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Seite 1 von 2 So eine Fülle an traumhaft schönen Ausblicken findet man sicher selten. Und auch sonst hat das Gebiet rund um den Luganer See eine Menge zu bieten: Das milde Mittelmeerklima sorgt fast immer für schönes Wetter, kleine Orte laden zum Bummeln ein und zwei Länder – Schweiz und Italien – sorgen für Flair.
Denn der Luganer See im Süden des Kantons Tessin gehört zu zwei Staaten: Knapp 49 Quadratkilometer seiner Oberfläche gehören zur Schweiz, 18 zu Italien. Wer also dort auf Tour geht, sollte zwei Währungen bei sich haben – Euros und Schweizer Franken. Meist kann man zwar auch mit Euro bezahlen, bekommt dann aber Franken als Wechselgeld zurück. Und gleich ein Tipp für Autofahrer: Tanken Sie in der Schweiz – dort ist es zur Zeit deutlich günstiger! Seinen Namen bekam der See von der an seinen Ufern liegenden Stadt Lugano. In der achtgrößten Stadt der Schweiz, der größten im Kanton Tessin, spricht man italienisch. Der Parco civico mit seiner üppigen südlichen Vegetation und der Villa Ciani und die malerische Seepromenade haben ein eindeutig italienisches Flair. Auch ein Bummel in der Altstadt mit der Flaniermeile Via Nassa und der Piazza Riforma ist lohnend. Hier gibt es schicke Boutiquen und natürlich die unvermeidlichen Ketten, aber auch nette, kleine Geschäfte, die köstliche Schokolade, duftenden Käse und andere Spezialitäten anbieten.
Von den beiden Hausbergen Monte San Salvatore (912 Meter) und Monte Brè (925 Meter) hat man ein schönes Panorama über die Stadt, den Luganersee und die Tessiner Berge. Wer will, kann dort hinauf mit einer Standseilbahn fahren – die auf den Monte Bré gibt es schon seit 1912! Sportlichere können auch die Fußwege wählen. Wer weiter die herrliche Gegend erkunden will, sollte sich unbedingt eine gute Landkarte besorgen. Denn mit ausführlichen Beschilderungen sind beide Länder sehr sparsam. So artet es zum Beispiel in ein echtes Abenteuer aus, wenn man nach Montagnola möchte, ein Ort auf einem der Hügel bei Lugano, wo der Schriftsteller Hermann Hesse von seinem 42. Lebensjahr bis zu seinem Tod gelebt hat.
Doch der Weg lohnt sich: Im Museum Hermann Hesse, das 1997 in den Räumen der Torre Camuzzi eingerichtet wurde (in direkter Nachbarschaft zur Casa Camuzzi, in der Hermann Hesse von 1919 bis 1931 lebte), kann man auf den Spuren des Dichters wandeln: Zwei seiner Brillen, seine Schreibmaschine, sein geliebter Hut, original Aquarelle, Briefe an seine Söhne und vieles mehr sind dort ausgestellt. Im Keller läuft ein sehenswerter Film über das Leben von Hermann Hesse mit Filmaufnahmen vom ihm, Interviews mit zweien seiner Söhne und seinem Verleger. Es gibt auch immer wieder Sonderausstellungen, zum Beispiel mit seinen Aquarellen. Selbstverständlich kann man dort auch seine Bücher kaufen – und bekommt zur Erinnerung einen Stempel hinein.
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