+++ Familien-Welt Community: Mitgliederzahl * VIPs online * Freunde online * Neue Mitglieder +++


Home
Eltern & Kids
Gewinnen
Mahlzeit
Unterhaltung
Gesundheit
Reise
Freizeit

Podcast

Bildergalerie

Community

Newsletter
Flohmarkt
Impressum


Partnerseiten


 
Familien-Welt Login
Benutzername

Passwort

Angemeldet bleiben
Passwort vergessen?
Noch kein Account?
Hier erstellen

Anzeige:




 Home arrow Eltern & Kids arrow Dem Sterben ein Zuhause geben

Dem Sterben ein Zuhause geben

PDF Drucken E-Mail
Seite 1 von 3
Foto: Sarahc/Pixelio.deSchätzungsweise 90 % aller Bundesbürger möchten zu Haus sterben. Tatsächlich endet für die Hälfte das Leben im Krankenhaus und für 20 % in Pflegeheimen. Seit 2001 unterstützt der Gesetzgeber die Hospizarbeit, damit die, die es möchten, auch zu Hause sterben können.

Es war einmal ganz selbstverständlich, irgendwann friedlich zu sterben und zu Hause für immer die Augen zu schließen. Es war auch anno dazumal durchaus üblich, den Sarg in der Küche als Bank zu gebrauchen, bis er für Oma oder Opa, die mit im Haus lebten, benötigt wurde. Der Tod war ein natürlicher Teil des Lebens.
Im 19. Jahrhundert begann sich das mit den rasanten medizinischen Fortschritten immer mehr zu ändern. Die Sterbenden wurden nicht mehr gemocht. Es beutete ein Versagen der Medizin. Die Patienten wurden beiseite geschoben und lediglich gepflegt, mehr war nicht drin. Gut, dass inzwischen ein Umdenken eingesetzt hat, das wir der Hospizbewegung zu verdanken haben.

Foto: Jan-Rio Krause/Pixelio.deHospize sind Einrichtungen zur Betreuung und Pflege Sterbender. Bekannt sind Hospize bereits seit dem vierten Jahrhundert als Herberge für Pilger. Die wurden vielfach betreut von heilkundigen Mönchen und so entwickelten sich diese Hospize auch zu Orten, an denen Kranke gepflegt wurden. Daraus entstanden die ersten Hospitäler.
Die Geschichte der Hospize, wie wir sie heute kennen, ist sehr jung und beginnt 1967 in Sydenham bei London mit der Eröffnung des St. Christopher Hospice. Gründerin war die Krankenschwester und spätere Ärztin Cicely Saunders (1918 – 2005). Während des Zweiten Weltkriegs erlebte sie, dass die Soldaten in den Lazaretten zwar medizinisch versorgt wurden, ansonsten aber ihre Schmerzen ohne Linderung ertragen mussten. Später arbeitete sie während ihrer Ausbildung zur Sozialfürsorgerin nachts als Sterbebegleiterin in Londoner Krankenhäusern, wo sie sich in einen Todkranken verliebte, mit dem sie die Idee der heutigen Hospize erträumte. Er vererbte ihr 500 Pfund für ein Fenster, um das so ein Hospiz entstehen sollte.


Wegbereiter der Hospizbewegung

Foto: Rainer Klooster/Pixelio.deSieben Jahre lang arbeitete Cicely Saunders in den 50er Jahren als Ärztin im Hospiz der Schwestern der Barmherzigkeit und erfuhr, dass die bereits seit Mitte der 30er Jahren Krebskranken zur Linderung der Schmerzen Morphium gaben. Nach Saunders Überzeugung sollte diese Möglichkeit der Erleichterung allen Sterbenden offen stehen, doch Morphium war verpönt als Droge, die süchtig macht und die Vorstellung, das Mittel zur Schmerzlinderung einzusetzen, undenkbar. Cicely Saunders änderte das. Sie erforschte intensiv die Behandlungsmöglichkeiten von Morphium und seiner Dosierung mit dem Ziel, diesen negativen Mythos zu überwinden. Damit legte sie einen Grundstein für die heute immer bedeutender werdende Palliativmedizin, die erst seit 2003 in Deutschland eine anerkannte Fachdisziplin ist. Bei der Palliativmedizin geht es weder um Heilung noch um Vorbeugung, sondern einzig um eine ganzheitliche lindernde Behandlung in körperlicher, seelischer, sozialer und spiritueller Hinsicht. Die erste Palliativstation in Deutschland entstand 1983 an der Kölner Universitätsklinik. Mittlerweile gibt es bei uns mehr als 200 Hospize und Palliativstationen.

Weitere bedeutende Wegbereiter für die Hospizbewegung waren die Psychiaterin und Sterbeforscherin  Elisabeth Kübler-Ross (1926 – 2004), die mit ihren Interviews mit Sterbenden Tabus brach, sowie einer ihrer profiliertesten Schüler, der Palliativmediziner Johann-Christoph Student (* 1942), der theoretische und praktische Grundlagen für die Hospizarbeit in Deutschland erarbeitete.

Ganz wichtig ist, und darauf wird auch immer wieder hingewiesen: In Hospizen und auf Palliativstationen wird keine aktive Sterbehilfe geleistet. Hospiz bezeichnet eine innere Haltung. Es ist das Bemühen, dass jeder Mensch bis zum Schluss würdig behandelt und betreut wird.