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Seite 1 von 2 Ein duftender Apfelkuchen, der bunte Pichelsteiner Eintopf oder deftige Kohlrouladen – so gut wie jeder verbindet ein traditionelles Gericht automatisch mit seiner Kindheit und damit an eine Zeit, in der die liebe Oma den Kochlöffel schwang. Schwelgen Sie mit uns mal wieder in schönen Erinnerungen...
Fertiggerichte? Fehlanzeige! Früher hatte man zwar nicht die Gemüseauswahl, die heutzutage in jedem Sortiment eines Supermarkts fester Bestandteil ist, dafür kam jedoch immer frisches, aromatisches Gemüse vom Feld auf den Tisch. Kochen wurde damals noch zelebriert und benötigte nicht selten auch eine lange Vorbereitung: So wurden Wochenpläne erstellt, Hülsenfrüchte Tage vorher eingeweicht und aus Knochen Brühe gekocht. Da dies für unsere Großmütter selbstverständlich war, konnten sie während des Kochens fröhlich vor sich hinträllern und glücklich strahlen, wenn der Nachwuchs mit vollen Backen um eine zweite Portion bat. Vergangenes lässt sich bekanntlich nicht immer zurückholen, doch mal ein leckeres Traditionsgericht aus vergangener Zeit kann bestimmt hin und wieder den sonntäglichen Familientisch füllen. Kleine Anregungen bekommen Sie wie gewohnt von uns...
Rheinischer Sauerbraten Für 4 Personen benötigen Sie: 800 g Rinderbraten (Hüfte, Schulter oder Hochrippe ohne Knochen), 1 Zwiebel, 1 großes Bund Suppengemüse, 250 ml heller Essig, 1 EL Pfefferkörner, 5 Wacholderbeeren, 3 Gewürznelken, 1 Lorbeerblatt, Salz, Pfeffer, 50 g Butterschmalz, 50 g Saucenlebkuchen (ersatzweise dunkle Brotrinden), 50 g Rosinen, 1 EL dunkler Rübensirup (ersatzweise Waldhonig)
Und so wird er gemacht: 1. Das Fleisch trocken tupfen, in eine Schüssel legen. Die Zwiebel und das Suppengemüse schälen bzw. putzen und grob würfeln. In einem Topf geben, mit dem Essig, den Gewürzen und 1 ¼ l Wasser einmal aufkochen, dann abkühlen lassen. Das Fleisch mit der Marinade übergießen und abgedeckt 3 bis 4 Tage im Kühlschrank ziehen lassen, das Fleisch ab und zu wenden. 2. Dann das Fleisch aus der Marinade heben, trocken tupfen und mit Salz und Pfeffer würzen. In einem Bräter das Butterschmalz erhitzen. Das Fleisch darin bei mittlerer bis starker Hitze rundum in ca. 15 Minuten anbräunen. 3. Das Gemüse mit einem Schaumlöffel aus der Marinade heben, abtropfen lassen, zum Fleisch geben und ebenfalls gut anbraten. Mit ca. 375 ml Marinade und 125 ml Wasser ablöschen, den Saucenlebkuchen dazubröckeln. Zugedeckt bei schwacher Hitze 2 bis 2 ½ Stunden schmoren lassen, dabei ab und zu weitere Marinade, jeweils mit gleicher Menge Wasser verdünnt, angießen. 4. Kurz vor Ende der Garzeit den Backofen auf 75 Grad (Umluft 60 Grad) vorheizen. Das Fleisch aus der Sauce heben und auf einer Servierplatte im Ofen warm halten. Die Sauce durch ein Sieb streichen, zurück in den Topf geben und aufkochen lassen. Die Rosinen und den Rübensirup zugeben, einmal aufkochen lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Fleisch aufschneiden und mit der Sauce übergießen. Dazu Salzkartoffeln, Kartoffelknödel oder Püree servieren. Tipps aus Omas Kochkiste: Das Fleisch für Sauerbraten darf nicht zu mager sein, sonst wird der Braten trocken. Und beim Anbraten nicht mit Fett sparen, damit es eine schöne Kruste gibt. Zuviel Fett lieber nach dem Anbraten weggießen.
