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Sollten Schüler in den Ferien lernen?

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ImageDie Ferienzeit ist in vollem Gange. Für die meisten Schulkinder bedeutet das: endlich ausspannen. Andere aber wollen oder müssen pauken, um im nächsten Schuljahr besser zu starten. Dorothee Raab, Herausgeberin der Lernhilfenreihe Lernen mit Rufus Rabenschlau, und Hans Schmalacker, Redaktionsleiter beim Cornelsen Verlag Scriptor, geben Tipps.

ImageWas empfiehlt die Lernhilfen-Expertin: Ausruhen oder lernen?
Dorothee Raab: Schule und lernen ist Arbeit. Auch Grundschulkinder brauchen Phasen, in denen sie sich ausruhen und entspannen können. Dennoch können Kinder, die am Ende eines Schuljahres aufgrund von Lerndefiziten und Leistungseinbrüchen schlechte Beurteilungen und Zensuren erhalten haben, einen Teil der Ferien dazu nutzen, den versäumten Lernstoff nachzuholen.

Gibt es denn die richtige Lerndosis für die Ferienzeit?
Dorothee Raab:
Die richtige Lerndosis hängt davon ab, welche Ursachen zu den Lerndefiziten und den schlechten Leistungen geführt haben. Sinnvoll ist es, sich in der ersten Hälfte der Ferien von der Schule, dem Leistungsdruck und dem schulischen Lernen zu erholen, Freizeitaktivitäten nachzugehen, die nichts mit der Schule zu tun haben. Das ist für Eltern genauso wichtig wie für ihre Kinder. In der zweiten Hälfte der Ferien bietet es sich an, sich auf das neue Schuljahr vorzubereiten und den versäumten Unterrichtsstoff aufzuarbeiten, um fit für die nächste Klassenstufe zu sein. In einem Gespräch mit dem Lehrer sollte geklärt werden, was die Kinder tun könne, um sich in einem Fach zu verbessern.

Hans Schmalacker: Rechtzeitig kann mit dem Kind eine Lernwoche vor dem Beginn des neuen Schuljahrs vereinbart werden. Während der Lernwoche wird am Vormittag gelernt, der Nachmittag ist frei. Wenn Kinder von sich aus in den Ferien lernen wollen, sollten sie frei über die Lerndosis bestimmen dürfen.

Wie lernt es sich in den Ferien am besten: Allein, mit Eltern, im Nachhilfeinstitut oder in so genannten Sprachferien?
Dorothee Raab:
Schüler mit Lerndefiziten brauchen die Erfahrung einer positiven Lernatmosphäre. Bei Lücken im fremdsprachlichen Bereich bieten Sprachferien viele Vorteile. Bestehen Lerndefizite in anderen Fächern, ist der Unterricht bei einem Nachhilfelehrer sinnvoll, der sich auf die individuellen Lernprobleme und Wissenslücken der Grundschüler einstellt und neben dem Aufarbeiten des Lernstoffes auch das Selbstbewusstsein und die Lernmotivation der Kinder stärkt, ihn ermutigt und ihm Lernerfolge vermittelt.

Hans Schmalacker: Ich fange von hinten an: Sprachferien sind ab einem Alter von zwölf Jahren toll. Man lernt fremde Länder und Menschen kennen, macht Urlaub in einer Jugendgruppe und ohne Eltern. Allerdings dürfen Eltern nicht erwarten, dass die Sprachkenntnisse in den Sprachferien merkbar verbessert werden. Bei einer deutschsprachigen Reisegruppe bleibt die Umgangssprache Deutsch. Nur im Unterricht und mit den Gasteltern wird man sich in der Landessprache unterhalten. Lernen in einem Nachhilfe-Institut ist sinnvoll, wenn gezielt in einem Fach gefördert werden soll. Es hilft Kindern häufig, wenn sie sehen, dass sie nicht allein sind, in einer kleinen Gruppe lernen und gezielt Unterstützung durch einen Nachhilfelehrer bekommen. Wenn Kinder mit Ihren Eltern lernen, dann gibt es häufig Ärger. Dadurch besteht die Gefahr, dass für alle die Ferienzeit mit Streit endet und das neue Schuljahr unter keinem guten Vorzeichen beginnt. Vielleicht sind ältere Schüler in der Nachbarschaft, die gerne auf die Fragen antworten oder schwierige Aufgaben erklären? Hilfreich ist dabei, wenn die Kinder mit Lernhilfen-Materialien, zum Beispiel aus der Besser in-Reihe arbeiten, die eine Selbstkontrolle durch beigelegte Lösungshefte ermöglichen. Diese Vorgehensweise bietet sich an, wenn der Stoff in ein, zwei oder mehreren Fächern aufgefrischt werden soll.

Zur Person: Dorothee Raab entwickelte ein umfangreiches Programm mit Übungsmaterialien für Kindergarten, Vor- und Grundschule. Sie ist Autorin der erfolgreichen Lernhilfenreihe Lernen mit Rufus Rabenschlau, die im Cornelsen Verlag Scriptor erscheint. Sie studierte Pädagogik, Germanistik und besuchte eine Kunstschule. Dank ihrer langjährigen Erfahrungen als Grundschullehrerin und Therapeutin für Imagelese- und rechtschreibschwache Kinder berät sie Eltern und Schüler bei Lernschwierigkeiten und schulischen Problemen.

Hans Schmalacker ist Redaktionsleiter beim Cornelsen Verlag Scriptor. Er ist ausgebildeter Lehrer und Vater einer 16-jährigen Tochter. Unter seiner Leitung werden Lernhilfen für Kinder vom Kindergarten bis zum Abituralter, zum Beispiel Besser in und Pocket Teacher, sowie Fachbücher und Unterrichtsmaterialien für Pädagogen entwickelt.

Mehr unter www.cornelsen-eltern.de

Foto 1: Geralt, Pixelio