Mitsubishi und Hyundai geben den Kampf gegen die starke deutsche Konkurenz nicht auf. Zwei Beispiel dafür: der japanische Lancer und der koreanische Grandeur. Unser Auto-Experte Heinrich Rohne hat sich davon überzeugt, dass beide Modelle weiter aufholen.
So sehen sie aus: Den Mitsubishi Lancer (kleines Foto) kann man beim besten Willen nicht mehr übersehen. Zu auffällig ist bereits die Front. Mitsubishi spricht von „Jetfighter“-Gesicht mit schräg zulaufender Haifischnase. Die wie Schlitze wirkenden Scheinwerfer werden als Samurai-Augen bezeichnet. Vielleicht etwas überzogen, doch die Front des Lancers hat wirklich was. In klassischer Keilform steigt die Limousine weiter an. Fast muskulös wirkt dadurch die Flanke. Das hohe Heck ist scharf gezeichnet, erinnert ein wenig an die Limousinen von Alfa Romeo.
Der Hyundai Grandeur fällt dagegen im Straßenverkehr weniger auf. Für die Koreaner ist die Limousine eher das dezent elegante Aushängeschild der Marke. Andererseits kann man das Understatement auch positiv hervorheben. Weiche Linien und gelungene Proportionen kaschieren das Gardemaß von immerhin 4,90 Metern. So viel Platz haben sie: Im Innenraum des Mitsubishi Lancers haben die Designer mit viel Geschick dem grauen Einheits-Look ein Ende gemacht. Das Material wirkt hochwertiger, fühlt sich einfach besser an. Platz ist auch reichlich in der Mittelklasse-Limousine. Für fünf ausgewachsene Personen wird es zwar etwas eng, doch vier Erwachsene können es sich vorn und hinten durchaus bequem machen. Auch der Kofferraum mit 400 Litern kann sich sehen lassen. Beim Hyundai Grandeur finden die Passagiere die erwartet üppigen Platzverhältnisse vor. Die Sessel sind mit weichem Leder gepolstert und laden zu einer großen Reise ein. Auch im Fond lässt es sich lässig lümmeln. Auch Gepäck lässt sich reichlich verstauen – im 523 Liter fassenden Kofferraum. So fahren sie sich: Wir sind den Mitsubishi Lancer mit dem Zwei-Liter-Diesel gefahren. Dieses Pumpe-Düse-Aggregat wurde bei Volkswagen eingekauft, leistet 140 PS und verfügt über 310 Nm, die man mit einem sechsstufigen Schaltgetriebe fein dosieren kann. 9,6 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 und 207 km/h Höchstgeschwindigkeit - das kann sich auch sehen lassen. Eine gute Figur macht der mit Rußpartikelfilter ausgerüstete Motor auch an der Tankstelle, gibt sich dort mit gut sechs Litern auf 100 Kilometern zufrieden. Sehr ordentlich ist mittlerweile auch das Fahrwerk. Der Hoffnungsträger lässt sich nun sehr präzise dirigieren. Die Lenkung gibt eine zuverlässige Rückmeldung, die Federung ist straff, aber nicht unkomfortabel und die Bremsen machen einen vertrauenswürdigen Eindruck.
Im Hyundai Grandeur dieselt es auch. Ein Vierzylinder mit Common-Rail-Direkteinspritzung macht den Grandeur zu einem Sparwunder. 155 PS und ein maximales Drehmoment von 343 Newtonmeter sorgt nicht nur für einen äußerst flotten Vortrieb, die Limousine begnügt sich dabei auch nur mit knapp acht Litern auf 100 km im Schnitt. Den Benziner, der V6 mit 235 PS, sind wir gefahren. Ein komfortables Triebwerk, dass eine Spitze von 237 km/h erreichen lässt. Allerdings müssen dann auch gute elf Liter im Schnitt einkalkuliert werden. Weniger gerne mag der große Koreaner schnelle Kurven, hier wirkt das etwas steife Fahrwerk schnell überfordert. Ein echtes Problem ist dies allerdings nicht, da der Grandeur von Haus aus mit einem ESP ausgestattet ist. So viel kosten sie: Stimmig ist im Lancer das Verhältnis von Preis und Ausstattung. Schließlich sind neben ESP und neun Airbags bei allen Modellen auch Klimaanlage und CD-Radio Serie. Und auf Wunsch gibt es erstmals Xenon- und Kurvenlicht sowie das aus dem Outlander bekannte Navigations- und Kommunikationssystem sowie einen Starter ohne Schlüssel. Der Preise für den Lancer-Diesel beginnt bei 21.400 Euro.
Die Preise für das Hyundai-Flaggschiff Grandeur liegen natürlich etwas höher. Der feudal ausgestattete Sechszylinder ist für 38.790 Euro zu haben, der Diesel für 41.640 Euro. Dafür gibt es einen Lichtsensor für automatisches Ein- und Ausschalten des Abblendlichts, eine Klimaautomatik mit getrennter Zweizonen-Regelung für Fahrer- und Beifahrer, eine CD-Audioanlage mit sechs Lautsprechern und dynamischem Navigationssystem sowie eine über die Lenkradtasten bedienbare Geschwindigkeitsregelanlage. Außerdem Serie: Ledersitze mit mehrstufiger Sitzheizung vorne und eine Einparkhilfe hinten mit vier Sensoren und Airbags, wohin das Auge reicht. Fazit: Der Mitsubishi Lancer und auch der Hyundai Grandeur sind Fahrzeuge, die ihre Qualitäten haben – und trotzdem werden sie es nach wie vor schwer gegen die deutsche Konkurrenz haben. Doch beide Marken zeigen, dass sie weiterhin von Modell zu Modell große Fortschritte machen.
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