Zubereitungszeit: ca. 30 Min. + 4 Tage Marinieren (!) + ca. 2 ½ Std. Garen, pro Portion ca. 540 kcal
Arme Ritter mit Weinschaumsauce Für 4 Personen benötigen Sie: Für die „Armen Ritter“: 6 längliche Brötchen vom Vortag, ½ l Milch, 75 g Zucker, Salz, 1 Vanilleschote, 1 TL Zimtpulver, 2 Eier (Größe S), 2 EL Semmelbrösel, 4 EL Butter Für die Weinschaumsauce: 300 ml milder Weißwein (ersatzweise heller Traubensaft), 2 EL Zucker, 1 EL Zitronensaft, 1 TL Speisestärke, 2 frische Eier (Größe L)
Und so werden sie gemacht: 1. Von den Brötchen die Kruste abraspeln, die Brösel aufheben. Die Brötchen längs halbieren und in eine Schüssel legen. Die Milch mit der Hälfte des Zuckers und 1 Prise Salz in einen Topf geben. Die Vanilleschote längs aufschneiden, das Mark herauskratzen und mit der Schote dazugeben. Langsam erhitzen, bei schwacher Hitze ca. 10 Minuten ziehen, dann etwas abkühlen lassen. Durch ein Sieb über die Brötchenhälften träufeln und ca. 10 Minuten einziehen lassen, dabei ab und zu wenden. Die Brötchen auf einem Küchengitter abtropfen lassen. 2. Den restlichen Zucker mit dem Zimt vermischen. In einem tiefen Teller die Eier verquirlen, in einem zweiten Teller die abgeriebenen Brösel mit den Semmelbröseln mischen. In einer Pfanne die Butter erhitzen. Die Brötchenhälften erst in den Eiern, dann in den Bröseln wenden. In der Butter bei mittlerer Hitze in ca. 10 Minuten rundum mittelbraun braten. 3. Nebenbei für die Sauce ein heißes Wasserbad vorbereiten. Weißwein mit Zucker, Zitronensaft, Stärke und Eiern in einer Metallschüssel verquirlen und über dem heißen Wasserbad unter häufigem Rühren mit dem Schneebesen erhitzen, bis die Creme dick und schaumig wird. Die Masse darf auf keinen Fall zu heiß werden, sonst stocken die Eier! Wenn die Sauce zu binden beginnt, kräftig mit dem Schneebesen weiterschlagen, bis sie cremig genug ist. Dann die Schüssel kurz in kaltes Wasser stellen und weiterschlagen, damit die Sauce nicht nachgart. 4. Die fertigen „Armen Ritter“ auf vier Teller verteilen und mit dem Zimtzucker bestreuen. Die Weinschaumsauce in ein Kännchen füllen und extra dazu servieren. Tipp aus Omas Kochkiste: Arme Ritter waren und sind ein Leibgericht vieler Kinder. Oma hatte dazu immer eingewecktes Kompott im Vorrat. Statt Weinschaumsauce schmeckt auch warmes Zwetschgenkompott: 500 g Zwetschgen halbieren, entsteinen, mit 100 g Zucker und wenig Wasser in ca. 10 Minuten weich dünsten.
