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Aromatherapie: Düfte, die Heilung bringen...

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ImageSich mit wohlriechenden Düften zu umgeben, ist bestimmt eine der angenehmsten Arten, sich etwas Gutes zu tun. Wenn ein köstlicher Duft unsere Nase umschmeichelt, stellt sich wohlige Zufriedenheit ein. Spannungen werden gelöst, Stress und Ärger fallen von uns ab. „Aromatherapie“ heißt das Schlüsselwort.

In der Aromatherapie werden ätherische Öle als Heilmittel gezielt eingesetzt, um Einfluss zu nehmen auf körperliche, seelische oder geistige Vorgänge. In vielen Anwendungen ist dieser streng therapeutische Ansatz aber nicht gegeben, wodurch der Begriff „Aromatherapie“ oft in Frage gestellt wird. Therapie im eigentlichen Sinn ist den Heil- und Pflegeberufen vorbehalten. Maßgebende Aromatherapeuten aus verschiedenen Ländern haben sich deshalb vor geraumer Zeit auf einen neuen Begriff geeinigt, nämlich auf „Aromatologie“. Darunter versteht man ganz allgemein die Kenntnis über Wirkungsweise und Anwendungsmöglichkeiten von natürlichen Duftstoffen. Unabhängig davon werden wir jedoch in diesem Artikel die für die meisten Menschen noch gebräuchlichsten Begriffe wie Aromatherapie oder Aromatherapeut(en) verwenden...

ImageDüfte im Wandel der Zeit
Die Faszination, die von duftenden Aromen ausgeht, ist beinahe so alt wie die Menschheit selbst. Bereits die antiken Hochkulturen machten sich die geheimnisvolle Kraft zunutze: Das berühmte Orakel von Delphi verriet seine magischen Weissagungen unter duftenden Schwaden von Weihrauch und Zeder. Kleopatra ließ die Segel ihres Schiffes mit Auszügen aus Jasmin und Rosen tränken, um den mächtigen Krieger Marc Antonius zu betören. Die römische Prinzessin von Nerola benetzte ihre Handschuhe mit Orangenblütenöl. Die zart duftende Essenz verdankt ihr ihren Namen: Neroli. Das Parfümieren von Räumen und Kleidern, Atem und Körper gewann auch im täglichen Leben mehr und mehr an Bedeutung. Der Perser Avicenna (980-1037), ein berühmter Arzt und Gelehrte, entwickelte die verfeinerte Wasserdampfdestillation mit Hilfe einer Kühlschlange und rückte die medizinische Wirkung ätherischer Öle in Europa damit wieder in den Vordergrund. In seinem „Canon medicinae“, das für mehr als ein halbes Jahrtausend (!) als das bedeutendste Lehrbuch der Medizin galt, empfahl er beispielsweise Rosenöl und Rosenwasser zur Behandlung physischer und psychischer Leiden. Die Geschichte der modernen Aromatherapie begann in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts und ist eng mit dem Namen René-Maurice Gattefossé verbunden. Er bezeichnete seine Pionierleistung als „zähe Arbeit eines Drogisten und Parfümeurs, der sich sehr geduldig bemüht, die Wirkung von Duftstoffen zu beweisen“. 1937 erschien seine „Aromatherapie“. Auch der italienische Osmotherapeut Paolo Rovesti („Auf der Suche nach den verlorenen Düften“) untersuchte in den zwanziger und dreißiger Jahren an der Mailänder Universität die Wirkung ätherischer Öle auf die menschliche Psyche. Er behandelte mit großem Erfolg psychische Krankheiten mit Bergamotte- bis Zitrusöl. Und er fand heraus, dass die Haut als Spiegel der Seele besonders empfänglich für Duftbotschaften der Aromaöle ist. Und diese beiden waren nicht die Einzigen, die in den vergangenen Jahrzehnten Erstaunliches in Zusammenhang mit Aromaölen herausfanden.

