Gespräche. Und kaum ein Wirt würde es wagen, diese Kommunikation mit plärrendem Lautsprecher-Gedudel zu übertönen.                

Zum Schlemmer-Paradies für Kinder wird der Süden Portugals vor allem durch sein reichhaltiges Süßspeisen-Angebot. Die Mandel ist der Star unter den dafür verwendeten Zutaten. Sie wird aber auch aus einem anderen Grund an der Algarve hoch verehrt: Im Januar – so früh wie sonst nirgends in Europa – beginnt die Mandel zu blühen. Dann feiern die Bewohner der Algarve mit zahlreichen Festen den eigentlichen Beginn des neuen Jahrs.

Mandel-Feigen-Schokolade-Chila-Kuchen, Mandel-Walnuss-Kuchen, Mandel mit süßen Eierfäden und so weiter – die entsprechenden Rezepte hatten nordafrikanische Zuckerbäcker hier verbreitet, als Portugal noch zum islamischen Kulturkreis gehörte. Oder sie wurden ein paar Jahrhunderte später als Souvenirs mitgebracht von den Reisen jener Seefahrer, die in Portugal gestartet waren, um die Welt neu zu erklären und zu verteilen.

ImageDank ihrer Entdeckungen war Portugiesisch im 16. Jahrhundert die meistgesprochene Sprache der Welt. Geblieben ist von diesen ruhmreichen Zeiten in der Kathedrale von Faro eine prächtig rote Barock-Orgel – auch ein Klappern, das einst zum kulturpolitischen Handwerk gehörte. Wenn beim Verlassen der Kathedrale aber ein Geräusch zu hören ist, das wie ein altersschwacher Zweitaktmotor klingt, dann kommt es von jenen Störchen, die oben auf dem Glockenturm ihr Nest gebaut haben und für immer Urlaub machen wollen an der Algarve.


Jährlich wiederkehrende Anlässe für eine Reise an die Algarve:

– Ende Januar verwandelt sich die Algarve während Mandelblüte in eine „Schneelandschaft“.

– Der Karneval hat an der Algarve eine reiche Tradition und wird mit großer Lebensfreude gefeiert – am eindrucksvollsten in Loulé (Carnaval de Loulé).

– Das Sport-Ereignis: Jedes Jahr im Februar oder März findet der Internationale Crosslauf (Cross Internacional das Amendoeiras em Flor) in Albufeira statt.

Image– Das gastronomische Highlight im August: Sardinen-Festival in Portimão (Festival da Sardinha).

Flug-Verbindungen: Ryanair fliegt dreimal pro Woche von Bremen, Hahn/Hunsrück, Weeze/Niederrhein und Memmingen/Allgäu nach Faro.

Weitere Informationen:

http://www.visitportugal.com/pturismo/MapaDePortugal.aspx

Foto 1: Miroslaw, Pixelio. alle anderen: Winfried Dulisch