Zubereitungszeit: ca. 45 Min., pro Portion ca. 610 kcal
Beide Rezepte stammen aus dem Kochbuch „Aus Omas Küche“ von Reinhardt Hess. Großmutters Schmankerl – gestern unvergesslich lecker und heute hitverdächtig. „Aus Omas Küche“ kombiniert köstliche Küchenklassiker mit modernem Anspruch. Autor Reinhardt Hess hat in der GU-Reihe „Einfach clever“ Großmutters Originalrezepte wiederentdeckt und über 90 Traditionsgerichte neu aufgelegt. Los gehts mit wertvollem Kochwissen und Omas Ratschlägen aus der guten alten Zeit. Dazu gehören das richtige Handwerkszeug, fast in Vergessenheit geratene Gemüsesorten, Küchenkräuter und ihr optimaler Einsatz sowie Minirezepte für klassisches Würzen von Salzgemüse bis Nussbutter. Anschließend wecken fünf Kapitel voller raffinierter Rezepte kulinarische Kindheitserinnerungen. Wie wäre es also mal wieder mit saftigem Schweinerollbraten, zarten Fischklößchen in Krabbensauce, deftigen Schupfnudeln mit Sauerkraut, buntem Pichelsteiner Eintopf oder roter Grütze mit Vanillerahm? Das Beste: Diese und alle anderen traditionsreichen Lieblingsgerichte kommen längst nicht mehr als übermächtige Kalorienbomben daher. Statt der Extraportion Butter gibt es lieber jede Menge Tipps aus Großmutters Kochkladde. Dazu noch eine große Prise Liebe und eine kleine Messerspitze Zeit, dann schmeckts garantiert wie bei Oma! Erschienen bei Gräfe und Unzer zum Preis von 9,90 Euro (Hardcover, 128 Seiten, ca. 100 Farbfotos, ISBN 978-3-8338-1061-9).
Rheinische Bohnensuppe mit Mettwürstchen Für 4 Personen benötigen Sie: 1,2 kg grüne Bohnen, 4 Mettwürstchen, 400 g Kartoffeln, 1 l Fleischbrühe, 150 g Saure Sahne, 1 EL Mehl, Salz, 1 EL gerebeltes Bohnenkraut (z.B. von Ostmann), 1 EL gerebelter Majoran, 1 TL Pfeffer aus der Mühle
Und so wird sie gemacht: 1. Bohnen waschen, Enden abschneiden und die Fäden abziehen. Bohnen in gleichmäßige Stücke schneiden. Die Mettwürstchen in Scheiben schneiden. Kartoffeln schälen, waschen und würfeln. 2. Fleischbrühe in einem großen Topf aufkochen, Mettwürstchen, Bohnen und Kartoffeln dazugeben und ca. 30 Minuten bei mittlerer Hitze garen. 3. Saure Sahne mit Mehl gründlich vermengen und unter Rühren in die Suppe geben. Bohneneintopf mit Salz, Bohnenkraut, Majoran und Pfeffer abschmecken und 5 Minuten ziehen lassen. Eintopf auf Suppenteller verteilen und sofort servieren.
Zubereitungszeit: ca. 20 Min. + 30 Min. Garen, pro Portion ca. 553 kcal
Das Rezept stammt aus dem Kochbuch „Suppen & Eintöpfe“ aus der neuen Reihe „Das kleine Grundkochbuch“. Die Titel bieten zu einem speziellen Kochthema alle grundlegenden Zubereitungsarten und Hintergrundinformationen. Die Auswahl der Gerichte umfasst zwischen 30 und 50 einfache, klassische Grundrezepte mit hilfreichen Tipps und Tricks für gutes Gelingen. Zusätzliche Pannenhilfen, Varianten oder Step-by-step-Abbildungen ergänzen das übersichtliche Rezeptangebot. Eine ausführliche Warenkunde, Wissenswertes und Informationen zu Einkauf, Lagerung und Verarbeitung machen die Sammlung komplett. "Suppen & Eintöpfe" zeigt, wie klassische Brühen und Fonds, aber auch Cremesuppen und Eintöpfe gelingsicher entstehen. Über 35 Rezepte für einfache und klassische Gerichte, jeweils mit Variationsvorschlägen oder Gelingtipps, helfen Anfängern, einfach und schnell Suppen zu kochen, zeigen aber auch Geübten, wie Grundrezepte neu variiert werden können. Erschienen im Compact Verlag zum Preis 4,95 Euro (64 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-8174-6314-5).
Noch mehr leckere Rezepte von unseren Großmüttern finden Sie auf der nächsten Seite!
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