ImageÄtherische Öle – was genau ist das?
Das Wort „ätherisch“ kommt aus dem Griechischen, und es bedeutete ursprünglich „himmlisch“. Ätherische Öle werden oft auch Essenzen genannt. Diese duftenden, leichtflüchtigen Bestandteile sammeln sich in speziellen Ölzellen in den verschiedensten Pflanzenteilen. Bei den einen Pflanzen (z.B. Jasmin) sind sie in den Blüten zu finden, bei anderen im Holz (Sandelholz) oder in der Rinde (Zimt), in den Blättern (Salbei), in den Früchten (Wacholder), in der Fruchtschale (Zitrone) oder in den Samen (Fenchel), in den Wurzeln (Angelika) oder in den unterirdischen Sprossen (Ingwer) oder auch im Harz (Weihrauch). Die Inhaltsstoffe der ätherischen Öle (u.a. Monoterpene, Monoterpenalkohole, Aldehyde, Ester, Ketone und Sesquiterpene) sind nicht für den spezifischen Duft verantwortlich, sondern erklären auch ihre therapeutische Wirkung. Denn die essenziellen Öle ähneln zum Teil den menschlichen Hormonen und Vitaminvorstufen und wirken sowohl auf der körperlichen Ebene des Vitalbereichs als auch auf der geistigen, intellektuellen und seelischen Ebene. Die Art der Gewinnung hundert Prozent reiner ätherischer Öle hängt vom jeweiligen Pflanzenteil ab, in dem sich die Öle befinden. Die gebräuchlichste Methode zur Gewinnung reiner Destillate ist jedoch die Wasserdampfdestillation.

Die Wirkung ätherischer Öle
Ätherische Öle wirken vielschichtig und kraftvoll, sie werden jedoch noch immer wissenschaftlich erforscht. Manche Öle sind in der Lage, Blutkreislauf und Lymphfluss zu stimulieren oder die Entgiftung des Körpers anzuregen. Andere wiederum stimulieren das Immunsystem, oder es gibt auch welche, die ausgleichend und auf die Psyche stabilisierend wirken. Sie mindern Stress und Anspannung, lindern Depressionen oder steigern Konzentration und geistige Klarheit. Sie wirken zudem erfrischend, stimmungsaufhellend und hautpflegend und hautregenerierend. Für die Wirksamkeit der Öle sind Qualität und Reinheit entscheidend. Sie erzeugen nur selten unerwünschte Nebenwirkungen. Allergische Reaktionen sind meistens auf Verunreinigungen durch Pestizide oder Herbizide zurückzuführen. Aber auch reine Öle sind  nicht immer ungefährlich. Zu unangenehmen Nebeneffekten kann es bei unsachgemäßer Anwendung der hochkonzentrierten Öle kommen, vor allem bei Überdosierung. Neuere Erfahrungen zeigen, dass starke Verdünnungen häufig zu besseren Heilerfolgen führen als unverdünnte oder schwach verdünnte Gaben.

ImageGesundheit und Wohlbefinden
Die entscheidenden Eigenschaften von ätherischen Ölen sind: ihre Fähigkeit, eine Atmosphäre der Entspannung und des allgemeinen Wohlbefindens zu schaffen, Gesundheit zu erhalten und vorbeugend kleinere oder größere Krankheiten zu verhüten. Doch auch wenn eine Krankheit bereits ausgebrochen ist, können uns die duftenden Essenzen eine große Hilfe sein. In der Aromalampe vermindern sie ganz massiv die Zahl der Krankheitserreger in der Luft, desinfizieren die Atemwege und vertreiben schlechten Geruch aus dem Krankenzimmer. Daneben haben sie einen nicht zu unterschätzenden wohltuenden Einfluss auf das seelische Befinden des Kranken. In manchen Fällen werden die Öle äußerlich angewandt – in Form einer Massage, als Bad, als Wickel oder Kompresse. Andere können zum Teil auch innerlich angewandt werden, doch wird die orale Einnahme nur in den seltensten Fällen wirklich erforderlich sein. Außerdem ist diese Anwendungsform aufgrund toxischer Inhaltsstoffe mit mancherlei Risiken verbunden. Die Aromatherapie ist keine Wundermedizin, sie hat wie jede Therapie ihre Grenzen, aber auch ihre bevorzugten Einsatzgebiete (z.B. bei Stress, Schlaflosigkeit, inneren Verspannungen, Atemwegsbeschwerden). Eines ist unbedingt zu beachten: Der richtige Duft zur richtigen Zeit in der richtigen Dosis tut nicht nur gut, sondern kann ein segensreicher Impuls zur Heilwerdung sein. Um bei der Anwendung keine Fehler zu machen – z.B. kann ein Duft, der morgens für Schwung sorgt, am Abend das Einschlafen verhindern – empfiehlt es sich, die ätherischen Öle, die es gibt, genau zu studieren. Dabei helfen einige ausgewählte Bücher, von denen wir Ihnen zwei im Anschluss vorstellen.

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