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Lu Jong - Das Gesundheitsgeheimnis der tibetischen Mönche

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ImageStress, mangelnde Anerkennung, zu wenig Selbstbestimmung? Wer kennt das nicht? Die Folgen sind gewöhnlich Frustration, innere Anspannung, Angst und Aggression. Die Tibeter glauben, dass sich dabei drei Energien im Ungleichgewicht befinden und den Energiefluss blockieren. Lu Jong soll dies verhindern…

Seit nunmehr 8000 Jahren und damit älter als Yoga und Qi Gong wird Lu Jong von Meistern an ausgewählte Schüler überliefert und ist einer der kostbarsten Schätze der Tibeter. Oft von jeder ärztlichen Versorgung abgeschnitten, entwickelten die Mönche Tibets aus ihrem uralten medizinischen Wissen heraus spezielle Körperübungen, die Leib und Seele gesund hielten bzw. sogar Krankheiten heilten. Der Arzt und buddhistische Meister Tulku Lama Lobsang hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein Wissen über die tibetische Bewegungslehre an Studenten in Europa, Asien und Amerika weiterzugeben.

Die Entstehung des Lu Jong
Die älteste Religion Tibets ist das Bön, was soviel wie „Existenz“ heißt. Es umfasst alles: die Natur, das Leben und den Geist. Die Krone der Bön-Lehre wird „Dzogchen“ genannt – „Große Vollkommenheit“. Zu ihr gehören die ersten fünf Lu-Jong-Basis-Übungen. Die anderen Lu-Jong-Übungen stammen aus der tantrischen Lehre des tibetischen Buddhismus. Es gibt in Tibet vier große spirituelle Traditionen, die „Schulen“ genannt werden. In ihnen wird bis heute ohne Unterbrechung Lu Jong praktiziert. Tulku Lama Lobsang und seine Schüler unterrichten Lu-Jong-Übungen, die aus allen tibetischen Traditionen stammen, vor allem aber aus dem Bön.

ImageWas ist Lu Jong?
Mit Lu Jong (wörtlich »Körperschulung«) können die Kräfte zur Selbstheilung des Körpers aktiviert werden. Jede der Übungen – die für alle Altersgruppen geeignet sind – wirkt speziell auf die Meridiane, Reflexzonen, die spezifischen Organe und Körperteile. Das Ziel ist eine Steigerung des Wohlbefindens und der Lebensqualität. Lu Jong schenkt nicht nur dem Körper Gesundheit, sondern auch dem Geist. Die Übungen sind darauf ausgerichtet, Krankheiten wirksam zu bekämpfen oder ihnen vorzubeugen und das innere Gleichgewicht wiederzuerlangen bzw. zu erhalten. Die Meister erkannten, welchen Einfluss die Natur und die Fünf Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum), aus denen jeder Körper besteht, haben. Grundlage dabei ist der Wind, der alle anderen Elemente in Bewegung setzt und sie durch harmonisches Fließen in Einklang miteinander bringt. Sobald der Wind harmonisiert wird, fließen auch die anderen Elemente im Körper ausgeglichen. Durch das Zusammenziehen, Ausdehnen und Entspannen wird bei den Lu-Jong-Übungen der Fluss der Säfte und Energien in den Kanälen beeinflusst.

Heilung durch Lu Jong
Die Lu-Jong-Übungen stehen in enger Verbindung mit der tibetischen Medizin. Nach deren Sichtweise wird ein Mensch dann krank, wenn das Gleichgewicht der Elemente in ihm gestört ist. Sie unterteilt Krankheiten in Wind-, Galle- und Schleim-Krankheiten. Diese Energien, die sich als Säfte formieren, beinhalten die bereits erwähnten Fünf Elemente, die zusammen ein sensibles System, das die grobstoffliche (körperliche) Ebene mit der feinstofflichen (geistigen) verbindet. Wenn sich die drei Säfte im Körper im Gleichgewicht befinden, bedeutet dies Gesundheit. Gerät auch nur eines aus dem Gleichgewicht, erkrankt man. Die Überlieferungen besagen, dass Gesundheit oder Krankheit von Meridianen abhängen, von denen es über 72.000 im Körper gibt. In ihnen fließen Blut und Wind (als feinstoffliches Prinzip). Wenn in den Meridianen Blockaden und Störungen entstehen, können diese Säfte nicht mehr in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander in den Kanälen fließen; es kommt zu Erkrankungen. Durch die richtigen Bewegungen jener Körperstellen, an denen sich die Hauptpunkte der Meridiane befinden, kann man die Kanäle weich und durchlässig halten. Täglich angewandte Übungen stärken somit den gesamten Körper.

Die Tibeter teilen Krankheiten in vier Gruppen auf:
1. Jahreszeitlich bedingte Krankheiten kommen und gehen und bedürfen nicht unbedingt einer Behandlung.
2. Sichtbar manifestierte Krankheiten, die durch äußere Einflüsse und dem Verhalten des Menschen entstehen, müssen medizinisch behandelt werden, sonst kann man sterben.
3. Geist-Krankheiten können durch schamanische Rituale geheilt werden. Betroffen sind viele Menschen, die sich etwas einbilden, das nicht existiert und dann davon krank werden.
4. Krankheiten, deren Ursachen im Karma früherer Leben liegen. Sie können nicht geheilt werden.

Wird der Körper mithilfe der Lu-Jong-Übungen bewegt, werden gleichzeitig die Kanäle im Körper bewegt, und der Wind fließt darin harmonisch – vorausgesetzt die Übungen werden regelmäßig angewandt. Lu-Jong-Übungen helfen bei einer ganzen Reihe von Symptomen wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Herzbeschwerden, Ohrensausen, Konzentrationsschwäche, Blähungen, Nieren- und Rückenschmerzen, ständige Müdigkeit, Appetitlosigkeit usw. Auch eine Schärfung der Sinne und der geistigen Präsenz ist zu beobachten. Zudem hilft Lu Jong dabei, ein Verständnis für die Zusammenhänge des Lebens zu entwickeln und seine Unwissenheit und seinen Egoismus zu überwinden. Die Folge sind Gesundheit, Lebenskraft und Lebensfreude.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie mehr über die Lu-Jong-Übungen.