Zahlreiche Mythen und Legenden ranken sich um den Granatapfel. So war vermutlich der Apfel der Erkenntnis im Paradies und auch der Apfel, den Paris der Göttin Venus anbot, ein Granatapfel. In der heutigen Zeit wird die Frucht wegen ihrer gesundheitlichen Vorzüge und der Raffinesse zur Verfeinerung etlicher Speisen geschätzt.
Geschichte, Einkauf und Lagerung Der ursprünglich aus Persien stammende Granatapfel (Punica granatum) wird mittlerweile in fast allen tropischen und subtropischen Ländern der Erde angebaut. Die lederartige Schale kann grün, gelblich, hellbraun oder rot gefärbt sein. Letzteres findet man normalerweise in den Verkaufsregalen europäischer Supermärkte. Granatäpfel benötigen eine kühle Lagerung und können im 0 Grad-Fach im Kühlschrank bei hoher Luftfeuchtigkeit bis zu drei Monate frisch bleiben, jedoch nur wenn die feste Schale unversehrt ist. Sobald diese beschädigt ist, muss die Frucht sogleich verwertet werden, da sie sonst im Innern schnell verderben kann. Zubereitung Wie man solch einen Exoten am besten zubereitet, weiß der Ratgeber „Exotische Früchte: Fitmacher für Ihre Gesundheit“ (TRIAS Verlag), der sämtliche Süd- und Tropenfrüchte genauer unter die Lupe nimmt: Bevor man überhaupt anfängt, die Frucht zu bearbeiten, sollte man seine Kleidung u.a. gut vor dem roten Saft des Granatapfels schützen. Denn dieser hinterlässt auf Textilien hässliche braune Flecken, die nur schwer zu entfernen sind. Wenn man den Granatapfel halbiert, erkennt man, dass das Innere in fünf bis sechs Kammern unterteilt ist, in denen die Kerne eingebettet sind. Umgeben sind diese wiederum von dem roten, durchsichtigen und sehr saftigen Fruchtfleisch, das erfrischend säuerlich ist. Man kann es frisch verzehren oder zu Saucen oder Gelee verarbeiten, es eignet sich jedoch nicht zum Einfrieren. Oft werden jedoch nur die Kerne oder der Saft verwendet. Die Kerne können vorsichtig herausgelöffelt werden, den Saft kann man am einfachsten gewinnen, indem man den noch unversehrten Granatapfel mit der Handfläche kräftig über eine harte Oberfläche rollt, bis man im Innern das Fruchtfleisch knacken hört. Sind die meisten Kammern zerplatzt, schneidet man ein Loch in die Schale und drückt den Saft vorsichtig aus oder trinkt ihn direkt mit einem Trinkhalm.
Leckeres aus der Küche Granatäpfel werden häufig für Desserts verwendet, wo deren Kerne einen herrlich leicht säuerlichen Kontrast zu besonders süßen Speisen bieten. Für alle Hobbyköche möchten wir nicht versäumen, ein leckeres Rezept aus dem GU-Ratgeber von Martina Kittler „Desserts – So gelingt’s“ vorzustellen: Sesamkrokant-Parfait mit Granatapfelsauce Zutaten für 6 Personen: 50 g Sesamsamen, 125 g Zucker, Öl fürs Backblech, 1 Vanilleschote, 1/8 l Milch, 1 Ei, 1 Eigelb, 2 EL Honig, 3 EL Zitronen- oder Limettensaft, 125 g Sahne, 2 Granatäpfel, 1/8 l Apfelsaft, 1 TL Speisestärke.
Zubereitung: Den Sesam in einer Pfanne ohne Fett rösten und herausnehmen. Dann 50 g Zucker in der Pfanne goldbraun schmelzen lassen. Den Sesam darin bei mittlerer Hitze wenden, bis er vom Karamel überzogen ist. Den Sesam auf ein geöltes Backblech gießen und mit dem Spatel verteilen. Erkalten lassen. Dann den Krokant in einen Plastikbeutel füllen und mit der Teigrolle fein zerdrücken. Die Vanilleschote aufschlitzen, das Mark herauskratzen und in der Milch aufkochen lassen. Inzwischen in einer Schüssel das Ei, das Eigelb und 30 g Zucker cremig verrühren. Den Honig und die heiße Vanillemilch unter ständigem Rühren dazugießen. Die Masse im heißen Wasserbad oder im Topf bei milder Hitze weiterschlagen, bis sie dicklich ist. Danach im kalten Wasserbad etwa 5 Minuten kalt schlagen. Mit dem Zitronen- oder Limettensaft würzen. Die Sahne steif schlagen, mit dem Krokant unter die Eigelbcreme heben. Die Parfaitmasse in eine Kastenform (3/4 l Inhalt) füllen und etwa 6 Stunden gefrieren lassen, dabei häufig durchrühren, damit sich der Krokant nicht absetzt. Die Granatäpfel quer halbieren und auf der Zitruspresse vorsichtig auspressen. 2 Esslöffel Kerne abnehmen, von den anhängenden weißlichen Trennwänden befreien. Den Saft durch ein Sieb gießen, dann mit 3 Esslöffel Zucker, dem Saft und der Speisestärke verrühren und bei starker Hitze etwa 2 Minuten köcheln lassen. Abkühlen lassen. Das Parfait kurz unter kaltes Wasser halten, dann auf eine Platte stürzen. In Scheiben schneiden und auf Teller verteilen. Die Sauce und die Granatapfelkerne ringsherum anrichten. Zubereitungszeit: etwa 1 Stunde (dazu etwa 6 Stunden Gefrierzeit) Pro Portion etwa 1100 kJ/260 kcal Granatäpfel für die Gesundheit Die reich an Fruchtsäuren, Zucker und Kalium enthaltenen Granatäpfel sind ungemein gesund für den menschlichen Körper. Der Saft ist nicht nur erfrischender Durstlöscher, der die Magen-Darm-Funktion reguliert und eine leicht stopfende Wirkung hat, zahlreiche Studien belegen zudem positive Wirkungen auf Herzkreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, Osteoporose oder chronische Entzündungsprozesse, weiß die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.. Dabei scheinen vor allem die polyphenolischen Inhaltsstoffe für die gesundheitsförderlichen Wirkungen verantwortlich zu sein. Polyphenole wie Flavonoide, Catechine und Phenolsäuren können die arterielle Verkalkung der menschlichen Gefäße hemmen, zur Blutdrucksenkung beitragen, das Immunsystem stimulieren sowie die Oxidation des schädlichen LDL-Cholesterins einschränken. Auch eine direkte Beziehung zwischen der Entstehung von Alzheimer-Demenz und dem Verzehr von Granatapfelsaft kann geschlossen werden: Dieser reduziert demnach die Ablagerung des Glykoproteinkomplex Beta-Amyloid im Gehirn, was im Krankheitsfall am peripheren Nervensystem zu Ausfällen und Funktionsverlusten führt. Weitere Infos: www.fet-ev.eu. Der eigene Granatapfelbaum Der Granatapfelbaum ist die ideale Kübelpflanze für daheim, denn er ist recht unempfindlich gegen Krankheiten und lässt sich problemlos überwintern. Die Pflanze wächst als buschiger Baum und kann beachtliche 4-5 m hoch werden. Wer sich seinen eigenen „Baum der Versuchung“ züchten will, sollte folgendes beachten: Die Kerne eines Granatapfels gründlich von sämtlichem Fruchtfleisch befreien und anschließend mit warmem Wasser reinigen. Danach die gesäuberten Kerne in Anzuchterde setzen und etwa 1 cm dick mit Substrat bedecken. Die ideale Keimtemperatur liegt bei 21 Grad Celsius. Das Substrat muss immer gut feucht sein. Die Keimung erfolgt nach zwei bis drei Monaten. Die Sämlinge sollten dann einen warmen und hellen Standort erhalten. Nach vier Wochen können sie in normale Blumenerde gesetzt werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Erde nie ganz austrocknet. Je kräftiger die Pflanze wird, umso eher kann sie an einem sonnigen Ort nach draußen gestellt werden. Wenn der Granatapfelbaum das ganze Jahr über bei gleichbleibenden Temperaturen gehalten wird, findet kein Laubfall statt. Weitere Tipps: In den Sommermonaten alle 14 Tage düngen, während des Wachstums regelmäßig gießen, aber unbedingt darauf achten, dass keine Staunässe entsteht. Foto 1: Ernst Rose, Pixelio
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